Arbeitssieg des KAC gegen Fehervar

Sonntag, 08.Oktober 2017 - 20:40
 Expa

Ohne jemals ernsthaft in Gefahr zu geraten, besiegten die Rotjacken am Sonntagnachmittag Fehérvár AV19 vor eigenem Publikum mit 3:1.

Die Klagenfurter mussten in ihrem letzten Ligaspiel am Freitagabend bei Medveš?ak Zagreb eine klare 1:5-Niederlage hinnehmen, die allerdings nicht ganz dem Spielverlauf entsprach. Vor heimischer Kulisse lief es für die Rotjacken zuletzt hingegen gut, sie gewannen in EBEL und CHL vier ihrer jüngsten fünf Partien in der Stadthalle, wobei - insgesamt 10:6 Tore - sämtliche Begegnungen in die Kategorie „Low Scoring Games“ fielen. Vor den Ungarn war der EC-KAC gewarnt, konnte Rot-Weiß im Vorjahr doch nur eines der vier direkten Saisonduelle für sich entscheiden.

Fehérvár AV19 konnte in den ersten neun EBEL-Runden wie der EC-KAC vier Siege feiern, zuletzt bezwang man am Freitag den Dornbirner EC zu Hause mit 2:1. In der Fremde gelang den Ungarn am zweiten Spieltag ein 4:3-Erfolg (nach Verlängerung) in Zagreb, seither blieb man auswärts allerdings sowohl in Innsbruck als auch in Bolzano und Linz ohne Zähler. Die Stadthalle bespielte Székesfehérvár in der Vergangenheit eher ungern: Seit dem EBEL-Einstieg im Jahr 2007 gingen 21 der 26 Gastspiele in Klagenfurt verloren.

Beim EC-KAC kam es gegenüber dem Ligaspiel vom Freitag zu zwei Veränderungen im Aufgebot: In der Abwehr meldete sich Christoph Duller rechtzeitig fit, er ersetzte Michael Kernberger. Im Angriff kam an Stelle von Daniel Obersteiner Kevin Schettina zum Einsatz. Einen Wechsel gab es auch auf der Torhüterposition, wo Tomáš Duba den Start erhielt. Der Tscheche gewann in EBEL und CHL jede seiner letzten vier Partien (Gegentorschnitt: 1,75). Im Angriff wurden drei der vier Blöcke neu zusammengestellt, so kam es beispielsweise zur Wiedervereinigung der im Vorjahr so erfolgreichen Formation mit Manuel Ganahl, Matthew Neal und Jamie Lundmark.

Die Hausherren versuchten von Beginn an, das Heft in die Hand zu nehmen, was ihnen auch sehr rasch recht gut gelang: In Minute zwei zischte ein Wristshot von Jamie Lundmark nur knapp am kurzen Eck des ungarischen Gehäuses vorbei. Doch die Gäste antworteten ihrerseits postwendend, Csanád Erdély zog von rechts vor das KAC-Tor, sein Abschluss fiel aber zu zentral aus, Tomáš Duba hatte keine Probleme, den Puck festzuhalten (3.). Damit hatten die Ungarn ihr Pulver für den ersten Abschnitt auch schon verschossen, größtenteils spielte sich das Geschehen in der Folge der Verteidigungszone Székesfehérvárs ab. Wie auch in Minute fünf, als Manuel Geier Jamie Lundmark mit einem schönen Zuspiel in Szene setzte. Der Stürmer kämpfte sich an einem ungarischen Verteidiger vorbei, zog an den Crease und tunnelte Goalie Miklós Rajna zur 1:0-Führung (5.). Bis zum Ende des Auftaktdrittels hätten die Klagenfurter ihre Führung deutlich ausbauen können, vielleicht sogar müssen, doch erneut ließ die Chancenauswertung zu wünschen übrig. So vergaben Jon Rheault (freistehend im Slot) und Manuel Ganahl (aus der Drehung) beste Möglichkeiten (13.). Kurz vor der ersten Pause machte auch Thomas Koch auf sich aufmerksam, als er sich in den Slot vorkämpfte, mit seinem Rückhandschuss jedoch an Rajna scheiterte.

Abschnitt zwei begann mit einem Powerplay für die Ungarn, gefährlich wurde es allerdings vor deren eigenem Tor: Marco Richter schnappte sich den Puck, bediente im „Zwei-gegen-Eins“-Konter Julian Talbot und dieser arbeitete das Spielgerät förmlich zur 2:0-Führung über die Linie (21.). Doch in einem weiteren Überzahlspiel (Ramón Schnetzer in der Kühlbox, Anm.) kämpften sich die Gäste dann zurück in die Partie: Die KAC-Defensive vergaß auf den im Slot freistehenden Arttu Luttinen und der finnische Stürmer bezwang Tomáš Duba aus kurzer Distanz (26.). Einen Treffer hätten sich die Klagenfurter in Minute 32 verdient, als Jamie Lundmark Matthew Neal mit einem famosen Pass über 30 Meter auf die Reise schickte, dieser allerdings den Puck nicht an Miklós Rajna vorbeibrachte. Jeweils eine gute Möglichkeit fanden beide Teams noch im Finish des Mitteldrittels vor: Thomas Koch tauchte alleine vor dem Kasten der Ungarn auf, schoss jedoch zu zentral auf den Torhüter (37.). Gleich danach vergab János Hári die dicke Ausgleichsmöglichkeit, als er im Solo auf Tomáš Duba zulief, dieser aber die Nerven behielt und den Schuss des Mittelstürmers entschärfen konnte.

Im Schlussdrittel passierte längere Zeit nicht viel. Die Hausherren verteidigten geschickt, die Gäste fanden nur selten ein Durchkommen. Wie in Minute 49, als sich plötzlich der aufgerückte Verteidiger Jonathan Harty vor Duba aufbaute, dann allerdings aus bester Position neben das Tor schoss. Für eine Vorentscheidung hätte KAC-Angreifer Stefan Geier zwei Minuten später sorgen können: Nach einem „Drei-gegen-Eins“-Konter setzte er das Spielgerät nach Metallkontakt über den Gästekasten (51.). Besser machte es Teamkollege Steven Strong wenig später: Der Verteidiger bezwang Rajna mit einem verdeckten Schlenzer aus der Distanz zum 3:1 - die Entscheidung (54.). Denn die Gäste aus Ungarn waren nicht mehr in der Lage, zuzulegen, im dritten Abschnitt gelangen ihnen lediglich drei Torschüsse - daran änderten auch sechs Fehérvár-Feldspieler im Finish nichts mehr. (PE)

„Schon im Vorfeld wussten wir, dass uns ein Gegner erwartet, der die neutrale Zone mit seinem „1-2-2“-Setup gut zustellen kann. Unser Start war aber gut, die Linienumstellungen in der Offensive haben sich schon nach fünf Minuten bezahlt gemacht. Es war insgesamt sicherlich nicht das schönste aller Eishockeyspiele, aber für uns zählen die Punkte und diese haben wir heute eingefahren. Jetzt freuen wir uns auf die Partie in der Champions Hockey League am Mittwoch in Zürich.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

Quelle: red/PM