Wie viele Freiluftspiele verträgt die EBEL?

Dienstag, 18.März 2014 - 7:48
cp-d1-wintergame-13-379k.jpg DEL

In der NHL ist die Serie an Freiluftspielen in dieser Saison stark kritisiert worden, in der Erste Bank Eishockey Liga sind für kommende Saison auch mehrere "Open Air Games" geplant. Für eine so kleine Liga vielleicht sogar zu viele und daher fragt man sich, wie viele Freiluftspiele verträgt die EBEL eigentlich?

Als im Jänner 2010 das Kärntner Eishockeyderby vor 30.500 Zuschauern unter freiem Himmel ausgetragen wurde, war das in der EBEL eine Premiere. Die Medien waren begeistert, die Fans und Spieler ebenso - und die Konkurrenten auch. Also wuchsen Pläne in den Köpfen der Vereinsverantwortlichen, ebenfalls Freiluftspiele zu veranstalten. Und es wurden auch wirklich spektakuläre Events abgehalten - Zagreb bat in ein Amphitheater nach Pula, Fehervar in einen Schlossgarten nach Budapest und so ganz nebenbei gab es auch noch das ein oder andere kleinere "Winter Classic".

In die Dimensionen des ersten Freiluftderbys in Kärnten wagte sich aber niemand mehr - die Finanzierbarkeit war nur sehr schwer durchzuführen. Doch das scheint sich nun etwas relativiert zu haben, denn für die nächste Saison gibt es wieder Pläne. Und das nicht für ein Freiluftspiel, sondern gleich für mehrere.

Die Black Wings planen bereits seit über einen Jahr an ihrem Event auf der Gugl, in Klagenfurt soll es auch wieder einen Versuch geben und der HC Innsbruck machte erst kürzlich mit einem Gedanken bezüglich eines Open Air Spiels auf dem Bergisel auf sich aufmerksam. Etwas außerhalb des Radars in Österreich plant Szekesfehervar ebenfalls wieder ein Freiluftspiel, da die Premiere in der aktuellen Saison so gut angekommen ist. Und dann gibt es da noch das Gerücht über die Red Bull Pläne einer Serie von Spielen am Red Bull Ring in der Steiermark...

Wie viel ist zu viel?
Das sind viele Pläne für eine vergleichsweise kleine Liga, wie es die EBEL mit ihren 12 Teilnehmern ist. Das weiß man auch bei den Vereinen und der Liga, denn gerade die Einzigartigkeit eines "Winter Classic" macht diese Events so interessant und spektakulär. Mit jedem zusätzlichen Freiluftspiel sinkt das Interesse der Eishockeyfans, weitere Strecken für eine Anreise in Kauf zu nehmen. Und auch vermarktungstechnisch ist wohl nur ein Open Air Spiel pro Jahr wirklich "gesund" - ebenso medial. Medienpartner ServusTV könnte wohl kaum jedes Wochenende ein neues Megaevent als großartig ankündigen...

Also wird man sich über eine Lösung einigen müssen, wie man mit der geplanten Flut an Freiluftspielen innerhalb der EBEL umgeht. Laut HF.at Informationen müssen derartige Events wegen der Planbarkeit auch in der Liga sehr früh angemeldet werden. Derzeit haben die Linzer offenbar die Nase vorne, weil sie ihr Projekt als erstes Team platziert haben. Es ist zu erwarten, dass man sich wie immer auf einen Kompromiss einigen wird. Auf der Hand liegen würde ein richtig großes Freiluftspiel pro Saison, das dann auch entsprechend öffentlich wahrgenommen wird. Und kleinere Events (wie das in Ungarn zum Beispiel) könnten ebenso durchgeführt werden. Eine echte Entscheidung oder gar Tendenz gibt es innerhalb der Liga dazu allerdings derzeit noch nicht.

In der benachbarten DEL hat man sich übrigens darauf geeinigt, dass man die "Winter Classics" auf Grund er Einzigartigkeit nur alle zwei Jahre stattfinden lassen möchte. Das erste fand vergangenes Jahr in Nürnberg statt, das nächste steigt 2015 in Düsseldorf.

Quelle: