Linz hätte Sieg gegen Graz fast vergeigt

Samstag, 28.Dezember 2013 - 19:53
photo_348469_20130222.jpg EXPA Reinhard Eisenbauer

Die Black Wings hatten gegen Graz lange Zeit alles unter Kontrolle, waren klar überlegen und lagen trotzdem 1:3 zurück. Dass es am Ende 3:3 hieß war trotzdem nicht unverdient, der Overtimesieg der Linzer gegen abermals an der Unteren Donaulände sieglose 99ers ebenso wenig. Bereits vom ersten Bully weg versuchten die Black Wings, die Vorgaben ihres Trainers umzusetzen. Und diese lauteten vor allem, im Vergleich zum Gastspiel in Znojmo mehr Aggressivität an den Tag zu legen. Die Grazer hatten in den ersten 20 Minuten alle Hände voll zu tun, den eisläuferisch und spielerisch klar überlegenen Hausherren hinterher zu kommen. Wenn, dann wurden die Murstädter durch Konter gefährlich und hier waren vor allem Olivier Labelle und Olivier Latendresse auffällig. Doch den Großteil des ersten Drittels verlagerten die Linzer ins Angriffsdrittel und deckten Sebastian Stefanniszin mit einigen gefährlichen Schüssen ein. Hedlund, P. Lukas, Murphy und Ulmer - sie alle hatten die Führung am Schläger, als es dann ein abgefälschter Schuss von Curtis Murphy war, der den Grazer Schlussmann bezwang. Das verdiente 1:0, dem die Linzer durchaus noch das ein oder andere Tor hätte folgen lassen können. Allerdings setzte Andrew Kozek seinen Versuch in der 16. Minute an die Stange und auch Pat Leahy traf bei einem Unterzahlkonter nur das Torgestänge. So ging es mit der knappen Führung der Black Wings in die erste Pause und Graz konnte sich nach 20 Minuten, in denen sie wenig Luft bekamen damit trösten, dass man noch immer im Spiel war. 99ers kontern zur Führung, Linz antwortet Und das nützten die 99ers, denn nach wenigen Sekunden tankte sich Roland Kaspitz über rechts durch und spielte quer. Dort stand Olivier Latendresse ganz alleine und hatte keine Mühe, die Scheibe ins Tor zu schieben. Es wurde ganz ruhig in der Linzer Heimarena und es dauerte auch etwas, bis vom Linzer Schwung wieder etwas zu sehen war. Graz zeigt sich deutlich verbessert und hielt nun dagegen. Erst in der 26. Minute kamen die Black Wings gefährlich vors Tor, aber Stefaniszin war zur Stelle. Gerade als die Oberösterreicher wieder Schwung aufzunehmen schienen liefen sie den Steirern in zwei Kontern. Und das binnen 13 Sekunden. Zintis-Nauris Zusevics nutzte ein schnelles Zuspiel zur 99ers Führung, nur Sekunden später war Manuel Ganahl dann der Torschütze des 3:1. Die Grazer hatten den Spielstand auf den Kopf gestellt und zwangen Black Wings Trainer Daum zum Time Out. Das zahlte sich aus, denn seine Mannschaft fand wieder in den Rhythmus und kam durch Daniel Oberkofler zum Anschlusstreffer. Das wiederum gab den Gastgebern Rückenwind und die Linzer drückten gehörig auf den Ausgleich. Zwei Mal mussten dabei die Referees den Videobeweis zu Rate ziehen, entschieden aber immer auf kein Tor. In der 39. Minute war Sebastian Stefaniszin schon geschlagen als Rob Hisey das leere Tor vor sich hatte. Ein Hechtsprung von "Ersatzgoalie" Mario Scalzo verhinderte den Treffer des Linzers aber. Doch nur wenige Augenblicke später war es dann so weit: Brian Lebler bedankte sich, als zwei Grazer an der eigenen blauen Linie die Scheibe vertändelten und war wie beim Penalty Schießen auf und davon. Der Torjäger ließ sich nicht zwei Mal bitten und erzielte 55 Sekunden vor der Pause das 3:3. Mit diesem Unentschieden ging es ins letzte Drittel. Die Grazer hatten mit wenigen Torschüssen eine gute Ausgangslage geschaffen, während die Linzer trotz klarer Überlegenheit viele Chancen liegen gelassen hatten. Zu Beginn des letzten Drittels war dann auch der Schwung der Oberösterreicher wie weggeblasen und die Mannen von Trainer Matikainen setzten sich sogar im Angriffsdrittel fest. Echte Höhepunkte waren nicht mehr vorhanden, allerdings verbissen sich die Steirer nun in dieses Match und erarbeiteten sich immer mehr Chancen. Guillaume Latendresse hatte in der 51. Minute einen schönen Soloauftritt, wurde aber durch ein Foul gestoppt. Wenig später folgte ein weiterer Linzer und die Steirer hatten fast 100 Sekunden lang zwei Mann mehr am Eis. Dabei verabsäumten sie es aber, Druck aufzubauen und blieben sogar ohne echte Torchance. In der Schlussphase ging das Match schließlich hin und her, einen Sieger gab es in regulärer Zeit aber nicht mehr. In der fälligen Verlängerung sorgte auch Pat Leahy für eine Verlängerung. Der Linzer Stürmer staubte nach knapp einer Minute zum 4:3 für die Black Wings ab und sorgte damit dafür, dass die Murstädter wieder einmal sieglos von der Donau abreisen mussten. Und für die Stahlstädter war es ein ganz großer Schritt in Richtung Viertelfinale, während sich Graz durchaus über einen gewonnenen Punkt freuen kann. EHC LIWEST Linz - Moser Medical Graz 99ers 4:3 n.V. (1:0, 2:3, 0:0, 1:0) Zuschauer: 4.000 Referees: FALKNER R.; SMETANA L.; HOFER F., NOTHEGGER D. Tore: MURPHY C. (08:23 / DORION M., MORAN B.), OBERKOFLER D. (31:54 / LUKAS R.), LEBLER B. (39:05), LEAHY P. (60:58 / LUKAS P., HEDLUND A.) resp. LATENDRESSE O. (20:36 / KASPITZ R., VANBALLEGOOIE D.), ZUSEVICS Z. (29:12 / LABELLE O., KASPITZ R.), GANAHL M. (29:25 / DAY G., LEFEBVRE G.) Goalkeepers: HIRN L. (60 min. / 31 SA. / 3 GA.) resp. STEFANISZIN S. (60 min. / 42 SA. / 4 GA.) Penalty in minuten: 10 resp. 14 Die Kader: EHC LIWEST Linz: BAUMGARTNER G., DECHEL T., DORION M., FECHTIG B., HEDLUND A., HIRN L., HISEY R., IBERER M., KOZEK A., LEAHY P., LEBLER B., LUKAS P., LUKAS R., MACDONALD F., MAYR M., MITTERDORFER D., MORAN B., MURPHY C., OBERKOFLER D., SCHOLZ F., SPANNRING P., ULMER J. Moser Medical Graz 99ers: COULOMBE P., DAY G., GANAHL M., KASPITZ R., KONECNY L., LABELLE O., LASSEN S., LATENDRESSE O., LEFEBVRE G., LEMIEUX F., MODERER K., PICARD A., REINTHALER K., SABOURIN D., SCALZO M., STEFANISZIN S., STROHMEIER R., VANBALLEGOOIE D., WIEDERGUT A., ZUSEVICS Z.

Quelle: Erste Bank Liga