Black Wings schießen sich ins Halbfinale

Samstag, 29.August 2009 - 22:27
 Eisenbauer

Mit einem 7:5 Sieg in einem völlig verrückten Spiel gegen den EV Zug haben sich die Black Wings beim EuroCanCup ihren Platz im Halbfinale verdient. Die Linzer schlugen das Schweizer Topteam ohne Alex Westlund, dem eine Pause gegönnt wurde.

Eine Überraschung lieferte Black Wings Trainer Kim Collins schon vor dem ersten Bully. Anstatt auf die Nummer 1, Alex Westlund, im Tor zu vertrauen, schickte er Lorenz Hirn in dieses wichtige Match gegen den EV Zug. Dieser hatte nach einer kurzen Angriffswelle der Linzer im ersten Abschnitte alle Hände voll zu tun. Die Schweizer hatten mehr vom Spiel, deckten das Gehäuse der Oberösterreicher mit insgesamt 17 Torschüssen ein, aber Lorenz Hirn war nicht zu überwinden.

Während man in der Defensive hart zu kämpfen hatte, fanden die Stahlstädter immer wieder gute Breakchancen vor. Doch auch der Schlussmann der Schweizer, der am Vorabend schon die London Knights zur Verzweiflung gebracht hatte, konnte seinen Kasten ebenfalls sauber halten. So ging es mit einem für die Black Wings etwas schmeichelhaften torlosen Remis in die erste Pause.

Die gezeigte Leistung dürfte Trainer Collins nicht gefallen haben, denn die Linzer kamen wie ausgetauscht aus der Kabine. Sie erwischten einen wahren Traumstart in dieses Mitteldrittel und überrannten den EV Zug förmlich. Nach 77 Sekunde knallte Rob Shearer einen Schlagschuss mit voller Wucht an die Maske des gegnerischen Goalies, den Nachschuss dazu verwertete Brad Purdie ohne Probleme ins leere Tor. Zwei Minuten später war Daniel Oberkofler hellwach und klaute einem Schweizer an dessen blauer Linie die Scheibe und setzte schließlich mit viel Übersicht Markus Schlacher in Szene. Dieser musste den Puck nur noch ins leere Tor einschieben und durfte das 2:0 bejubeln.

Die Black Wings waren jetzt das klar bessere Team, Zug wirkte nicht nur angeschlagen, sondern auch müde und kassierte sogar noch ein drittes Gegentor. Nach Purdie Assist ließ sich Markus Matthiasson in der 27. Minute nicht bitten und ließ im Power Play das 3:0 folgen. Nach einer tollen Leistung war das auch das Ende des Arbeitstages von Lorenz Hirn, der nun wie vor dem Spiel vereinbart knapp zur Hälfte der Partie Gerald Kastner Platz machte.

Dieser erwischte keinen so tollen Start in sein Match und musste schon beim zweiten Torschuss hinter sich greifen. Das schien das Selbstvertrauen der Black Wings bis ins Mark zu erschüttern, denn nur zwei Minuten später durften die Schweizer schon wieder jubeln. Eine Unterzahl hatten die Stahlstädter gerade überstanden, da zappelte die Scheibe schon wieder im Linzer Netz.

Aus einer klaren Führung war innerhalb weniger Augenblicke wieder eine enge Angelegenheit geworden, die für die letzten 20 Minuten viel Spannung versprach. Die ersten Minuten dieses Schlussabschnitts wurden für die Black Wings zum Alptraum. Der EV Zug wurde immer stärker, die individuellen Fehler bei den Linzer Defensivbemühungen mehrten sich und so drehte ein Doppelschlag der Schweizer dieses Match ein weiteres Mal um.

Innerhalb von nur 87 Sekunden wurde aus der knappen Führung ein 3:4 Rückstand, doch der Torreigen war noch nicht zu Ende. Brad Purdie glich den Spielstand wieder aus und schob in der 47. Minute im Power Play zum 4:4 aus. Und die Special Teams waren es auch, welche die Black Wings wieder ins Spiel zurück brachten. Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich schlugen die Linzer erneut bei numerischem Vorteil zu, als Gregor Baumgartner mit der Backhand zur 5:4 Führung traf.

Ein verrücktes Match mit ständig wechselnden Vorteilen sollte aber weiterhin nicht entschieden sein. Auch nach dem 6:4 durch Robert Lukas war der Sieg für die Oberösterreicher nicht im Trockenen. Wenig später schlug der EV Zug wieder zurück und machte aus einem Break das 5:6.

Fünf Minuten vor Schluss war das Match somit völlig offen und eine Frage der Nerven. Die bewies dann Gerald Kastner im Tor der LIWEST Black Wings, als er drei Minuten vor der Sirene einen Megasave auspackte. Die letzten zwei Minuten mussten die Oberösterreicher dann auch noch in Unterzahl überstehen, in der Schlussphase holten die Schweizer auch noch den Torhüter vom Eis und spielten mit 6 gegen 4. Doch es waren die Linzer, die noch einmal jubeln durften, als Kapitän Philipp Lukas zwei Sekunden vor dem Ende in Unterzahl ins leere Netz traf und den Endstand von 7:5 fixierte.

Es war kein Spiel für schwache Nerven mit vielen Toren und Defensivfehlern auf beiden Seiten. Positiv für die LIWEST Black Wings, dass auch die Torhüter Nummer 2 und 3 ihr Können zeigen konnten und ihre Mannschaft gemeinsam ins Halbfinale gebracht haben. In diesem wird in der Nacht zum Montag (0:00 Uhr MESZ) den Oberösterreichern wohl erneut der EV Zug als Gegner gegenüber stehen, wenngleich der EHC München mit einem Sensationssieg gegen London heute Nacht (1:30 Uhr MESZ) noch an den Schweizern vorbeiziehen könnte.

LIWEST Black Wings LinzEV Zug 7:5 (0:0, 3:2, 4:3)
Tore: 1:0 Purdie (22./PP), 2:0 Schlacher (24.), 3:0 Matthiasson (27.), 3:1 Holden (34.), 3:2 Brunner (36.), 3:3 Joss (44.), 3:4 McTavish (45.), 4:4 Purdie (47./PP), 5:4 Baumgartner (49./PP), 6:4 R. Lukas (54.), 6:5 McTavish (55.), 7:5 P. Lukas (60./SH/EN)

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