Österreich kämpft gegen den Abstieg

Mittwoch, 29.April 2009 - 18:32
 Klemenschitz

Wie befürchtet war Lettland für das Team Austria im entscheidenden Gruppenspiel um Platz 3 eine Nummer zu groß. Die Balten siegten mit 2:0 und stießen Österreich damit in die Abstiegsrunde, wo das Bergström Team nun schwer unter Druck steht. Zum ersten Mal bei diesem WM Turnier griff mit Andreas Nödl ein zweiter Nordamerikaexport in das Geschehen ein und das Team Austria hoffte, dass man mit dem Stürmer zumindest zwei offensiv gefährliche Angriffsreihen aufs Eis bringt. In der Offensive zeigten die Österreicher im ersten Drittel auch wieder gute Aktionen, erarbeiteten sich einige vielversprechende Chancen, offenbarten aber einmal mehr fehlende Abgebrühtheit vor dem Tor. Ganz anders die Letten, die sehr zielstrebig konterten und ihre eisläuferischen Vorteile vor allem gegen Ende des Abschnitts ausspielten. Unterstützt von einer im Abwehrverhalten sehr fehleranfälligen ÖEHV Truppe kam man immer wieder zu großen Einschussmöglichkeiten, doch Bernd Brückler glänzte in dieser Phase mit Großtaten. 45 Sekunden vor Schluss war dann auch er machtlos, als seine Verteidiger schwer patzten und ein Lette direkt vor ihm zum Direktschuss kam. Also mussten die rot-weiß-roten Spieler wieder einmal einem Rückstand nachlaufen. Im Mittelabschnitt tat man das wiederum ohne Erfolg, vergab sogar eine 5-minütige Power Play Möglichkeit nach Foul an Chris Harand stümperhaft und ließ den Letten durch weiterhin vorhandene Fehler in der Defensivleistung den Druck erhöhen. Bernd Brückler stand aber wie ein Fels in der Brandung, wehrte Schuss um Schuss ab und hielt seine Mannschaft praktisch im Alleingang im Match. Für die letzten 20 Minuten konnte das Motto somit eigentlich nur noch „alles oder nichts“ heißen, denn Österreich musste in regulärer Spielzeit gewinnen, um vorzeigt die Klasse zu erhalten. Doch auch im Schlussabschnitt änderte sich nichts am Bild dieser Partie. Die Österreich nach vorne einfallslos und hinten unglaublich fehlerhaft – nur Brückler agierte A-Gruppen-tauglich und hielt das Ergebnis mit Weltklasseparaden weiterhin knapp. Die Zeit lief dem Team Austria aber davon, ohne dass dieses sich großartig aufbäumte. Im Gegenteil: die Letten waren dem nächsten Treffer sehr viel näher, als die ÖEHV Truppe dem Ausgleich. Fünf Minuten war es dann so weit: die Österreicher wurden offensiver, die ohnehin nicht sattelfeste und schnelle Abwehr damit ein Ziel von schnellen Kontern. Einer davon führte zum vorentscheidenden 2:0 für Lettland, der Fall in die Relegation war damit besiegelt. Fazit Viele Baustellten gibt es bei den Österreichern bei dieser A-WM in der Schweiz genug. In der Defensive zeigten sich die ÖEHV Cracks weiterhin nicht A-würdig, agieren höchst fehleranfällig und viel zu langsam. Der Teamchef wird sich für die Zusammenstellung seiner Abwehrreihen noch einiges an Kritik gefallen lassen müssen, denn die alternde Abwehr ist definitiv auf diesem Niveau mehr als nur überfordert. Nach vorne fehlt darüber hinaus der Spielaufbau, es gibt kaum Ideen und damit auch sehr wenig große Chancen. Zwei erzielte Tore in 180 Minuten sind ein Indiz, dass es auch in der Relegation nicht einfach werden wird. Kein anderes Team hat im Verlauf des bisherigen Turniers so wenig Tore geschossen wie Österreich. Auch kein Kompliment für die hochgelobten Stars wie Vanek, Setzinger, Koch & Co. Von ihnen wird in den verbleibenden drei Spielen mehr kommen müssen. Ein Lichtblick bleibt aber aus diesem letzten Spiel der Vorrunde: Bernd Brückler! Der ÖEHV Goalie zeigte eine starke Leistung gegen die Letten und war der beste Mann am Eis. Kann er diese Leistung konservieren gibt zumindest das einen Funken Hoffnung für die Abstiegsrunde. Dort treffen die Österreicher auf Ungarn, Deutschland und Dänemark. Nach den bisher gezeigten Leistungen wäre der Klassenerhalt eine Überraschung... Österreich – Lettland 0:2 (0:1, 0:0, 0:1) Tore: 19.15 0:1 CIPULIS, Martins (VASILJEVS, Herberts/SKRASTINS, Karlis) 54.56 0:2 DZERINS, Guntis (REDLIHS, Mikelis) Schüsse: 21:37 Strafen: 18:31

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