NHL News vom 10.04.02

Mittwoch, 10.April 2002 - 19:35

Die Vancouver Canucks (90 Punkte) sind im Westen das Team der Stunde. Mit einer grandiosen Aufholjagd, die nun mit einem 2:1 Sieg bei der Colorado Avalanche fortgesetzt wurde, kletterten die Kanadier auf den so wichtigen Platz 8 in der Western Conference und haben nun vor den verbliebenden Spielen zwei Zähler Vorsprung auf Edmonton. In drei völlig verschiedenen Abschnitten dominierten zunächst die Gastgeber und gingen durch Rob Blake folgerichtig in Führung. Das war auch der einzige Gegentreffer des überragenden Dan Cloutier (30 Saves), die Canucks schafften den Ausgleich durch Markus Näslund und waren im Mitteldrittel plötzlich wie ausgewechselt. Die Überlegenheit führte zum Siegtreffer von Mathias Ohlund, der in Überzahl die Vorarbeit der Sedin Zwillinge zum 2:1 nutzte. Im letzten Drittel versuchten die Denver Boys wieder alles und drängten erfolglos auf den Ausgleich. Umso wichtiger war der 4:2 Auswärtssieg der Phoenix Coyotes (91 Punkte), der nach der frühen 2:0 Führung Daniel Briere und Shane Doan zu scheitern drohte, als Derek Morris und Dean McAmmond zu Beginn des letzten Drittels ausgleichen konnten. Im direkten Gegenzug sorgte jedoch Brian Savage für die erneute Führung und Doan machte mit seinem zweiten Treffer ins leere Tor der Gastgeber 52 Sekunden vor Schluss alles klar. Wie eng es zugeht verdeutlicht die Tatsache, dass auch die St.Louis Blues trotz des 3:2 Siegs gegen die Nashville Predators und mittlerweile 92 Punkten noch nicht durch sind. Nach dem zweiten Drittel stand es noch 1:2 durch Andy Delmore und Reid Simpson, da auf Seiten der Blues nur Cory Stillman den überragenden Rookie Jan Lasak überwinden konnte. Der Youngster wurde erst vor wenigen Tagen aus der AHL berufen und feierte mit 39 Saves und einem gehaltenen Penalty von Keith Tkachuk einen grandiosen NHL-Einstand. Daran änderte auch der Doppelschlag von Neuzugang Ray Ferraro nichts, der im letzten Drittel noch den wichtigen 3:2 Sieg der Blues sicherstellte. Theoretisch noch nicht in trockenen Tüchern, aber praktisch so gut wie sicher ist die Play-off Teilnahme der Los Angeles Kings (93 Punkte) nach dem 3:0 Sieg gegen die Dallas Stars, die damit fast endgültig vor den Aus stehen. Überragender Akteur neben Felix Potvin, der nach 22 Paraden seinen 6.Shutout in dieser Saison feiern durfte, war Topscorer Ziggy Palffy, der an allen drei Toren beteiligt war. Neben seinem eigenen Tor bereitete er noch den Treffer von Adam Deadmarsh und das empty net goal von Brian Smolinski 25 Skunden vor Schluß vor. Ein denkwürdiges Spiel erlebten die Anhänger der Montreal Canadiens. Neben dem 4:3 Sieg gegen die Ottawa Senators und damit den Einzug in die Play-offs, durften sich die Fans über ein Wiedershen mit ihrem Kapitän Saku Koivu freuen, der nach siebenmonatiger Abstinenz und schwerer Chemotherapie erstmals wieder das Trikot der Habs überzog. Obwohl der Finne im Spiel noch nicht zum Einsatz kam, wurde er schon beim Einlauf mit frenetischem Jubel und standing ovations begrüsst. Nach torlosem ersten Abschnitt sorgten Craig Rivet, Richard Zednik und Ex-Senator Andreas Dackell für eine 3:0 Führung nach 40 Minuten. Nachdem Yanic Perreault den Anschlusstreffer von Shawn McEachern mit dem 4:1 beantwortete, schien eine Entscheidung gefallen, aber Chris Neil und Marian Hossa sorgten mit einem Doppelschlag in der 48.Minute für eine spannende Schlußphase. Da sich jedoch Jose Theodore nicht mehr überwinden liess, erreichten die Canadiens erstmals seit vier Jahren wieder die Endrunde. Damit war auch der 3:1 Sieg der Washington Capitals Makulatur, obwohl sich die Capitals an der allerletzten Chance klammern. Sergej Gonchar, Dainius Zubrus und Steve Konowalchuk brachten die Capitals mit 3:0 in Führung, bevor in den letzten beiden Dritteln endlich einmal wieder Olaf Kölzig nach 27 Paraden in 40 Minuten zum Matchwinner avancierte. Er musste schliesslich nur beim Ehrentreffer der Chicago Blackhawks durch Steve Thomas zum 3:1 Endstand hinter sich greifen. Die allerletzte Chance sich doch noch für die Play-offs zu qualifizieren, beruht auf der Hoffnung von drei Niederlagen der Carolina Hurricanes in den verbleibenden vier Spielen und damit den mittlerweile relativ unrealistischen Titel in der Southeast Division. Mit dem 2:1 Sieg bei den New York Islanders durch die Tore von Rod Brind'Amour und Sami Kapanen sanken diese Chancen jedoch auf ein Minimum. Roman Hamrlik erzielte den einzigen Treffer der Gastgeber, die bereits seit einigen Tagen als Endrunden-Teilnehmer feststehen. Noch bitterer als die Erkenntnis als teuerstes Team der NHL zum fünften Mal in Folge an der Endrunde gescheitert zu sein, ist für die New York Rangers die Tatsache, dass sie nun den gehassten Nachbarn aus Uniondale in den Play-offs zuschauen müssen. Der 3:2 Sieg gegen die Pittsburgh Penguins war zwar der 5.Sieg in Folge, aber diese Siegesserie kam leider zu spät. Bei Gegentoren von Andrew Ference und Jan Hrdina schossen sich die Superstars Pavel Bure (2 Tore) und Eric Lindros den Frust von der Seele. Ganz andere Sorgen haben die Boston Bruins, die als Überraschungsteam im Osten zwar weiter Tabellenführer sind, aber zu gerne erstmals seit 1993 wieder die 100 Punkte-Grenze überschreiten würden. Dieses Vorhaben wurde von Nikolai Khabibulin (36 Sabes) und Vincent Lecavalier verhindert, der mit seinem zweiten Treffer 27 Sekunden vor Schluß den 2:2 Ausgleich für die Tampa Bay Lightnings erzielte. Per Axelsson und Glen Murray brachten die Bruins in Front, die in den letzten vier Spielen damit sieglos blieben. Die Philadelphia Flyers konnten den kleinen Durchhänger jedoch nicht nutzen, da auch sie sich nach dem 4:4 gegen die Florida Panthers mit einer Punkteteilung zufrieden geben mussten. Bei Gegentreffern von Kristian Huselius, Sandis Ozolinsh und Pierre Dagenais lagen de Gastgeber zwar bis zur Schlußpghase mit 4:3 durch John LeClair, Kim Johnsson, Mark Recchi und Simon Gagne in Führung, aber Youngster Dagenais sorgte 16 Sekunden vor Schluß für den Ausgleich der Gäste aus Miami. Damit haben auch die Toronto Maple Leafs nach dem 4:1 Sieg gegen die Columbus Blue Jackets wieder Aussichten auf den zweiten Platz im Osten. Mikael Renberg, Jyrkki Lumme, Alexander Mogilny und Bryan McCabe sorgten früh für klare Verhältnisse und Espen Knutsen erzielte den Ehrentreffer.

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