München gewinnt den Finalauftakt in der DEL nach Verlängerung

Samstag, 16.April 2016 - 7:43
MUNICH,GERMANY,15.APR.16 - ICE HOCKEY - DEL, Deutsche Eishockey Liga, Play Off, final, EHC Red Bull Muenchen vs Grizzly Adams Wolfsburg. Image shows Robert Bina (Wolfsburg) and Daniel Sparre (RB Muenchen). Photo: GEPA pictures/ Florian Ertl - For editorial use only. Image is free of charge. GEPA pictures/ Florian Ertl

Der EHC Red Bull München hat das erste Spiel des DEL-Finals 2016 gegen die Grizzlys Wolfsburg mit 2:1 n.V. (1:0|0:0|0:1|1:0) gewonnen.

Nach dem Eröffnungsbully durch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter entwickelte sich vor 6.142 Zuschauern im restlos ausverkauften Olympia-Eisstadion eine spannende und intensiv geführte Partie. Jérôme Samson brachte die Red Bulls in der Mitte des ersten Drittels in Führung. Danach hatte München leichte Vorteile, Wolfsburg blieb aber bei Kontern gefährlich. Nach einem torlosen Mittelabschnitt erzwangen die Niedersachsen im Schlussdrittel den Ausgleich und damit die Verlängerung. Nach mehreren guten Chancen der Münchner war es Jeremy Dehner, der in der 72. Minute in Überzahl den entscheidenden Treffer erzielte. München geht durch den Sieg in der „best-of-seven“-Finalserie mit 1:0 in Führung.

Beide Teams begannen mit hohem Tempo. Kurz nach Spielbeginn tauchten die Gäste gefährlich vor dem Münchner Tor auf, auf der Gegenseite prüften die Red Bulls noch vor Ablauf der ersten 60 Sekunden dreimal Grizzlys-Schlussmann Felix Brückmann. Kurz darauf musste Wolfsburgs Robert Bina in die Kühlbox, die beste Chance während dieser Strafzeit hatten aber nicht die Münchner, sondern Wolfsburgs Stürmer Sebastian Furchner bei einem Konter (3.). In der Folge verteidigten beide Defensivreihen sehr kompakt und machten die Räume eng. Der Abschluss Frank Mauers nach einer Kombination mit Dominik Kahun war eine der wenigen Ausnahmen (7.). In der 12. Minute erzwangen die Red Bulls dann die Führung. Nach einem geblockten Schuss lag die Scheibe im Slot frei, Jérôme Samson schaltete am schnellsten und erzielte mit einem Schuss ins rechte Eck den ersten Treffer des Playoff-Finals 2016 – vor den Augen der Bayern-Profis Joshua Kimmich und Sebastian Rode. Da die EHC-Defensive kurz darauf bei Wolfsburger Überzahl ähnlich gut verteidigte wie zuvor die Gäste, blieb es bei einem einzigen Tor nach 20 Minuten.

Im zweiten Abschnitt neutralisierten sich beide Teams zunächst, dies allerdings auf hohem Niveau. Torgefährliche Szenen gab es ab der 26. Minute – auf beiden Seiten. Den Anfang machte Münchens Jason Jaffray mit einem Schuss ans Außennetz. Auf der Gegenseite tauchte Christoph Höhenleitner frei vor David Leggio auf, traf die Scheibe jedoch nicht richtig (27.). Nur eine Minute später parierte Felix Brückmann einen Schuss von EHC-Stürmer Steve Pinizzotto mit der Stockhand. Auch Maxi Kastner gelang es nach einem Querpass von Daniel Sparre nicht, den starken Grizzlys-Schlussmann ein zweites Mal zu bezwingen (38.). Kurz vor der zweiten Pause hatten die Niedersachsen die Riesenchance auf den Ausgleich: Christoph Höhenleitner bekam frei vor dem Tor die Scheibe, umkurvte David Leggio und hatte das leere Tor vor sich. Der Goalie der Red Bulls machte sich allerdings lang und rettete im letzten Moment mit dem Schläger.
Im Schlussabschnitt wurde Wolfsburg offensiver, da die Isarstädter aber weiterhin kompakt standen, kamen nur wenige Schüsse aufs Tor durch. Dennoch erzielten die Gäste in der 47. Minute den Ausgleich, weil die Red Bulls die Scheibe nicht aus dem Drittel brachten. André Reiss zog von der blauen Linie per Handgelenkschuss ab und profitierte davon, dass David Leggio die Sicht verdeckt war. Jason Jaffray hätte den EHC zwar erneut in Führung bringen können, traf die Scheibe freistehend vor dem Tor allerdings nicht richtig (50.). Auch Frank Mauer schoss nach einer Einzelleistung knapp am Wolfsburger Tor vorbei (55.). In der Endphase der regulären Spielzeit kippte das Momentum immer mehr auf die Seite der Gäste. Zwei Minuten vor dem Ende hatte Timothy Hambly die Entscheidung auf dem Schläger. Der Grizzlys-Verteidiger wurde im Slot freigespielt und zog direkt ab, sein Schuss klatschte aber erst an den linken Pfosten, dann an den rechten und von dort zurück ins Feld.

In der Verlängerung machten die Red Bulls viel Druck. Erneut rettete der Pfosten, dieses Mal für Wolfsburg nach einem Schuss von Keith Aucoin (62.). Nachdem die Grizzlys bei Querpässen der Münchner vor das Tor gleich mehrfach den Schläger an die Scheibe brachten, war es in der 66. Minute erneut der US-Amerikaner Aucoin, der am starken Felix Brückmann scheiterte. Die VW-Städter wurden nach der überstandenen Druckphase offensiver, München hatte in dieser Phase aber das nötige Glück auf seiner Seite. In der 72. Minute – Wolfsburgs Jeffrey Likens saß auf der Strafbank – war es dann Jeremy Dehner, der mit einem Schlagschuss von der blauen Linie den 2:1-Siegtreffer für die Red Bulls erzielte.

Don Jackson:
„Es war das erwartete schwere erste Spiel dieser Serie gegen eine sehr gut eingestellte Mannschaft. Ich bin stolz auf unser Team. Sie haben einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen.“

EHC Red Bull München gegen Grizzlys Wolfsburg 2:1 n.V. (1:0|0:0|0:1|1:0)
Tore:
1:0 | 11:22 | Jérôme Samson
1:1 | 46:48 | André Reiss
2:1 | 71:40 | Jeremy Dehner
Zuschauer: 6.142

Quelle: red/kf