66. Generalversammlung des ÖEHV: Start der Reorganisation?

Samstag, 02.Juli 2011 - 13:36
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Während der diesjährigen WM hatte der ÖEHV angekündigt, dass man sich eine externe Firma ins Haus holen werde, die gemeinsam mit dem Verband eine Strategie- und Strukturveränderung durchführen soll. Die ersten Schritte sind in diesem Fall schon gemacht. Mit der Firma Contrast Management-Consulting wurde ein Unternehmen an Bord geholt, das in den nächsten Wochen in einer ersten Phase die bestehenden Verhältnisse im österreichischen Eishockey analysieren wird. Vor einem Jahr holte sich Präsident Dr. Dieter Kalt bei der 65. Generalversammlung des Österreichischen Eishockeyverbandes die Genehmigung, die herrschenden Strukturen im ÖEHV einer Veränderung zu unterziehen. Bei einer Pressekonferenz am Rande der IIHF Weltmeisterschaft in der Slowakei kündigte Dr. Kalt die nächsten Schritte hinsichtlich einer Reform an. Seit diesen Titelkämpfen konnte die Zusammenarbeit mit der Firma Contrast Management-Consulting unter Dach und Fach gebracht werden. „Als Referenz kann Contrast mehrere erfolgreiche Reorganisations- und Strategieprojekte mit dem Österreichischen Fußball-Bund und der österreichischen Fußball-Bundesliga vorweisen“, erklärt Dr. Kalt. „Jetzt planen wir gemeinsam die Umstrukturierung des ÖEHV in eine zeitgemäße und zukunftsorientierte Non-Profit-Organisation.“ Im Rahmen einer ÖEHV-Vorstandssitzung und der 66. ÖEHV-Generalversammlung präsentierte Contrast in Innsbruck einem aufmerksamen und interessierten Publikum das Projekt „Strategie- und Strukturkonzept Eishockey Austria“. Mit der Analysephase, die die nächsten Wochen in Anspruch nehmen wird, erfolgt der nächste Schritt. In diesem werden zahlreiche Interviews mit dem ÖEHV-Vorstand, Vertretern der Erste Bank Eishockey Liga, den Nationalliga-Vereinen, dem Sportministerium, den Landesverbänden, den Mitarbeitern in der ÖEHV-Geschäftsstelle, den Vertretern von Sponsoren und erstmals, nach einem zuvor erfolgten Brainstorming, mit ehemaligen Teamspielern und Trainern geführt. „Letztlich geht es darum, den österreichischen Eishockeysport nachhaltig zu positionieren, das heißt sportlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich weiter zu entwickeln“, setzt Dr. Kalt auf eine gemeinsame und konstruktive Arbeit mit all jenen Personen, denen Eishockey am Herzen liegt. Am Ende sollen Zielsetzungen und Handlungsrichtungen für das österreichische Eishockey im Bereich Spitzensport sowie Breiten- und Nachwuchsförderungen definiert werden. Schweigen zu Setzinger Arbeit hat man beim neuen Partner genug, denn die Außendarstellung des ÖEHV lässt äußerst zu wünschen übrig. Bereits seit Jahren gibt es Kritik von Vereinen, Sportlern, Medien und Fans und spätestens seit dem Rauswurf von Oliver Setzinger aus dem Nationalteam schüttelt ein Großteil der Eishockeyszene den Kopf über den Verband. Von diesem gibt es übrigens zum „Fall Setzinger“ weiterhin keine offizielle Stellungnahme. Weder der Rauswurf wurde vom ÖEHV bestätigt, noch zu diesem etwas gesagt. Hier verschläft jemand nicht nur die Kommunikation im 21. Jahrhundert, sondern verliert seit Jahren kontinuierlich seine Basis. Der ÖEHV befindet sich in einer Phase der Orientierungslosigkeit und man darf gespannt sein, ob man sich aus dieser mit der aktuellen Führungsmannschaft, die bislang nicht durch Innovationsfähigkeit, Selbstreflexion und Tatendrang aufgefallen ist, befreien kann. Das muss nicht nur abgewartet, sondern darf auch bezweifelt werden.

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