Österreich stürmt mit Kantersieg in die A-Gruppe zurück

Donnerstag, 19.April 2012 - 18:51
photo_237860_20120418.jpg EXPA Sportida Matic Klansek Velej

Österreichs Eishockey ist wieder erstklassig! Das Team Austria setzte sich im vorletzten Match der B-WM in Ljubljana gegen Ungarn mit 7:2 durch und fixierte damit bereits frühzeitig den Wiederaufstieg in die Weltelite. Platz 2 im Turnier ist damit bereits sicher, am Samstag geht es im letzten Spiel gegen Slowenien um den Turniersieg. Reagiert hat Österreichs Teamführung auf die blamable Leistung vom Vortag und vor dem Spiel gegen Ungarn die Formationen im Angriff umgebaut. Das sollte neuen Schwung in die Offensivbemühungen beim Team Austria bringen, was gegen die EBEL gespickte Auswahl der Magyaren auch dringend nötig war. Das merkte man bereits in der dritten Minute, als Janos Hari einen ersten gefährlichen Warnschuss auf Bernhard Starkbaum abgab. Es war dann ein Spieler aus Dunaujvaros, der die zahlreichen Fans aus Ungarn zum jubeln brachte. In der 5. Minute stand er für kurze Zeit am langen Eck ungedeckt frei und konnte dort stehen das 1:0 für die Magyaren erzielen. Erstmals bei dieser WM geriet Österreich bei einem Spiel in Rückstand – und das zu einem sehr frühen Zeitpunkt. Doch die rot-weiß-rote Truppe antwortete prompt, nahm Fahrt auf und kam in der 7. Minute durch Stefan Geier zum sehr sehenswerten Ausgleich. Dieser und ein nachfolgendes Power Play gaben dem ÖEHV Team kurzfristig Aufwind, doch während man selbst die Überzahl nicht nutzen konnten, machten es die Ungarn im Anschluss besser. Als Manuel Geier auf der Strafbank saß, verwertete Marton Vas einen Abpraller zur 2:1 Führung und offenbarte damit einmal mehr die massive Penalty Killing Problematik beim Team Austria. Das bestätigte sich auch beim zweiten Unterzahlspiel, in dem die Ungarn erneut großen Druck auf das Gehäuse der Österreicher ausübten, aber es war Michael Grabner, der im Break die größte Chance in dieser Phase hatte. Der NHL Profi verstolperte seine penalty-ähnliche Situation und es blieb bei der knappen Führung. Das änderte sich bis zur ersten Drittelpause nicht, die Magyaren nahmen dieses 1:2 in den zweiten Abschnitt mit. Die Tormöglichkeiten wären vorhanden gewesen, doch die Effizienz aus den ersten beiden Turnierspielen war noch nicht vorhanden. Es gab also durchaus Verbesserungspotential, auch was die Aggressivität im Spiel betraf, in Richtung Abschnitt Nummer 2. Diesen begannen die ÖEHV Schützlinge mit einem frühen Power Play und wenig später sogar mit zwei Mann mehr. Die Riesenchance für das Team Austria, um bei 5 gegen 3 den Ausgleich zu erzielen – und sie wurde genützt. Gerhard Unterluggauer zog im Nachschuss knallhart ab und traf in der 24. Minute zum 2:2. Die ersten zehn Minuten im Mitteldrittel gehörten ganz klar der Mannschaft von Manny Viveiros, die zwar optisch überlegen, aber nicht druckvoll genug war. Den Schwung nahmen sich die rot-weiß-roten Teamspieler selbst wieder, als sie gleich drei Mal in Folge auf die Strafbank mussten. Das brach den Rhythmus und die Ungarn konnten in der Defensive durchatmen. Kaum wieder komplett schlugen die Österreicher dann aber endlich zu: 71 Sekunden vor Drittelende feuerte Michael Grabner von der blauen Linie auf das gegnerische Gehäuse und Manuel Latusa beförderte die Scheibe mit der Schlägerspitze ins kurze Eck. Das 3:2 zum psychologisch extrem wichtigen Zeitpunkt und mit dieser Führung ging es auch die letzten 20 Minuten. Dank eines Power Plays starteten die ÖEHV Schützlinge druckvoll und mit einigen richtig guten Torchancen, die jedoch allesamt nicht zum erhofften schnellen vierten Treffer führten. Das änderte sich dann aber in der 44. Minute, als ein Schuss von Patrick Harand direkt vor Bence Balizs noch unglücklich abgefälscht wurde und der ungarische Torhüter ins Leere griff. Das 4:2 für das Team Austria, das auch in weiterer Folge Druck ausübte. Vor allem Michael Grabner blühte in seiner neu zusammengesetzten Linie so richtig auf und absolvierte sein bestes Turnierspiel in Slowenien. Während die rot-weiß-roten Fans auf der Tribüne bereits in Feierstimmung waren, hatten die Österreicher am Eis noch zu kämpfen. Die Zeit lief zwar für die Viveiros-Truppe, doch Ungarn blies zum finalen Großangriff. So oft Bernhard Starkbaum im Verlauf des WM Turniers bislang unsicher gewirkt und mit Patzern auf sich aufmerksam gemacht hatte, jetzt stand der Torhüter bombensicher. Und vorne hatte man eine neue Waffe: Gerhard Unterluggauer. Der Verteidiger zog in der 52. Minute mit einem One Timer von der blauen Linie ab und beförderte das Spielgerät zum 5:2 ins Netz. Sein zweites Tor an diesem Abend und die Vorentscheidung in diesem wichtigen Match. Die Magyaren gaben sich nach diesem Treffer auf und kassierten prompt durch Manuel Latusa sogar noch das 2:6 und Gregor Baumgartner legte auch noch das 7:2 drauf. Mit diesem am Ende viel zu klaren Sieg sicherte sich Österreich bereits frühzeitig den Aufstieg in die A-Gruppe und kehrt damit abermals im Jahr nach dem Abstieg sofort wieder zur Weltelite zurück. Den morgigen spielfreien Tag können die Spieler nun so richtig genießen, um dann am Samstag gegen Gastgeber Slowenien um den Turniersieg zu kämpfen. Ungarn - Österreich 2:7 (2:1, 0:2, 0:4) Tore: 04:50 1:0 GALANISZ Nikandrosz (MAGOSI Balint/BARTALIS Istvan) 06:27 1:1 GEIER Stefan (KIRISITS Johannes/REICHEL Johannes) 10:47 2:1 VAS Marton (LADANYI Balazs) - PP 22:58 2:2 UNTERLUGGAUER Gerhard - PP2 38:49 2:3 LATUSA Manuel (GRABNER Michael) 43:26 2:4 HARAND Patrick (OBERKOFLER Daniel) 51:58 2:5 UNTERLUGGAUER Gerhard (GRABNER Michael) 53:38 2:6 LATUSA Manuel (BAUMGARTNER Gregor/TRATTNIG Matthias) - PP 55:36 2:7 BAUMGARTNER Gregor (TRATTNIG Matthias/HUNDERTPFUND Thomas) Schüsse: 20:40 Strafen: 22:20

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