Bullen bekommen es mit Finnenpower zu tun

Dienstag, 26.Juli 2011 - 11:14
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Die Gruppenspiele Nr. 6 und 7 in der Western Division der European Trophy bestreitet der EC Red Bull Salzburg daheim gegen die finnischen Vertreter Tappara Tampere und TPS Turku, die beiden Gruppengegner aus dem Land des aktuellen Weltmeisters. Tappara und TPS hatten im Mai bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei zwar keine Nationalteamspieler abgestellt, werden sich in der guten finnischen Eishockeytradition aber auch ohne aktuelle WM-Teilnehmer – so der Stand nach der letzten Saison – den ihnen gebührenden Respekt verschaffen. Die ersten Begegnungen mit diesen Teams in der European Trophy der letzten Saison warfen Licht und Schatten auf die Red Bulls. Als die Red Bulls vor einem Jahr zu den Gruppenspielen der European Trophy nach Finnland reisten, war es eine Reise ins Ungewisse. Noch nie zuvor waren die Red Bulls auf finnische Clubs getroffen. Wir würde sich der österreichische Meister in einer Eishockeynation, aus deren Clubs jedes Jahr neue NHL-Spieler hervorkommen, schlagen? Die Antwort war schnell gegeben, und nur die größten Optimisten hätten wohl daran geglaubt, dass die Salzburger zwei der drei Spiele gewinnen würden; einer anfänglichen 2:3-Niederlage gegen Oulun Kärpät, dem früheren Club des Salzburger Assistent Coaches Reijo Ruotsalainen, folgten Erfolge gegen Tappara (4:3 nach Verlängerung) und TPS Turku (3:0), dem damaligen finnischen Meister. Tappara Tampere Das erste Licht schien also auf die Red Bulls schon in der zweiten finnischen Begegnung, als sie sich zwar nicht in der Stamm-Arena mit Platz für 7.800 Zuschauern in Tampere, sondern in einer in einem Vorort gelegenen kleineren Halle gegen Tappara in der Verlängerung durchsetzten. Die Finnen mussten sich in der Gruppenphase allerdings noch fünf weitere Male geschlagen geben, gewannen nur gegen die schwedische Zweitliga-Mannschaft Malmö Redhawks. Die Red Bulls ziehen daraus allerdings keine falschen Schlüsse und erwarten eine finnische Mannschaft, die sich für den insgesamt schwachen Auftritt in der European Trophy des Vorjahres revanchieren möchte. 15 nationale Meistertitel in der langen Clubgeschichte – 12 als Tappara, drei unter dem Namen TBK für Tammerfors Bollklubb, wie der Club von 1932 bis 1955 hieß, bevor sich Tappara als eigenständiger Club abspaltete – sind reichhaltige Erfahrung, welche die Finnen auch heuer wieder in die Waagschale werfen werden. Und nur ein Club war in Finnlands Eishockeyvergangenheit erfolgreicher als Tappara; Ilves, der zweite Verein aus Tampere, holte die „Kanada-malja“-Trophäe schon 16 Mal. TPS Turku Auch beim ersten Aufeinandertreffen mit TPS Turku in deren unglaublicher Heimarena, der Turkuhalli, die fast 12.000 Zuschauern Platz bietet, lief noch alles bestens. Die Red Bulls gewannen 3:0 und entschieden damit auch das Duell des österreichischen mit dem finnischen Meister für sich. Doch Turku bekam beim anschließenden Red Bulls Salute eine zweite Chance und drehte den Spieß um. Im Spiel um den siebenten Platz behielten nun die Finnen (in Zell am See) die Oberhand, wiesen die Salzburger gleich mit 9:5 in die Schranken und warfen damit einen Schatten auf die bis dahin starke „finnische Serie“ der Page-Truppe. Im Duell der Red Bulls mit TPS steht es also unentschieden, doch in Punkto Erfahrung und Erfolg haben die Finnen wie auch jene von Tappara den Salzburgern einiges voraus, wenn auch dadurch bedingt, dass die Clubs schon viel länger existieren. Und auch TPS hält einen finnischen Rekord, ist mit elf Meistertiteln das erfolgreichste Team der SM-liiga, die seit 1975 als höchste finnische Eishockeyliga besteht. Auch international hat sich TPS in den 1990er Jahren mit dem Gewinn des European Cups (1994) und der European Hockey League (1997) einen Namen gemacht. In der heimischen Meisterschaft lief es in der letzten Saison allerdings nicht nach Plan, der Titelverteidiger verpasste mit Platz 13 nach dem Grunddurchgang die Play-Offs deutlich. Wohl auch deswegen befindet sich die Mannschaft im Moment in einem Umbruch, und man darf gespannt sein, wie sich die Finnen heuer in der European Trophy präsentieren werden.

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