Kaderbewertung: Beim Rekordmeister sind Erfolge Pflicht

Mittwoch, 09.September 2015 - 16:12
26.03.2015, Eisarena, Salzburg, AUT, EBEL, EC Red Bull Salzburg vs EC KAC, 64. Runde, Halbfinale, 3. Spiel, im Bild Torjubel KAC nach dem 2:1 Anschlusstreffer durch Thomas Koch (KAC) // during the Erste Bank Icehockey League 64th round 3rd semifinal match between EC Red Bull Salzburg and EC KAC at the Eisarena in Salzburg, Austria on 2015/03/26. EXPA Pictures © 2015, PhotoCredit: EXPA/ JFK EXPA/ JFK

Zwei Jahre eher enttäuschendes Eishockey sind genug! Der Rekordmeister aus Klagenfurt hat zwar schon 30 Titel am Buckel, zuletzt aber die Fans mehr vergrämt als begeistert. Somit ist der KAC im Hinblick auf 2015/16 gefordert und unter Erfolgsdruck. Mit einem der größten Budgets der Liga ausgestattet ist das Finale eigentlich Pflicht. Aber war es das nicht in den letzten Jahren auch schon?
Inhaltsverzeichnis:
» Die Ausgangslage
» Kaderbewertung KAC – Torhüter und Abwehr:
» Kaderbewertung KAC – Angriff und Trainer:
» Die Zwischenwertung in der HF.at Kaderbewertung:


Die Ausgangslage

Es war eine Katastrophe, die der KAC letzte Saison gestartet ist. Wie prognostiziert hatte Martin Stloukal als Cheftrainer in Klagenfurt keine Zukunft und wurde nach wenigen Wochen durch Doug Mason ersetzt. Dieser konnte nun erstmals in Klagenfurt seine Wunschmannschaft selbst zusammenstellen, allerdings hat man schon in der Champions Hockey League erkannt, dass die Rotjacken noch Handlungsbedarf haben. Es wird derzeit nach Verstärkung im Sturm gesucht. Ein Goalgetter, wie man ihn einst mit Mike Craig hatte – das wäre der Wunsch in Klagenfurt.

Die Rotjacken verfügen weiterhin über ein für EBEL Verhältnisse riesiges Budget, in dem auch dank Gönnerin Heidi Horten auch Platz für hochkarätige Spieler ist. Oder auch Nachjustierungen wie gerade eben erst im Tor – sei es aus Leistungs- oder Verletzungsgründen. Dass in den vergangenen Jahren die Balance zwischen den eingesetzten Mitteln und dem Dargebotenen am Eis nicht mehr stimmte ist kein Geheimnis.

Der historische 30. Meistertitel datiert aus dem Jahr 2013, seither hat der KAC nur sehr selten für positive Schlagzeilen gesorgt. Immer wieder hat man Situationen falsch eingeschätzt und auch die falschen Entscheidungen getroffen. Der KAC will einiges verändern und sich anders präsentieren. Das wird nötig sein, denn seit der Meistersaison war man nach dem Grunddurchgang kein Top 6 Team mehr. Das sorgt für Unmut unter den erfolgsverwöhnten Fans, die sich schon seit längerem über die immer steigenden Preise bei schwächeren Leistungen beschweren. Dazu kommt, dass der KAC in einer Heimhalle spielt, die schon längst nicht mehr den modernen Anforderungen entspricht. Auf Grund der finanziellen Situation im Bundesland wird sich hier allerdings wohl so schnell nichts verändern.

Der Ruf des „EC Hollywood“ läuft dem KAC weiterhin hinterher, allerdings hat man von außen betrachtet den Turnaround geschafft. Man arbeitet ruhiger, bedachter und auch professioneller. Aber auch selektiv, so wurde zum Beispiel HF.at aus dem Presseverteiler entfernt. Das alles zählt aber nichts, wenn es am Eis nicht besser wird.

Statistische Fakten 14/15:
Power Play: 23,44% (2.)
Penalty Killing 80,00% (7.)
Fairplay 12,27 Min/Sp (6.)
Scoring Effizienz 8,44% (7.)
Goalkeeping 90,59% (10.)
Tore geschossen: 114 (9.)*
Tore erhalten: 137 (9.)*

*zwecks Vergleichbarkeit nur aus dem Grunddurchgang

Ein Blick auf die Teamstatistiken der letzten Saison offenbart die Probleme der Rotjacken. Hinten kassierte man im Grunddurchgang viel zu viele Tore. Nur Ljubljana, Dornbirn und Fehervar ließen noch mehr Gegentreffer zu. Darüber hinaus gab es bei den Torhütern nicht immer sattelfeste Leistungen und nach vorne lief kaum etwas. Mit 114 Treffern in den ersten 44 Runden unterbot der Rekordmeister seine Minusleistung aus dem Vorjahr sogar noch. Kein Wunder, dass man nach den in der CHL erneut aufgezeigten mangelnden Scoringqualitäten wieder auf der Suche nach einem Stürmer ist.

Der würde eventuell auch helfen, die Rotjacken in der Wertung der Scoring Effizienz nach oben zu hieven. Interessantes Detail und statistischer Ausreißer dabei: das Power Play zählte zum Stärksten, was die EBEL zu bieten hat. Bei leicht gestiegener Strafenanzahl ist allerdings das zweite Special Team, jenes in Unterzahl, nur Durchschnitt.

Der KAC hat sich in seinen Saisonprognosen und -zielen weit aus dem Fenster gelehnt. Man will Salzburg näher gekommen sein, nein man will den Meister sogar fordern. Wer gesehen hat, wie weit die Rotjacken im Halbfinale vor wenigen Monaten von den Bullen entfernt waren und die Kaderbewegungen anschaut weiß, dass das sehr ambitioniert ist. Salzburg war über die Saison gesehen um zwei Klassen besser als die Konkurrenz. Und dazu gehört auch der KAC, der die Lücke zum Titelverteidiger nicht mit Worten schließen wird können. Die Konkurrenz ist stärker geworden, der KAC steht unter Erfolgsdruck und muss vom ersten Match weg Vollgas geben. Dass man schon in der Champions Hockey League mit Effizienzproblemen kämpfte kann man im Vergleich zur EBEL noch an den stärkeren Gegnern festmachen. Aber auch diese Ausrede ist mit Freitag dahin. Egal wie man es dreht und wendet: der KAC gehört ohne Frage zum erweiterten Favoritenkreis in der Liga. Mit diesem Budget muss mehr herausschauen als die Hoffnung auf eine Direktqualifikation für die Play Offs. Salzburg ist trotz aller personellen Sorgen die der Meister derzeit noch hat aber weiterhin noch nicht eingeholt. Man wird sich wohl um Platz 2 matchen, sofern man sich im Sturm tatsächlich noch mit torgefährlichen Leuten verstärkt.
HF.at Prognose: Platz 2 bis 4



» Zu Teil 2: Kaderbewertung KAC – Torhüter und Abwehr:

Quelle: red/Kf