Leader Linz und der Respekt vorm Schlusslicht

Donnerstag, 08.Dezember 2011 - 14:00
photo_185325_20111101.jpg EXPA / Reinhard Eisenbauer

Beim Spiel zwischen dem EHC LIWEST Black Wings Linz und HK Acroni Jesenice trifft der Tabellenerste auf den Letzten. Obwohl die bisherigen beiden Saisonduelle jeweils in die Verlängerung gingen, sind die Oberösterreicher im Stahlstadt-Duell der klare Favorit.

Der EHC LIWEST Black Wings Linz hat das Gastspiel bei den UPC Vienna Capitals ganz in der Manier eines selbstbewussten Tabellenführers mit 5:2 für sich entschieden. In einer ausgeglichenen Partie verwerteten die Oberösterreicher ihre Möglichkeiten eiskalt und feierten somit den dritten Saisonerfolg über die Wiener. „Ich glaube, dass wir über das ganze Spiel gesehen die bessere Mannschaft waren. Nach dem schnellen Führungstor mussten wir zwar oft in Unterzahl agieren, aber wir haben klug gespielt und unser System hat funktioniert. Unsere Defensive ist sehr gut gestanden und wir haben immer auf Konter gelauert, sodass wir dann zwei Mal sogar 2-gegen-0-Situationen hatten“, analysiert Assistant Coach Mark Szücs.

Nun wartet mit dem Heimspiel gegen Schlusslicht HK Acroni Jesenice eine vermeintlich leichte Aufgabe auf die Linzer, da sich die Slowenen nach personellen Veränderungen zuletzt vor allem auswärts schwach präsentierten.

Jedoch resultierte der letzte Punktgewinn in der Fremde für die Gäste aus einer Niederlage nach Penaltyschießen in Linz vor über einem Monat. „Rob Daum hat heute vor dem Training eine Ansprache gehalten und darüber geredet, wie gefährlich es ist einen Gegner zu unterschätzen. Darüber hinaus haben wir uns das Video vom Spiel von Jesenice gegen Klagenfurt angeschaut, wo die Slowenen gewonnen haben. Sie werden sicher kämpfen und ich erwarte ein enges Spiel. Michal Fikrt liefert derzeit sehr starke Spiele ab und es ist immer gefährlich wenn eine Begegnung lange unentschieden steht“, nimmt Szücs den Gegner nicht auf die leichte Schulter. Mike Ouellette steht mit 35 Punkten ex aequo mit dem Wiener Benoit Gratton an der Spitze der Scorerwertung der Erste Bank Eishockey Liga. Darüber hinaus führt ein Linzer-Quartett die Plus/Minus-Wertung zur Machtdemonstration an: Curtis Murphy liegt mit +30 vor seinen Teamkollegen Adrian Veideman (+23), Ouellette (+19) und Pat Leahy (+18). Während Patrick Spannring wegen einer Beinverletzung sicher ausfällt, ist der Einsatz von Robert Lukas, der sich einen Glassplitter einzog und genäht werden musste, fraglich.

Jesenice hat nichts zu verlieren
Die junge Truppe des HK Acroni Jesenice verkaufte sich auch im Heimspiel gegen die Moser Medical Graz99ers teuer, zu einem Punktgewinn reichte es bei der 0:3-Shutoutniederlage trotzdem nicht. „Wir haben gekämpft, aber Graz war vor dem Tor einfach stärker. Die 99ers haben sich gut vorbereitet auf diese Partie und arbeiteten auch hart für den Erfolg. Es ist zwar eine unbezahlbare Erfahrung für unsere jungen Spieler, aber auf der anderen Seite sind sie natürlich damit überfordert. Vor allem die Spieler aus der zweiten Mannschaft nehmen mit ihrem Team auch noch an einer Meisterschaft teil und verstärken uns dann zumeist schon am darauffolgenden Tag“, weist Headcoach Heikki Mälkiä auf die dünne Personaldecke hin.

In der Gasttabelle liegen die Slowenen mit sieben Punkten aus zwölf Spielen dank des besseren Torverhältnisses gegenüber dem HC Orli Znojmo auf dem vorletzten Rang. Zuletzt setzte es in der Fremde vier Niederlagen in Serie. Vor allem das Überzahlspiel macht der jungen slowenischen Truppe zu schaffen: mit 11,68% verwerteter Powerplay-Möglichkeiten liegt Jesenice am Ende dieser Wertung. So haben Tomi Hafner und Co. seit der letzten Länderspielpause in acht Begegnungen einen mageren Treffer aus 54 Gelegenheiten erzielt. „In Linz müsste man fast mit einer deutlichen Niederlage rechnen, aber wir wissen, dass im Eishockey immer alles möglich ist. Es wird der nächste gute Test für unser junges Team. Unsere Gegner bringen prinzipiell mehr Kilos auf die Waage, deshalb müssen wir das Duell 1-gegen-1 meiden. Wir müssen viel eislaufen, defensiv gut stehen und auch zum Forecheck ansetzen. Am wichtigsten ist aber das Spiel ohne Puck“, kennt Mälkiä das vermeintliche Erfolgsrezept. Verteidiger Henrik Petre hat Jesenice wieder Richtung Schweden verlassen. Anze Kuralt, Jaka Ankerst und Andrej Zidan fehlen weiterhin.

Freitag, 9. Dezember 2011, 19:15
EHC LIWEST Black Wings Linz – HK Acroni Jesenice (146)
Referees: JELINEK, KELLNER, Hütter, Kovacs

Bisherige Saisonduelle:
09.10.2011: HK Acroni Jesenice – EHC LIWEST Black Wings Linz 3:4 n. P. (1:0, 1:1, 1:2, 0:0, 0:1)
01.11.2011: EHC LIWEST Black Wings Linz – HK Acroni Jesenice 3:2 n. P. (1:0, 1:2, 0:0, 0:0, 1:0)

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