Olympia: Die Jungen müssen es für Finnland richten

Dienstag, 11.Februar 2014 - 11:48
 Reinhard Eisenbauer/eisenbauer.com

Als die Olympischen Spiele das letzte Mal in Europa statttfanden holte Finnland die Bronzemedaille. Mit nur 14 NHL Spielern und einigen wichtigen Spielern, die verletzt ausfallen wartet auf die Suomi aber ein Turnier der Bewährung.

Der Vorrundengegner Österreichs zählt seit Jahren zu den spektakulärsten Teams im internationalen Eishockey. Beherztes Offensivhockey ist das, was den Fans gefällt und meist auch mit Finnland in Verbindung steht. Die Suomi haben bei den letzten beiden Olympiaturnieren jeweils Edelmetall geholt: im Jahr 2010 war es Bronze, vier Jahre zuvor sogar Silber. Gold war dem Team aus dem Land der 1000 Seen aber noch nie vergönnt.

Glaubt man den Experten, dann wird sich daran auch heuer nichts ändern. Wenngleich man eine sehr talentierte Mannschaft an den Start schickt, der allerdings eines fehlt: Erfahrung...

Im Tor hat man mit Antti Niemi, Tuukka Rask und Kari Lehtonen sind zumindest am Papier das mit Abstand beste Torhütertrio im gesamten Turnier. Alle drei Goalies sind in der NHL unter den zwölf besten Torhütern was die Fangquote betrifft. Beeindruckend!

In der Defensive vertrauen die Finnen auf eine Mixtur aus erfahrenen NHL Cracks (Timonen, Salo) und jungen, hungrigen Spielern (Maatta, Vatanen). Diese in Nordamerika geprüften Verteidiger werden um Defender aus Finnland und der KHL ergänzt, die allerdings zum Teil schon NHL Luft geschnuppert haben. Eine solide Hintermannschaft mit Potential, die allerdings erst beweisen muss, dass sie dem Druck von 25 anstürmenden NHLern standhalten kann.

Vorne ist der große, alles überstrahlende Mann Oldie Teemu Selänne, der im Spätherbst seiner Karriere noch einmal bei Olympia antritt. Auch sonst haben die Suomi jede Menge Power im Spiel nach vorne: Olli Jokinen, Tuomo Ruutu, Mikael Granlund - das sind Leute, die auf jeden Fall den Unterschied in der Vorrunde ausmachen können.

Im Vergleich zu den anderen Eishockeynationen haben die Finnen im Sturm allerdings nicht diese übermächtige NHL Power zur Verfügung. Hier baut man auch auf die technisch beschlagenen Stürmer aus der KHL, die sich im Vergleich mit den Spielern aus Nordamerika mit Sicherheit um so mehr ins Zeug legen werden. Dass man mit Mikko Koivu und Valtteri Filppula zwei gestandene NHLer aus verletzungstechnischen Gründen vorgeben muss schmerzt trotzdem, denn diese beiden Angreifer hätten als Stützen tragende Rollen erfüllen sollen.

In den Fachmedien traut man den Finnen lediglich einen Platz im Halbfinale zu. Das würde die Suomi erneut in die Nähe eines Medaillenplatzes bringen und die Edelmetallserie könnte durchaus fortgesetzt werden. In der Vorrunde treffen die Suomi von Trainer Erkka Westerlund auf Österreich, Kanada und Norwegen.

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