VSV nimmt zu Rauswurf von John Hughes Stellung

Donnerstag, 03.April 2014 - 13:40
photo_462836_20131230.jpg EXPA Oskar Hoeher

Noch immer nicht zur Ruhe kommt man beim VSV seit man vor wenigen Tagen John Hughes nach dessen nächtlichen Eskapaden vor dem vierten Halbfinale fristlos aus dem Kader entlassen hatte. Die Kärntner sahen sich auf Grund massiver Kritik genötigt, auf ihrer Vereinshomepage eine Klarstellung zu veröffentlichen. Noch immer geht ein Rumoren durch die Villacher Eishockeyszene, wenn es um den Rauswurf von John Hughes geht. Der Assistkönig war bekanntlich Anfang der Woche aus seinem noch laufenden Vertrag entlassen worden, nachdem bekannt wurde, dass er vor dem vierten Halbfinale gegen Bozen einen langen Streifzug durch das Nachtleben machte. Viele gratulierten dem VSV zum mutigen Schritt an die Öffentlichkeit, es gab aber auch andere Stimmen. Auf Facebook formierten sich Initiativen, die Hughes zurück forderten und immer wieder wurde Kritik geäußert. Daher gab es heute auf der VSV Homepage einen offenen Brief der Kärntner, der nachstehend nachzulesen ist: Obwohl die breite Öffentlichkeit und alle Medien dem Management des VSV zur klaren Entscheidung gratuliert haben, gibt es offensichtlich auch andere Stimmen in der Causa John Hughes. Wir sind nicht so selbstgefällig, dass wir diese Stimmen nicht hören, aber vielleicht sind diese auch deshalb da, weil man zu wenig über die Details Bescheid weiß: Keine Firma, kein Sportverein, keine Organisation kann ein Verständnis für eine solche Situation, vor dem wohl wichtigsten Tag einer Saison aufbringen. Abgesehen von der Tatsache, dass wir Alkoholexzesse grundsätzlich ablehnen, war es wohl erschwerend, dass das Verhalten von Hughes zum wiederholten Mal und auch vor diesem entscheidenden Match passiert ist. Alle Mannschaftskollegen haben sich perfekt auf das Spiel vorbereitet, alle waren bereit 100% zu geben, nur einer – und noch dazu der Topverdiener des Teams – entscheidet sich dafür, dass seine persönliche Unterhaltung wichtiger ist, als der VSV. Er, der sein großes Gehalt fix in der Tasche hat, kümmert sich nicht darum, ob Kollegen, die viel weniger verdienen einen weiteren Bonus durch Erreichen des Finales bekommen oder nicht. Er kümmert sich nicht darum, dass alle einheimischen Spieler und alle Imports zu 100% für diese Mannschaft kämpfen wollten, alles versuchen wollten, den Adler auf der Brust bis ins Finale zu bringen. Erschwerend ist hinzugekommen, dass der Spieler am Montag, 31.03.14, nicht nur lange alles geleugnet hat und erst nach dem Auftauchen von stichhaltigen Beweisen Schritt für Schritt zugab was passierte, sondern die Situation auch noch verharmlost hat, obwohl alles eindeutig war. Wir bitten jene, die kritisieren, auch zu bedenken, welche Vorbildwirkung gerade auch ein Starstürmer haben sollte und auch diese wurde nicht wahrgenommen. Und innerhalb der Mannschaft war große Enttäuschung und Frustration über das Verhalten von John Hughes vorhanden. Die Mitspieler dürften vor dem Match gegen Bozen schon mitbekommen haben, was passiert ist. Die Trainer und der Vorstand wussten vor dem Spiel noch nichts. Ist es fair, dass John Hughes trotz seines Verhaltens massiv viel Eiszeit bekommen hat? Hätte ein fitter Spieler in den beiden 5-3 Powerplays mehr ausrichten können, als der angeschlagene Hughes? Hat die Enttäuschung der ganzen Mannschaft über das Verhalten von John Hughes dazu beigetragen, dass die Stimmung, das Momentum im Team nicht so positiv war, wie man sie/es gebraucht hätte? John Hughes Verhalten ist sicher nicht der alleinige Grund für das Aus gegen Bozen, aber vielleicht hätte man doch ein weiteres Spiel erzwingen können. Auf jeden Fall hat John Hughes nur gemeinsam mit der Mannschaft seine vielen Punkte erreicht und nicht alleine. Weil andere Spieler für ihn gefightet haben, ihm Platz verschafft haben, ihm den entscheidenden Pass gegeben haben, ihm vertraut haben. Wie sehr waren seine Linienkollegen enttäuscht von seinem Verhalten? Auch 97 Punkte rechtfertigen ein solches Verhalten nicht. Die Frage nach der Überzogenheit kann man sich stellen, aber auch hier muss man vielleicht den Tatsachen ins Auge sehen: war der Spieler überhaupt bereit die Zukunft mit uns zu verbringen, nachdem er bereits eineinhalb Monate zu einem hoch dotierten Vertrag nur ja sagen hätte müssen oder war dies schon ein Ausfluss nicht den Mut zu haben, sich eindeutig für den VSV und den Teamgeist unserer Mannschaft zu entscheiden? Wir denken mit diesem Hintergrundwissen sollten auch die Kritiker darüber nachdenken ob ein klarer Schritt nicht besser ist, ein zögerliches und für die Mannschaft nicht verständliches Vorgehen zumal nicht nur das Management sondern auch der Trainer und Co Trainer zu 100% von dieser Maßnahme überzeugt sind und diese auch mit vorgeschlagen haben. Wir hoffen, dass durch diese Information die ganzen Ereignisse in einem anderen Licht gesehen werden. Mit seiner Einstellung kann John Hughes dem VSV nicht mehr helfen. Der VSV wird sein Team neu ausrichten, der VSV wird auch nach John Hughes erfolgreich sein. Der VSV braucht Spieler, die mit Stolz für diesen Verein spielen und denen unsere Farben nicht egal sind. Der VSV bedankt sich trotzdem bei John Hughes für die beiden Saisonen und wünscht dem Spieler auf seinem weiteren Weg viel Erfolg!

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