KAC verspielt gegen Graz Rang 2 in der Tabelle

Freitag, 05.Januar 2017 - 23:25
 Expa

Im Heimspiel gegen die Graz 99ers am Freitagabend verabsäumten es die Rotjacken, bereits im ersten Abschnitt für klare Verhältnisse zu sorgen. Am Ende blieben sie als 1:2-Verlierer zum ersten Mal seit zwei Monaten zu Hause ohne Punkt. Der EC-KAC hat die beiden knappen Niederlagen gegen Medvescak Zagreb rund um den Jahreswechsel gut verdaut, am Mittwoch besiegten die Klagenfurter den EC VSV auch im vierten Kärntner Derby der Saison (4:3 nach Penaltyschießen). Damit festigte Rot-Weiß seinen zweiten Tabellenrang wieder etwas, der Vorsprung auf den EC Salzburg und den EHC Linz betrug vor dem Spiel gegen Graz drei Zähler. Vor eigenem Publikum punktete der Rekordmeister in jedem seiner letzten acht Spiele, insgesamt kassierte in der laufenden Saison nur Leader Wien (1,88 pro Partie) weniger Gegentreffer in Heimspielen als der EC-KAC (1,94). Die Graz 99ers konnten ihr erstes Klagenfurt-Gastspiel des Spieljahres, ausgetragen bereits in der ersten Runde, mit 4:2 für sich entscheiden, waren seither aber weder gegen die Rotjacken (zwei 1:4-Heimniederlagen) noch in der Fremde (nur zwei Siege in 17 Partien) von großem Glück verfolgt. Da die Steirer aber vor heimischer Kulisse regelmäßig punkten können, verfügen sie weiterhin über alle Chancen, sich (zum ersten Mal seit 2013 wieder) für die Platzierungsrunde zu qualifizieren. Der Rückstand auf Rang sechs betrug für den Tabellenneunten vor der Reise nach Kärnten nur vier Zähler. Mit 123 Gegentreffern (3,42 pro Spiel, zum Vergleich: 2,39 beim EC-KAC) war Graz allerdings 2017/18 bisher jenes EBEL-Team, das die meisten Tore kassierte. Bei den Rotjacken verlängerte sich die Liste der Ausfälle im jüngsten Kärntner Derby wieder: Neben Kevin Kapstad und Matthew Neal stand für das Spiel gegen die Graz 99ers auch Thomas Hundertpfund (Oberkörperverletzung, rund zwei Monate Pause) nicht zur Verfügung. Dem EC-KAC fehlte damit auch sein im bisherigen Verlauf der EBEL-Saison bester Vorlagengeber. An seiner Stelle rückte aus der AHL-Mannschaft Daniel Obersteiner in das Lineup, der 19-Jährige kam zu seinem zweiten Einsatz in dieser Saison. Auf der Torhüterposition wurde Tomáš Duba eingesetzt, wodurch bei den Klagenfurtern zum ersten Mal seit Anfang November ein Goalie wieder zwei Starts am Stück erhielt. Der Spielverlauf: Der EC-KAC startete wie aus der Pistole geschossen in die Partie und schnürte die Steirer vom ersten Scheibenaufwurf an in deren Verteidigungsdrittel ein. Bereits nach 53 Sekunden wussten sich die Gäste nur noch mit Hilfe einer Strafzeit zu befreien, Evan Brophey wanderte in die Kühlbox. Während dieses Powerplays fanden die Rotjacken auch schon die erste sehr gute Gelegenheit der Partie vor, eine Deflection von Stefan Geier ging allerdings nur an den Pfosten (2.). Umso überraschender war es dann, dass die Graz 99ers den ersten Treffer der Begegnung erzielen konnten: Während eines Überzahlspiels stand Daniel Woger bei einem Rebound ideal und setzte den Puck zum 0:1 in die Maschen (5.). Doch dieser Gegentreffer weckte die Hausherren förmlich auf, in Minute neun durften sie schon über den Ausgleich jubeln: Nach einer tollen Kombination über Stefan Geier und Jamie Lundmark setzte Thomas Koch den Puck unter den Schonern von Graz-Keeper Hannu Toivonen hindurch ins Tor. Danach fanden die Hausherren - beinahe im Minutentakt - beste Möglichkeiten vor, doch niemand aus dem Quartett Marco Richter (13.), David Fischer (15.), Johannes Bischofberger (17.) und Jon Rheault (18.) brachte den Puck am glänzend aufgelegten Hannu Toivonen vorbei. Die wohl beste Gelegenheit vergab Manuel Ganahl, der völlig frei vor dem Kasten der Steirer zum Abschluss gekommen war (19.). So ging es mit einem aus Grazer Sicht äußerst schmeichelhaften 1:1 in die erste Drittelpause. Im Mittelabschnitt kamen die im ersten Drittel noch an der Grenze zur Überforderung destruktiven 99ers dann besser aus den Startlöchern. In Minute 22 tauchte Ken Ograjenšek plötzlich alleine vor Tomáš Duba auf, sein Schuss fiel aber zu schwach aus und bereitete dem Goalie damit auch keine Abwehrprobleme. Dies sollte sich keine volle Minute später aber ändern: Einen Schuss von Robin Weihager von der blauen Linie konnte der KAC-Keeper nur prallen lassen, Neuzugang Anthony Camara stand goldrichtig und beförderte den Rebound in seinem ersten EBEL-Spiel mit der Rückhand zur neuerlichen Führung für die Gäste ins Tor (23.). Damit riss auch der Faden im Offensivspiel der Rotjacken, sie brachten nun weniger ihrer strukturierten Angriffe aufs Eis, gute Tormöglichkeiten gab es aber dennoch. Wie für Jamie Lundmark, der in Minute 27 einen Onetimer auf das Tor der Grazer abfeuerte, den Hannu Toivonen Puck allerdings geschickt über den von Ihm bewachten Kasten lenkte. Danach flachte das Match ein wenig ab, es dauerte bis zu Minute 36, ehe die Klagenfurter wieder vor dem Grazer Gehäuse gefährlich wurden: Marco Richter schoss aus bester Position jedoch knapp über die Querlatte. Und weil auch Jonathan Rheault Sekunden vor der Pausensirene eine Topgelegenheit liegen ließ, stapften die Rotjacken mit einem 1:2-Rückstand zum zweiten Mal in die Kabine. Im Schlussdrittel passierte lange Zeit nicht viel, das erhoffte und heuer schon so häufig vorexerzierte Aufbäumen der Rotjacken blieb aus, erst in den abschließenden zehn Minuten konnte der EC-KAC den Druck wieder ein wenig erhöhen. Im dritten Powerplay der Partie setzte Mitja Robar einen Hammer aus der Distanz an die Querlatte (51.). Die beste Gelegenheit auf den Ausgleich ließ Marco Brucker in Minute 59 aus, als er in gleich zwei Versuchen am Schlussmann der Steirer scheiterte. Auch ein sechster Feldspieler, der bereits mehr als eineinhalb Minuten vor der Schlusssirene für Tomáš Duba auf das Eis kam, konnte an der Niederlage nichts mehr ändern. Aus KAC-Sicht ein unnötiger Verlust, wenngleich sich die 99ers, die in den Abschnitten zwei und drei nach maßgeblicher Steigerung kluges Auswärtseishockey ablieferten, die drei Punkte durchaus verdient hatten. (PE) „Wir hatten ein wirklich gutes erstes Drittel mit sehr vielen Gelegenheiten auf Tore und eine klare Führung. Ab dem zweiten Abschnitt haben wir dann nahezu all jene Qualitäten vermissen lassen, die uns in den letzten Wochen und Monaten auszeichneten, Graz hat härter gearbeitet als wir. Durchgang drei war etwas wechselhaft, wir hatten Shifts, in denen wir Druck aufbauen konnten, agierten insgesamt aber einfach mit deutlich zu wenig Nachdruck. Das war eine Partie, die wir früh zu unseren Gunsten entscheiden hätten können, das ist nicht passiert, letztlich traf heute die Floskel zu, dass „es“ der Gegner mehr gewollt hat als wir.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

Quelle: red/Erste Bank Eishockey Liga