HF.at Ligacheck – EBEL Woche 13

Montag, 12.Dezember 2011 - 21:23
 Hockeyfans.at/Reinhard Eisenbauer

Pause Teil 2! Die Erste Bank Eishockey Liga darf wieder durchatmen und begibt sich zum zweiten Mal in dieser Saison in das „international Break“. In den letzten Runden hat sich das Feld wieder enger zusammengeschoben und es ist angerichtet für den Endspurt in der ersten Phase des Grunddurchgangs. Es dürfte spannend werden... ###Das war in Woche 13... Wenn man sich die Tabelle der Erste Bank Eishockey Liga zu Gemüte führt, dann bemerkt man, dass sich die Konkurrenz wieder etwas zusammen schiebt. Vorne setzen sich Linz und Salzburg etwas ab, wobei der Leader aus Oberösterreich schön langsam den Bullen-Atem in Nacken spürt. Dahinter tut sich ein Mittelfeld auf, das von Platz 3 bis 6 nur durch 5 Punkte getrennt ist. Dahinter sind mit Wien und Villach zwei Mannschaften klassiert, die noch um die Fixqualifikation für die Play Offs rittern. Graz, Znojmo und Jesenice scheinen im hinteren Tabellendrittel einzementiert zu sein. Interessant auch, dass sich in der letzten Woche ab Rang 7 keine Änderung der Platzierungen ergeben haben. Und erstmals in dieser Saison wurden alle EBEL Partien innerhalb einer Woche nach regulärer Spielzeit entschieden – in den vergangenen drei Runden gab es weder Overtime noch Penaltyschießen. Das dürfte sich nach der Ligapause wieder ändern, denn die EBEL geht in ihre entscheidende Phase, was die vorzeitige Qualifikation für die Play Offs betrifft. Nur noch vier Wochen Eishockey stehen nach dem Break ins Haus, denn am 20. Jänner steht dann fest, wer bereits für die Play Offs planen kann. Vorentscheidungen hat er es hier noch keine gegeben, doch spätestens ab de Weihnachtsspielen wird es so richtig heiß hergehen, denn dann kann jeder Punkt darüber entscheiden, ob man in die untere Zwischenrunde muss, in der sich nur zwei von fünf Teams für die Play Offs qualifizieren werden. Daher könnte sich auch was die Transfers betrifft noch einiges in der Liga tun. Erste Anzeichen dafür gab es schon, indem sich zum Beispiel Klagenfurt, Villach und Zagreb von Legionären getrennt haben. In Jesenice wurde der Angriff wieder etwas aufgebessert, was vor allem hinsichtlich der Zwischenrunde wichtig werden könnte. Der Aufreger schlechthin war in der vergangenen Woche die Tatsache, dass erstmals auch zwei Schiedsrichter gesperrt wurden. Pavel Cervenak darf gleich vier Wochen keine EBEL Partie mehr pfeifen, weil er eine Tätlichkeit des Laibacher Schlussmanns Lamoureux nicht geahndet hat. Die Tätlichkeit war offensichtlich und auch noch gegen den Referee selbst gerichtet, was in der Vergangenheit bei Rafael Rotter zum Beispiel eine lange Sperre nach sich zog. Die Schiedsrichter stehen ohnehin im Mittelpunkt der Kritik, wenngleich das von Seiten der Vereine und Spieler nicht mehr öffentlich geäußert wird. Da zeigt der „Maulkorb“ der Liga Wirkung und man hat als nicht ganz so involvierter Beobachter vielleicht sogar den Eindruck, als würden sich die Leistungen verbessern. Tatsache ist, dass sich einige Dinge (zB Kommunikation) erheblich gebessert haben, die diskussionswürdigen Entscheidungen aber weiterhin in großer Anzahl vorhanden sind. Das regt auf, wenn man allerdings ganz ehrlich ist, werden sich solche „Allerweltsentscheidungen“ über eine ganze Saison gesehen vermutlich so gleichmäßig verteilen, dass hier keine Benachteiligung gegeben ist. Wie das österreichische Eishockey international da steht, wird sich am kommenden Wochenende zeigen. Da trifft das Team Austria im Rahmen des Österreich Cups auf die Schweiz und den Sieger aus Slowakei gegen Weißrussland. In Salzburg darf sich der aktuelle EBEL Meister im Salute ebenfalls mit der europäischen Spitze messen, muss dabei allerdings auf Gastspieler zurückgreifen. Die Diskussion um die Abstellung der Nationalteamspieler fürs ÖEHV Team bei gleichzeitiger Salute Teilnahme wurde hier in den vergangenen Wochen schon mehrmals thematisiert. Der Aufreger der kommenden Woche steht auch schon fest: am Dienstag steigt in Klagenfurt die Präsidentensitzung der Erste Bank Eishockey Liga und schon jetzt ist klar, dass es ein harter Termin wird. Die Capitals haben bereits im Vorfeld angekündigt, dass die Punkteregel auslaufen soll und man den Antrag stellen werde, die Regularien dem europäischen Recht entsprechend gestalten zu wollen. Das bedeutet die Freigabe der Legionärsbeschränkung – zumindest für EU Ausländer. Dem Antrag dürfte sich auch Salzburg anschließen. Es wird wohl heiß diskutiert werden bei dieser Sitzung – wie immer Anfang Dezember sind wirkliche Entscheidungen erst später zu erwarten. Jetzt werden die Reviere abgesteckt, laut gebellt und dann wird geschaut, wer sich durchsetzen kann. HF.at blickt auch nach Woche 13 kurz zurück und schaut, wie es den einzelnen Teams so ergangen ist in den letzten Runden des Wochenendes. Mit den Auf- und Absteigern, den Überraschungen und auch den Spielern der Woche. ###Die Ränge 1 bis 5 1. Black Wings Linz (2 Siege, 4 Punkte, 13:8 Tore) Die Luft an der Tabellenspitze wird für die Linzer immer dünner. Zur Erinnerung: die Black Wings waren erst kürzlich noch 9 Zähler vor dem ersten Verfolger, zu Beginn der zweiten Pause sind es nur noch fünf. Die Situation erinnert allerdings frappant an die erste Unterbrechung im Meisterschaftsbetrieb. Damals verloren die Oberösterreicher gegen Underdog Villach, dieses Mal war es wieder mal Znojmo, das die Stahlstädter zum stolpern brachte. Noch ist das kein Beinbruch, denn zuvor hatte die Mannschaft von Rob Daum die Vienna Captals und Jesenice sehr deutlich geschlagen. Zumindest der Auftritt in Wien war dabei sehr clever und höchst effizient, gegen Jesenice folgte ein souveräner Heimsieg. Interessant allerdings, dass es Daum nicht gelingt, sein Team gegen Nachzügler Znaim entsprechend zu motivieren bzw. einzustellen. Schon jetzt hoffen die Fans in Oberösterreich, dass man in einem möglichen Viertelfinale nicht auf die Tschechen trifft. Das hätte echtes Sensationspotential, wenn man die bisherigen drei Vergleiche heranzieht. Höchst spannend geht es für die Black Wings auch in die nächsten drei Spiele. Direkt nach der Pause bekommen es die Linzer mit Meister Salzburg zu tun – und das noch dazu auswärts! Kassieren die Daum-Schützlinge in dieser Partie die nächste Pleite, dann wäre der Vorsprung auf 3 Punkte geschrumpft. Es ist also angerichtet für eine Schlagerpartie. Bereits im letzten Vergleich lieferten die beiden Kontrahenten eines der besten Spiele der laufenden Saison. Am Donnerstag vor Weihnachten stehen die Stahlstädter dann das letzte Mal im Jahr 2011 auf heimischem Eis. Der Gegner kommt aus Graz und in dieser Saison noch keinen Punkt gegen Linz gemacht. Dabei wird die Linzer Eissporthalle so gut gefüllt sein, wie noch überhaupt nicht in dieser Saison – und die Black Wings agieren in Sonderdressen, die im Anschluss verkauft werden. Der Erlös geht an die SOS Kinderdörer in OÖ. Nach Weihnachten geht es mit den Knallerpartien: zum letzten Mal im Grunddurchgang wartet der KAC. Im letzten Spiel am Wörthersee gab es eine Niederlage, danach einen klaren Erfolg. Doch auch die Rotjacken scheinen sich langsam zu fangen und es muss abgewartet werden, wie sich die Kräfte nach der Pause darstellen. Nach dem ersten Break waren die Stahlstädter nicht mehr ganz so souverän, nun sollte man wieder zu mehr Aggressivität und Konzentration finden. Die heikle Phase des Grunddurchgangs steht vor der Tür... Spieler der Woche: Pat Leahy (2 Tore, 5 Assists), der maßgeblich an den beiden Siegen in der vergangenen Woche beteiligt war. Gegen Wien vier Punkte, gegen Jesenice drei – und in der Punkteliste damit in den Top 10. Die nächsten Spiele: 20.12. RBS (A), 22.12. G99 (H), 26.12. KAC (A) 2. Red Bull Salzburg (3 Siege, 6 Punkte, 16:8 Tore) Bemerkenswert war die vergangenen Woche aus Salzburger Sicht. Die Page Truppe begann sich bereits, wie erwartet, auf das Salute zu konzentrieren und schonte daher viele Leistungsträger. Die Jungen wurden ins Gefecht geworfen und kehrten prompt mit dem Punktemaximum zurück! Kein anderes Team hat in den letzten 3 Runden 6 Punkte gemacht und somit hat der Meister nach Siegen gegen Zagreb, Graz und Jesenice Boden Richtung Tabellenspitze gut gemacht. Dass man sich gegen die Kellerkinder aus der Steiermark und Slowenien durchsetzen würde können, hätte man vielleicht noch erwarten können, aber die Mozartstädter stoppten auch die Bären aus Zagreb – und das in äußerst beeindruckender Manier. Dabei zeigte auch Backup Höneckl auf und feierte einen sicheren Heimsieg. Trotzdem gilt die volle Konzentration dem hauseigenen Salute Turnier, das immerhin als das Finale der European Trophy herhält und somit das wichtigste Turnier auf Clubebene ist. Am Wochenende wartet ein hartes und kräfteraubendes Programm und es wird sich zeigen, ob selbst der breite Kader der Bullen dem gewachsen ist. Wenn Salzburg am Dienstag nach der Pause in den EBEL Alltag zurück kehrt, wird es für viele Spieler das dritte oder vierte Match innerhalb von nur 5 Tagen sein – je nachdem, wie man sich beim Salute schlägt. Das geht an die Substanz, da es aber gegen Leader Linz geht, könnte das zusätzliche Kräfte frei setzen. Immerhin haben die Bullen zuletzt gehörig Boden gut gemacht in Richtung Platz 1, noch wichtiger ist aber der Abstand zu den eigenen Verfolgern. Der beträgt auch schon vier Punkte und somit kann man sich sogar eine Post-Salute-Schwächephase leisten, ohne gleich wieder in der Tabelle durchgereicht zu werden. Der Spielplan meint es aber nicht schlecht mit den Bullen, denn nach der Pause stehen zwei Heimspiele an – anstrengende Reisen stehen somit nicht am Programm. Und am 26. Dezember ist man überhaupt spielfrei, kann sich also auf das intensive Matchprogramm rund um den Jahrenswechsel perfekt vorbereiten und dazwischen auch ein wenig regenerieren. Gerade zu Hause sind die Mozartstädter nun wieder eine Macht und mit 26 Punkten aus 15 Spielen auch die Nummer 1 der Liga. Gemeinsam mit den Black Wings hat man auch schon die 100er Marke bei den erzielten Treffern übersprungen und unterstrich mit 16 Treffern in der letzten Woche, dass die Tormaschine wieder zu schnurren begonnen hat. Spieler der Woche: Ryan Kavanagh (2 Tore, 2 Assists), der sich endlich wieder in die Torschützenliste eintragen konnte und erstmals seit Runde 18 getroffen hat. Immerhin 25% aller Bullen-Tore hatten irgendwas mit ihm zu tun. Die nächsten Spiele: 20.12. BWL (H), 22.12. VSV (H), 26.12. spielfrei 3. Medvescak Zagreb (1 Sieg, 2 Punkte, 7:9 Tore) Die Kroaten wurden in der letzten Woche ein wenig unsanft vom Himmel geholt und mussten ihre beeindruckende Siegesserie beenden. In Salzburg hatten die Kroaten nicht die geringste Chance und verloren nach fünf Siegen in Folge wieder ein Match. In den letzten 15 Partien war das ein äußerst seltenes Erlebnis, denn in diesem Zeitraum gab es 13 Siege – unglaublich! Trotz diesem Lauf und dem fast schon traditionellen Sieg am Freitag in Laibach verloren die Bären aber einen Platz in der Tabelle. Dass man nun gleich vier Punkte gegenüber den Salzburgern aufzuholen hat liegt auch daran, dass die Kroaten am Sonntag spielfrei waren und somit eine ganz lange Ligapause dazu verwenden können, um Schwung zu nehmen. Medvescak wird sich aber nicht ausruhen, sondern feiert seinen runden Vereinsgeburtstag mit Stil. Am Samstag treffen die Bären auf Dinamo Moskau und spielen sich damit für die nächsten Aufgaben ein. Diese lauten in der EBEL dann Villach, Fehervar und Graz. Alles sehr unangenehme Gegner, die hungrig sind, um sich in der Tabelle weiter zu verbessern. Für die Bären geht es nun auch darum, sich für das heimliche Highlight ihrer Saison warm zu schießen. Die „Ice-Fever“ Serie im Jänner kommt immer näher und wenn man dann noch in Reichweite der Topplätze ist, dann ist alles möglich! Selbst, wenn man derzeit nur Mittelmaß in der Heimtabelle ist, denn keine andere Mannschaft hat so wenige Heimspiele absolviert wie die Kroaten. Das wird sich aber wie gesagt ändern. Weiterhin schwer beeindruckend sind die Special Teams: das beste Power Play (26,5%) steht einem richtig schlechten Penalty Killing gegenüber (Rang 7, 80,42%). Torhüter Robert Kristan hat mit seinen 93,93% Fangquote auch wieder die Führung in der Statistikwertung der Goalies übernommen und mit 9 Shorthandern führen die Kroaten auch diese Wertung überlegen an. Wenn man jetzt auch noch die Disziplin unter Kontrolle bekommt, dann wird aus Zagreb mehr als nur ein Insidertipp auf den Titel. Umso mehr, da man seit letzter Woche auch noch die beste Defensive der Liga stellt! Spieler der Woche: Vyacheslav Trukhno (1 Tor, 2 Assists), der gegen Laibach den Sieg praktisch im Alleingang fixierte und zuletzt in drei von vier Spielen gepunktet hat. Die nächsten Spiele: 20.12. VSV (A), 22.12. AVS (A), 26.12. G99 (H) 4. Olimpija Ljubljana (2 Siege, 4 Punkte, 11:8 Tore) Wieder steil nach oben zeigt die Formkurve der Drachen aus Laibach, die sich von ihrem kleinen Zwischentief erholt zeigten und zurück auf die Siegerstraße kehrten. In Klagenfurt und zu Hause gegen Wien gab es überzeugende Erfolge und wichtige Punkte, welche Olimpija auf Rang 4 zurück brachten. Schmerzhaft ist allerdings die Tatsache, dass man es wieder nicht geschafft hat, gegen Zagreb ein Heimspiel zu gewinnen. Seit die Kroaten in der EBEL sind, hat Ljubljana noch keine einzige Partie vor eigenem Publikum gegen die Bären für sich entscheiden können! Dennoch sieht es derzeit recht gut aus für die Slowenen, die schon seit Wochen konstant in den Top 6 stehen und auf Platz 7 fünf Punkte Vorsprung haben. Diesen könnte man nach der Ligapause sogar noch ausbauen, denn mit den Partien in Graz und Jesenice geht es gegen Mannschaften, die zuletzt kaum Siege einfahren konnten. Auffällig ist die Fairness, mit der Ljubljana in dieser Saison ans Werk geht – nur der KAC und Fehervar kassieren weniger Strafen! Das hilft, denn das Penalty Killing der Drachen ist nur mittelmäßig und auch das Power Play reiht sich im Mittelfeld der EBEL ein. Kein Wunder, dass man eher durch Defensivstärke, denn mit Offensivkraft in den Hinterköpfen der Fans ist. Mit nur 83 erzielten Toren ist man im unteren Tabellendrittel der Liga zu finden. Vor allem auswärts gibt es noch deutliches Verbesserungspotential bei Olimpija, das erst 12 Punkte in der Fremde gesammelt hat und in den letzten 6 Auswärtsspielen nur zwei Siege feiern konnte. Dabei erzielten die Drachen lediglich 8 Tore! Aber gerade rechtzeitig zur Pause scheinen sich die Slowenen von ihrem Tief wieder erfangen zu haben, was es allerdings ab 20. Dezember zu bestätigen gilt. Die Direkt-Quali für die Play Offs scheint zum Greifen nahe, jetzt bedarf es der zuletzt fehlenden Konstanz, um sich diese auch zu sichern. Spieler der Woche: John Hughes (4 Tore, 3 Assists), der seine beängstigende Scoringserie fortsetzt und nun schon sechs Spiele in Folge gepunktet hat. In den letzten 12 Spielen gab es 10 Mal Punkte, insgesamt erst sechs Partien, in denen Hughes nicht gescort hat. Die nächsten Spiele: 20.12. G99 (A), 22.12.spielfrei, 26.12. HKJ (A) 5. KAC (2 Siege, 4 Punkte, 11:8 Tore) Über den Kampf und die Arbeit scheint sich der KAC ganz langsam am eigenen Schopf aus der Krise zu ziehen. Zwar begann auch die letzte Woche mit einer Niederlage (3:4 gegen Fehervar), danach war es aber Zeit, Selbstvertrauen zu tanken. Im Derby siegten die Rotjacken sicher gegen Villach, am Sonntag folgte dann auch noch ein Erfolg gegen Graz. Das alles waren zwar keine Glanzleistungen, aber immerhin hat das Team von Manny Viveiros Charakter gezeigt und vor allem auch dank der Inländer im Team wieder Punkte geholt! Kaum gelang das, rutschte der KAC auch in der Tabelle wieder nach oben und ist neuer Fünfter. Die Pause könnte also für die Rotjacken zum unglücklichsten Zeitpunkt kommen: gerade als die Kärntner wieder in Schwung kamen, kam auch die Unterbrechung. Somit wird es ganz wichtig sein, dass die Lindwurmstädter im ersten Spiel nach dem Break gleich voll durchstarten und sich gegen Znojmo keinen Umfaller leisten. Das gerade erst ganz leicht aufgebaute Selbstvertrauen sollte wie eine Jungpflanze gepflegt werden, denn nach den Tschechen kommen schwere Aufgaben: auswärts in Wien und daheim gegen Linz wird sich zeigen, ob das Tief der Kärntner schon überwunden ist. Es könnte der Derbysieg vom Freitag sein, der als eine Art Initialzündung fungiert und den Rotjacken wieder Leben eingehaucht hat. Noch immer gibt es aber jede Menge Verbesserungspotential, was zu diesem Zeitpunkt in der Meisterschaft beruhigend sein sollte. Der Großteil der Legionäre bleiben weiter hinter den Erwartungen zurück, die renommierten Österreicher bringen auch nicht das, was man sich von ihnen erwartet hätte und vor allem die Special Teams sind eine Tragödie (PK Platz 8, PP Platz 8). Trotzdem haben die Kärntner dank eines guten Starts noch immer vier Punkte Vorsprung auf jene Plätze, welche die untere Zwischenrunde bedeuten würde. Das erste Ziel wird nun lauten, dass man die Top 6 erreichen wird, danach geht es ohnehin wieder von vorne los und es ist alles möglich. Spieler der Woche: Gregor Hager (3 Tore), der erstmals seit Anfang November wieder ins Schwarze traf und daran so viel Gefallen fand, dass er gleich drei Tore machte! Die nächsten Spiele: 20.12. ZNA (H), 22.12.VIC (A), 26.12. BWL (H) ###Die Ränge 6 bis 11 6. Fehervar (1 Siege, 2 Punkte, 9:7 Tore) Nur zwei Partien hatten die Ungarn in der letzten Woche zu absolvieren, was den „Absturz“ aus den Top 5 vielleicht erklärt. Die Woche begann für Szekesfehervar verheißungsvoll, denn am Freitag fertigten die Magyaren Verfolger Wien sicher mit 6:2 ab und tankten damit eine gehörige Portion Selbstvertrauen. Dass es dann am Sonntag in Villach eine Niederlage gegen einen weiteren Verfolger gab, tut dann zwar weh, ist allerdings leichter zu verschmerzen, wenn man weiterhin im Rennen um die Play Off Quali bleibt. Die Siegesserie der Ungarn wurde zwar vom VSV beendet, doch noch hat Fehervar auf den ersten Verfolger drei Punkte Vorsprung – und das bei einem Spiel weniger am Programm! Und auch das Programm nach der Pause spielt Szekesfehervar in die Karten: die Teufel treffen in den nächsten drei Runden auf Jesenice und Znaim – derzeit die beiden am schlechtesten platzierten Teams der Liga. Das sollte man dann also doch als „Pflichtsiege“ deklarieren. Dazwischen ist am 22. Dezember das Heimspiel gegen Zagreb angesetzt. Die Kroaten waren in den letzten Wochen das heißeste Team der Liga und mausern sich immer mehr zum Titelaspiranten. Das erste Heimspiel gegen die Bären konnten die roten Teufel ganz knapp für sich entscheiden, jetzt soll im dritten Saisonvergleich der zweite Sieg her. Die erste Woche nach der Unterbrechung wird also besonders wichtig für die Magyaren, um den Punktepolster nach hinten wieder etwas deutlicher zu gestalten. Die Schlüssel zum Erfolg Szekesfehervars sind weiterhin die Disziplin (fairstes Team der Liga) und die Torgefährlichkeit mit der besten Effizienz vor dem gegnerischen Gehäuse. Übrigens: nur Jesenice hat bislang weniger oft aufs Tor geschossen, als Fehervar. Fast schon sensationell, dass die Ungarn die viertmeisten Tore der Liga erzielt hat! Spieler der Woche: Derek Ryan (3 Tore, 2 Assists), der Hauptgrund, warum es so gut für Fehervar läuft. Elf Mal in Folge gepunktet, bester Torschütze der Liga und schon das zweite Vierpunktespiel der Saison! Die nächsten Spiele: 20.12. HKJ (A), 22.12.ZAG (H), 26.12. ZNA (H) 7. Vienna Capitals (0 Siege, 0 Punkte, 4:15 Tore) Langsam aber sicher ist auch der letzte Optimist in Wien vergrault. Die Vienna Capitals setzen ihre Minusserie fort und haben nun schon vier Mal in Serie verloren. In der letzten Woche gelangen den Hauptstädtern in drei Spielen überhaupt nur drei Tore! Die Top 6 geraten immer weiter aus dem Blickfeld und die Kritik wird immer lauter. Ein klares Indiz dafür, dass es rund geht bei den Wienern ist, wenn sich der Präsident zu Wort meldet. Und das tat er auch schon, hat den Spielern die Rute ins Fenster gestellt und den Druck erhöht. Inzwischen geht es auch schon um die Verträge für die nächste Saison und der Chef will sich nur von Leistungen überzeugen lassen. Die Wiener agieren weiterhin ohne Feuer, die Legionäre sind keine herausragenden Spielerpersönlichkeiten oder leisten sich zu viele Strafen und inzwischen forciert auch Tommy Samuelsson fast nur noch die Top 3 Sturmlinien. Was die Hauptstädter aber wirklich schmerzen wird, ist die Tatsache, dass diese vier Niederlagen gegen Mannschaften aus den Top 5 passiert sind. Ein Zeichen dafür, dass man der Konkurrenz nicht näher kommt, sondern auch für den Rest des Grunddurchgangs gegen Kaliber wie Graz, Jesenice, Znaim Pflichtpunkte holen muss. Die echten Gegner sind derzeit die Wiener selbst, denn die Capitals schaffen es derzeit einfach nicht, zu überzeugen. Fehler im Spielaufbau, ein unglaublich schwaches Power Play, das mieseste Penalty Killing der Liga und in den entscheidenden Spielmomenten dann auch noch weggeworfene Nerven – das sind die Ingredienzen für eine Saison die man als Titelaspirant gestartet hat und das Potential für eine unglaubliche Enttäuschung hat. Aber noch ist nichts verloren, denn selbst die Top 6 sind noch greifbar. Dazu muss das Samuelsson Team aber fast alles anders machen, als bisher. Es schient fast so, als hätten die Capitals den Spaß verloren. Nichts geht mehr aus einem Guss, selbst die Topstars der letzten Saison wirken gehemmt. Das mag am Trainer liegen, hat aber auch damit zu tun, dass es in der „Krise“ nicht einfach ist, den Kopf frei zu bekommen. Jetzt ist vor allem Ruhe gefragt, denn personell werden die Wiener keine großen Sprünge mehr machen können. Nur noch ein Tauschvorgang ist möglich – und den wird man sich lange aufsparen, um eventuelle Verletzungen womöglich noch auffangen zu können. In der Woche nach der Pause müssen allerdings Punkte her, denn sonst fährt der Top 6 Zug immer weiter davon. Am Dienstag spielfrei, dann folgt ein Kärntner Doppel. Gegner, die in direkter Konkurrenz um die anvisierten Plätze stehen. Niederlagen darf man sich da fast nicht leisten.... Spieler der Woche: Daniel Nageler, der erstmals seit Runde 18 wieder einen Punkt gesammelt hat. Jetzt fehlt nur noch das nächste Tor, denn seit Anfang November wartet er auch darauf. Die nächsten Spiele: 20.12. spielfrei, 22.12.KAC (H), 26.12. VSV (A) 8. Villacher SV (1 Sieg, 2 Punkte, 7:12 Tore) Zumindest ins Stocken geraten ist die Aufholjagd der Villacher Adler, die in der letzten Woche zwei Niederlagen kassierten. Besonders bemerkenswert ist das klare 1:5 in Znojmo, wo man den Gegner wohl etwas unterschätzt hatte. Am Freitag wurde man dann auch noch vom Erzrivalen aus Klagenfurt geschlagen und war plötzlich wieder unter Druck. Die Siegesserie der letzten Wochen war fast schon vergessen und das frisch aufgebaute Ego ramponiert. Zum Glück gelang dann in Szekesfehervar ein effizienter Auftritt und ein wichtiger Sieg, der die Adler in der Tabelle noch immer in Lauerstellung verharren lassen. Die Kärntner profitieren derzeit vor allem von den Selbstfallern der Konkurrenz, die es nicht schafft, sich vorne etwas abzusetzen. So hat der VSV für die letzte Phase des ersten Grunddurchgangs noch alle Möglichkeiten, muss aber weiterhin die Intensität hoch halten. Schon seit Wochen spielen die Draustädter „Play Offs“, denn nur mit Kraftanstrengungen und ungewöhnlichen Leistungen hat man es aus dem Keller geschafft. Dass es nicht ganz so einfach weiter gehen würde, war wohl allen klar, jetzt müssen die Stewart-Schützlinge die Ärmel hoch krempeln und nach der Pause beweisen, dass sie das Potential für die Top 6 haben. Es warten drei Partien gegen Gegner, die in der Tabelle alle vor den Kärntner platziert sind. Und eines sollte dem VSV schon klar sein: wenn man sich weiterhin so viele Strafen leistet, dann wird man die Aufholjagd nur schwer fortsetzen können. Keine andere Mannschaft kassiert so viele Strafen, keine andere sitzt so häufig in der Kühlbox und schwächt sich damit selbst. Das hatte zuletzt auch Auswirkungen auf die Statistiken in der PK Wertung: waren die Kärntner erst kürzlich hier noch die Nummer 1, sind sie jetzt „nur“ noch auf Platz 3. Da steht auch das Power Play, das wieder zur Waffe wurde und auch weiterhin so eingesetzt werden muss. Die typischen Villacher Tugenden also, vielleicht sollte man die Intensität des Einsatzes noch ein wenig überdenken und die Disziplin forcieren. Dann ist man für die letzten vier Wochen im Grunddurchgang gerüstet. Spieler der Woche: Gerhard Unterluggauer (3 Tore, 2 Assists), der in den letzten sieben Spielen immer gepunktet hat und nun schon fünf Spiele hintereinander auch ein Tor erzielen konnte. Die nächsten Spiele: 20.12. ZAG (H), 22.12.RBS (A), 26.12. VIC (H) 9. Graz 99ers (1 Sieg, 2 Punkte, 5:10 Tore) Tief im Tal der Tränen befinden sich weiterhin die Grazer. Anstatt die Fehler allerdings bei sich selbst zu suchen sind die Steirer derzeit in der Phase der Anklage. Entweder ist es seit Wochen der Schiedsrichter, der gegen die 99ers pfeift, jetzt ist es auch noch das Pech, das den Murstädtern treu ist. Fakt ist, dass die Grazer nur ein einziges Mal in dieser Saison mehr als ein Spiel in Folge gewinnen konnte. Das gelang zwischen dem 25. September und 9. Oktober. Seither ist jede Menge Wasser die Mur abwärts gelaufen, der Lerneffekt bei der Richer Truppe lässt aber weiterhin auf sich warten. Immer wieder schwächen sich die Grazer in entscheidenden Phasen mit Strafen selbst und verlieren Spiel um Spiel in der Schlussphase. Wenn dann jemand berechtigte Kritik äußert, dann reagiert man beleidigt. So geschehen bei Peter Znenahlik, mit dem man sich nach einem Artikel in der „Kleinen Zeitung“ angelegt hat. Dabei wären die Problemfelder ganz wo anders. Zum Beispiel in der Offensive, wo man sich zwar über zwei gute Legionäre (Blatny, Lysak) freut, dabei aber übersieht, dass dahinter praktisch gar nichts mehr kommt. Mit einer Linie hat man im Rennen um die Play Offs nichts verloren – auch nicht in der unteren Zwischenrunde, die wohl mit Grazer Beteiligung über die Bühne gehen wird. Inzwischen hat man sich auch vom vor der Saison propagierten Weg mit den jungen Österreichern verabschiedet und hat bereits 12 Legionäre im Kader. Die Billigtruppe vergrämt inzwischen auch die treuesten Fans: nur noch 1.875 kamen im Schnitt in dieser Saison in den Bunker von Liebenau, zuletzt löste sich sogar ein Fanclub auf. Keine gute Zeichen für die Murstädter. Und auch nach der Pause geht es ganz schwer weiter, denn es geht gegen drei Gegner aus den Top 4 der Liga! Punkte wären da fast schon eine Überraschung – und genau die brauchen die 99ers jetzt, um das Unmögliche doch noch irgendwie zu schaffen. Aber der erste Schritt sollte sein, sich zu konsolidieren. Die Konzentration kann man jetzt wohl schon auf die untere Zwischenrunde richten – die ist aber so kurz, dass man dann keine Ausreden mehr strapazieren muss. Dann sind einzig und allein Siege gefragt. Dabei soll ein weiterer Zugang helfen, denn die Steirer befinden sich derzeit auf der Suche nach einem Verteidiger. Der darf aber laut Präsident Pildner-Steinburg nur kommen, wenn ein anderer geht. Spieler der Woche: Wieder Sven Klimbacher (1 Tor, 1 Assist), der als einziger Grazer eine positive PlusMinus Bilanz hat (+7) Die nächsten Spiele: 20.12. OLJ (H), 22.12.BWL (A), 26.12. ZAG (A) 10. Orli Znojmo (2 Siege, 4 Punkte, 9:3 Tore) Die Tschechen waren das Sensationsteam der letzten Woche! Nachdem die Adler zuvor nicht weniger als fünf Spiele in Folge verloren hatten, konnte man nicht nur den Lauf der Villacher stoppen, sondern dann auch noch Leader Linz zum dritten Mal in dieser Saison schlagen! Unglaublich, dass Znojmo gerade gegen die „heißen“ Teams zu besonderen Leistungen fähig ist. Da die Mähren nur zwei Spiele zu absolvieren hatten gab es das Punktemaximum für den Neueinsteiger in die EBEL und damit arbeitete man sich wieder an die Grazer heran. Zudem haben sich die Adler von der roten Laterne etwas entfernt und haben aufgezeigt, dass durchaus Potential vorhanden wäre. Das gab es zuletzt leider viel zu wenig zu sehen, was auch an Verletzungen festzumachen war. Jetzt wird die Mannschaft wieder besser besetzt und schon geht es aufwärts. Diesen Trend könnten die Südmähren auch nach der Pause benötigen, denn dann könnte es auch in der Tabelle nach vorne gehen. In den nächsten drei Runden geht es allerdings zwei Mal in die Fremde. Und das ist etwas, was den Adlern so überhaupt nicht liegt. Das schlechteste Auswärtsteam der Liga hat erst 7 Punkte auf fremdem Eis geholt, in den letzten 6 Versuchen gab es gar nur einen einzigen Sieg. Das lässt für die Partien in Klagenfurt und Szekesfehervar nichts Gutes erwarten. Am 22. Dezember dürfen die Mähren dann allerdings zu Hause ran und haben das Schlusslicht aus Jesenice zu Gast. Zumindest für die Heimfans sollte man hier Punkte holen und damit einen direkten Tabellenkonkurrenten weiter abhängen. Spieler der Woche: Ondrej Kacelt (77 SA, 74 Saves, 96,10% Fangquote), der zwar in der Goaliestatistik weit abgeschlagen ist, aber dem VSV und Linz fast unlösbare Aufgaben aufgab. Die nächsten Spiele: 20.12. KAC (A), 22.12.HKJ (H), 26.12. AVS (A) 11. HK Jesenice (0 Siege, 0 Punkte, 5:16 Tore) Während dem HKJ in den letzten Wochen immer wieder ein positiver Ausreißer nach oben gelungen ist, war das in den vergangenen drei Runden nicht der Fall. Das könnte auch daran liegen, dass man zwei Mal auswärts ran musste – oder aber die Konkurrenz ist inzwischen gewarnt und unterschätzt die Slowenen nicht mehr. Die Personalsorgen der Krainer bleiben auch nach der 13. Runde aufrecht, so spielte der HKJ sogar mit einem 16-Jährigen in der ersten Angriffslinie. In der Tabelle hat man sich in Jesenice wohl inzwischen mit dem letzten Platz abgefunden. Als erstes Team hat der HKJ in dieser Saison mehr als 100 Tore kassiert und bekam in den ersten 28 Partien im Schnitt 3,71 Gegentore. Noch schlechter ist da nur die Offensivleistung, bei der man mit 61 Toren weit hinter der Konkurrenz nach hinkt. Spieler der Woche: Antti Pusa (2 Assists). Der Finne bleibt der gefährlichste Stürmer der Slowenen. Wenn es gefährlich durch den HKJ wird, dann ist Pusa mit Sicherheit beteiligt. Die nächsten Spiele: 20.12. AVS (H), 22.12.ZNA (A), 26.12. OLJ (H)

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