Bei Spielergehältern wird die EBEL zur Zweiklassengesellschaft

Sonntag, 11.Januar 2015 - 8:06
 Hockeyfans.at/Reinhard Eisenbauer

Es gibt in der Erste Bank Eishockey Liga eine Regel, wonach man während der laufenden Saison keine Vertragsverhandlungen mit Spielern anderer Teams führen darf. Eine zahnlose Geschichte, die nicht funktioniert, denn schon seit November werden die Kader für die nächste Saison zusammengestellt. Dabei sind auch einige Österreicher ein Thema - und die dabei aufkommenden Gehaltsforderungen. Immer wieder ist die Punkteregel ein Thema in der EBEL. Viele Spieler fühlen sich durch sie benachteiligt, die Vereine halten aber weiterhin strikt an ihr fest. Warum das so ist liegt auf der Hand: bislang wurde noch kein anderes Mittel gefunden, um die Liga möglichst ausgeglichen zu halten und die teilweise überbordenden Gehaltsforderungen der Österreicher unter Kontrolle zu halten. Schon jetzt gibt es gewaltige Unterscheide was die Verdienstmöglichkeiten betrifft und dadurch kommt es was die Verteilung der inländischen Spieler betrifft zu einer ungleichen Verteilung. Teams wie Salzburg und der KAC zahlen derart hohe Gehälter, dass der Rest der Liga nicht mithalten kann oder will. Die Vienna Capitals haben bereits seit letzter Saison damit aufgehört, sich der ewigen Preistreiberei von Spielern und deren Agenten hinzugeben und haben ihr Gehaltsgefüge deutlich gesenkt. Es käme wenig überraschend, wenn daher auch für die nächste Saison der ein oder andere Spieler für Außenstehende "überraschend" die Hauptstädter verlassen würde. Anderswo wird eben mehr gezahlt. Die Wiener liegen in der Ligawertung der bestzahlenden Teams inzwischen nur noch auf Platz 4, hinter Linz und den Ligakrösusen aus Klagenfurt sowie Salzburg. Viele Teams tauschen sich informell untereinander aus, gehen auch offen miteinander um was Gehaltszahlen betrifft, um nicht der Spielball von Spieleragenten zu sein. Dennoch werden auch heuer zahlreiche Österreicher quer durch die EBEL gejagt. Fabio Hofer zum Beispiel ist in Linz eine der Entdeckungen des Jahres und hat seine Gehaltsforderungen entsprechend nach oben geschraubt. Allerdings so weit, dass man bei den Black Wings nicht mithalten kann, weshalb die Verhandlungen ins Stocken geraten sind. Ebenso ein Thema bei verschiedenen Vereinen ist der Grazer Manuel Ganahl. Dieser soll laut Kleiner Zeitung beim KAC ein Thema sein und damit würde er für den Rest der EBEL unerschwinglich. Ähnliches gilt für Raphael Herburger, dessen Zeit beim EHC Biel offenbar abläuft und daher eine Rückkehr nach Österreich im Raum steht. Auch hier wird Klagenfurt als erste Adresse genannt, allerdings soll auch Salzburg dran sein. Florian Iberer (Vienna Capitals) und Oliver Setzinger (KAC) sind ebenfalls auf der Suche nach neuen Aufgaben. Insgesamt ist allerdings der Markt an hochkarätigen Inländern überschaubar, weshalb selbst wenig eingesetzte Kaderergänzungen ihre Forderungen kräftigt nach oben schrauben und sich die Preisspirale wieder aufwärts bewegt.

Quelle: red/KF