HF.at Zwischenzeugnis für das Team Austria

Mittwoch, 02.Mai 2007 - 14:37
 Eisenbauer

Halbzeit für das Team Austria bei der Weltmeisterschaft in Moskau – Zeit, ein kurzes Zwischenfazit zu ziehen. Drei Spiele, drei Niederlagen, große Enttäuschung im Lager der Österreicher. HF.at verteilt die Zwischenzeugnisse für das Nationalteam – drei Partien gibt es noch, um die Noten zu verbessern...Drei Spiele, keine Punkte, 5:17 Tore – die Zwischenbilanz bei den Titelkämpfen in Russland ist für das Team Austria alles andere als positiv. Mit großen Sprüchen ist man nach Moskau gefahren, jetzt findet man sich in der Relegation wieder. Neben den offensichtlichen sportlichen Defiziten gibt es offenbar auch Probleme mit der Disziplin. Die beiden Lakos Brüder verschliefen die Abfahrt zum Mittwochstraining und Coach Jim Boni kann nicht einmal disziplinäre Maßnahmen setzen, weil man die beiden Verteidiger in der aktuellen Situation noch brauche.

23 Spieler hat der Nationaltrainer für die Vorrunde nach Moskau mit genommen, nur wenige von ihnen erfüllten die in sie gesetzten Erwartungen. Nach der Hälfte der Partien bei der WM findet sich Österreich im Relegationssumpf wieder und betrachtet man die Leistungen der Spieler, müsste man wohl viele blaue Briefe verteilen.

HF.at Zwischenzeugnis:

Torhüter:
Reinhard Divis: Sehr viel Schatten, wenig Licht. Unsicherheiten, Abpraller nach vorne, kaum herausragende Saves. Steigerte sich beim zweiten Einsatz, kann hinter einer schlechten Defensive oft nur schlecht aussehen. Dennoch: man darf mehr erwarten!
Note: Genügend

Bernd Brückler: Von vielen als Nummer 1 gesehen, von Boni nur auf Nummer 2 gesetzt. Brückler spielte gegen Tschechien nicht schlecht, kann aber mehr. Gute Saves, aber auch bei zwei Toren nicht ganz unbeteiligt. Der Mann für die Relegation?
Note: Befriedigend

Verteidiger:
Andre Lakos: Disziplinäre Probleme: viele unnötige Strafen, dann verschläft er auch noch. Hielt mit zwei Treffern die Österreicher gegen Weißrussland im Spiel. Probleme beim Spielaufbau, läuft den Gegnern oft nur hinterher.
Note: Befriedigend

Philippe Lakos: Wie sein Bruder: zu viele Strafen, unnötige Härten und verpennt ein Training. Offensiv keine Impulse, defensiv kaum positive Ansätze. Spielt das, was man von ihm kennt.
Note: Genügend

Robert Lukas: Defensiv oft schlecht positioniert, wirkt körperlich zu schwach für die Gegner. Offensiv keine Impulse, Pässe kommen nicht an, kassiert zu einfache Strafen. Wirkt total außer Form.
Note: Genügend

Jamie Mattie: Fehler über Fehler, körperlich nicht vorhanden. Was macht Mattie bei der WM?
Note: Nicht Genügend

Jeremy Rebek: Erreicht als einziger Verteidiger annährend Normalform, wirkt ebenfalls verunsichert und ist gegen die schnellen Eisläufer der anderen Nationen überfordert. Nach vorne bemüht, aber oft mit Verlegenheitspässen. Gegen Weißrussland oft indisponiert.
Note: Genügend

Mike Stewart: Schwächen im Spielaufbau, hat seine Nerven aber im Zaum und produziert keine unnötigen Strafen. Ist auf Grund eisläuferischer Defizite beinahe immer einen Schritt zu spät, wirkt stark verunsichert.
Note: Genügend

Martin Ulrich: Zu langsam, gegen die technisch starken Gegner auf verlorenem Posten. Gewinnt kaum Zweikämpfe und kann auch im Spielaufbau keine Akzente setzen.
Note: Genügend

Gerhard Unterluggauer: Defensiv eine Vorgabe, viele Stellungsfehler, wirkt oft deplatziert und zu langsam. In der Offensive vor allem im Power Play zu viele überhastete und ungenaue Schüsse. Hätte einen harten Schuss, trifft das Tor aber zu selten.
Note: Nicht Genügend

Angriff:
Gregor Baumgartner: Ist mit seiner Linie ein Lichtblick im Team Austria. Kämpferisch und in der Rückwärtsbewegung überzeugend, aber zu wenig torgefährlich. Ist in der Checking-Line gut aufgehoben und macht das, was man erwarten kann zur vollsten Zufriedenheit.
Note: Gut

Raimund Divis: Wie Vereinskollege Baumgartner eine positive Erscheinung am Eis. Kämpft, arbeitet und ist zudem der einzige wirklich torgefährliche Stürmer. Erfüllt die Erwartungen!
Note: Gut

David Schuller: Eine weitere Überraschung in diesem Turnier. Arbeitet viel, ist immer dort, wo es weh tut und geht keinem Zweikampf aus dem Weg. Vor dem Tor wenig gefährlich, durch seine Vorstöße aber immer gut in der Vorbereitung, schafft viel Platz für seine Mitspieler.
Note: Sehr gut

Patrick Harand: Geht in der vierten Linie völlig unter und kann nicht überzeugen. Erfüllt seine kämpferischen Aufgaben zwar, kann aber vor allem offensiv viel mehr. Körperlich meist unterlegen.
Note: Befriedigend

Dieter Kalt: Der Kapitän lässt am Eis die Führungsqualitäten vermissen, ist zwar bemüht, aber oft glücklos. Offensiv mit einigen guten Szenen, im Backchecking wie beinahe alle Stürmer zu nachlässig. Es fehlt an der Abstimmung in der Linie.
Note: Genügend

Thomas Koch: Völlig aus der Form, kann offensiv für keine Gefahr sorgen und steht bei vielen Gegentoren am Eis. Auf Grund seiner körperlichen Defizite am internationalen Parkett völlig überfordert. Kann sich kaum durchsetzen.
Note: Nicht Genügend

Philipp Lukas: Fällt in der Linie mit Trattnig und Kalt kaum auf, offensiv kommt zu wenig vom Center. Wirkt oft bemüht, aber auf verlorenem Posten gegen körperlich überlegene Verteidiger. Kann seine Technik und Schnelligkeit auf internationalem Eis nicht ausspielen.
Note: Genügend

Markus Peintner: Spielt das Arbeitstier bei dieser WM überhaupt mit? In der vierten Linie neben Marco Pewal und P. Harand praktisch unsichtbar. In drei Spielen kein einziger Torschuss! Für einen Stürmer, der den Ruf eines unbändigen Arbeiters hat zu wenig.
Note: Nicht Genügend

Marco Pewal: In Salzburg einer der offensiv besten Österreicher, bei der WM völlig abgemeldet. Kein anderer seiner Linie schießt so oft aufs Tor, es fehlt jedoch an der Durchschlagskraft.
Note: Befriedigend

Oliver Setzinger: Wollte sich bei der WM für die NHL empfehlen, von der besten Liga der Welt kann er sich aber auch weiterhin nur im TV ein Bild machen. Schießt oft und viel und ist noch der beste Stürmer der so genannten „Stars“ im Team Austria. Wirkt bemüht, produziert aber viel Leerlauf. Defensivaufgaben werden zu wenig wahrgenommen. Von einem angeblichen Führungsspieler muss mehr kommen.
Note: Befriedigend

Matthias Trattnig: Viele Strafen, wenig Produktives. Der kompletteste Spieler der EBEL zeigt in Moskau sein Können nicht. Der Linie mit Kalt und P. Lukas mangelt es an Kreativität. Dazu lässt Trattnig seinen Einsatz, wie in Salzburg vermissen. Auch wenn es nicht so lief, Trattnig krempelte immer die Ärmel hoch. Wirkt auf internationaler Bühne auch körperlich nicht so überlegen wie in der EBEL.
Note: Genügend

Daniel Welser: Bei der WM vollkommen abgemeldet. Aus dem frechen Stürmer der vergangenen Jahre wurde ein laues Lüftchen im Sturm. Nur ein Torschuss in drei Spielen – so hat man in der ersten Linie nichts verloren!
Note: Nicht Genügend

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