Slowakei ohne Probleme mit Japan

Sonntag, 29.April 2001 - 20:15

Der Schütze konnte sein Glück kaum fassen. 36:06 Minuten waren gespielt, als Kiyoshi Fujita einfach einmal abzog und der Puck am slowakischen Torwart Pavol Rybar vorbei ins Netz sauste. Von einem Verteidiger der Slowaken liess er sich die Scheibe aus den Maschen holen und fuhr mit der Hartgummischeibe in der Tasche strahlend in Richtung Spielerbank.

Ganz zur Sensation hat es wie erwartet für den Asienvertreter Japan mal wieder nicht, aber vier Tore gegen den amtierenden Vizeweltmeister sind für die Männer aus Japan ein sehr gutes Ergebnis. Ähnlich wie im letzten Jahr gegen Tschechien, als man mit 3-6 verlor, konnten die Spieler auch diesmal über weite Strecken mit den Profis aus der NHL gut mithalten.

Sobald die Slowaken das Tempo jedoch etwas forcierten, hatten die Verteidiger Mühe, ihnen zu folgen. So fielen die Tore fast zwangsläufig.

Zielstrebig trugen sie ihre ersten Angriffe vor und kamen nach 2:26 Minuten zum Führungstor. Einen herrenlosen Puck schnappte sich Richard Zednik und hämmerte die Scheibe in den oberen linken Winkel- keine Chance für den japanischen Goalie Jiro Igor Nihei, der sich mutig in die vielen Schüsse warf, die von Beginn an auf seinen Kasten kamen. Auch körperlich waren die kleinen Japaner den Slowaken klar unterlegen, Zdeno Chara wirkte fast doppelt so gross, wie seine Gegenspieler, die versuchten, ihn im Power Play vom Gehäuse der Japaner zu verdrängen. „Sie sind wirklich gute Spieler. Man bringt ihnen nicht genug Respekt entgegen, aber sie werden Jahr für Jahr besser.“, meinte der 2,03m grosse Kapitän. Durch ein Stochertor von Vladimir Orszagh kam die Slowakei nach gerade einmal 5:50 Minuten zum 2-0.

Wer jetzt aber dachte, dass sich die Japaner nach knapp sechs Minuten schon aufgeben würden sah sich getäuscht. Zur Verwunderung der 3.281 Zuschauer in der ARENA Nürnberg, vor allem aber der slowakischen Verteidigung kamen die Japaner nach 12:34 Minuten zum 1-2 Anschlusstreffer. Beim ersten Power Play für Japan liessen die Slowaken ihre Gegner gewähren. Einen Schlagschuss von Kengo Ito fälschte Masaki Shirono unhaltbar für den überraschten Torwart der Slowaken, Pavol Rybar, ab.

Doch damit war die sorglose Phase wieder vorbei. Nach einem schnellen Antritt konnte der stark spielende Robert Petrovicky noch von einem Defender abgedrängt werden, aber die Scheibe schnappte sich erneut Orszagh und netzte ein. Nach den ersten 20 Minuten war schon mehr als eine Vorentscheidung gefallen. Das merkte man auch deutlich zu Beginn des Mitteldrittels, die Slowaken schalteten gleich mehrere Gänge zurück. Fast hatte es den Anschein, als wollten sie die Scheibe hinter die Linie tragen. Das taten sie dann auch beim vierten Tor.

>br>Erneut waren es die überragenden Petrovicky und Orszagh, die die Abwehr schwindlig tanzten. Die Scheibe lag nach einem Schuss von Petrovicky einige Momente frei auf der Linie. Orszagh hechtete in Richtung des Pucks, kam aber „um eine Sekunde zu spät. Die Scheibe war schon drin. Ich hätte gerne einen Hattrick erzielt. Vor allem im ersten Spiel“, so Orszagh nach dem Spiel.

Das war das Wecksignal für den Vizeweltmeister. Zwei Minuten später zog Ladislav Nagy vom rechten Bullypunkt ab.Sein trockener Handgelenksschuss schlug oben links ein. Nach dem goldenen Schuss von Fujita zum 2-5-Anschlusstor bot sich sogar die Gelegenheit, die Angelegenheit nochmal spannend zu machen. 80 Sekunden lang standen fünf Japanern nur drei Slowaken gegenüber. Kapitän und Stürmer Ryan Kuwabara versuchte sich sogar als zusätzlicher Stürmer an der blauen Linie, aber ohne Erfolg.

Im Schlussabschnitt setzte sich das muntere Spielchen fort. Zwei Überzahltore innerhalb von 49 Sekunden durch die Verteidiger Richard Pavlikovsky und Ivan Droppa brachten die Slowaken zwischenzeitlich mit 7-2 in Führung, Marian Gaborik erhöhte in Unterzahl sogar auf 8-2. Danach liessen die Slowaken die Japaner gewähren und mussten noch zwei Tore zum Endstand von 8-4 hinnehmen. Nach dem Spiel zeigten sich beide Trainer mit dem Spiel ihres Teams zufrieden: Steven Tsujiura, Trainer der japanischen Mannschaft, freute sich „dass wir gezeigt haben, dass wir auch mit solchen Teams langsam mithalten können.“ Auch Jan Filc, Coach des siegreichen Teams war zufrieden: „Wir sind froh, dass wir das erste Spiel gut hinter uns gebracht haben. Ich freue mich, dass wir acht Tore erzielt haben, freue mich aber nicht, dass wir vier Tore zugelassen haben.“

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