Red Bulls legen emotionales Schäufelchen nach

Dienstag, 03.April 2007 - 20:01
 Red Bull Salzburg/GEPA

Ob das zur Beruhigung der übernervösen Stimmung im Finale beitragen wird? Die Red Bulls sandten noch vor Beginn des vierten Duells gegen den VSV eine Presseaussendung an die Medien und legten ihre Sicht der Dinge in den letzten Tagen dar - mit erneuten Vorwürfen gegen den Finalgegner, aber auch den ÖEHV...Stellungnahme des EC Red Bull Salzburg zu den aktuellen Ereignissen im Zuge der Finalspiele gegen den VSV
Während und nach dem zweiten Finalspiel in Villach zwischen dem EC Red Bull Salzburg und dem EC VSV sind abseits des Sportlichen Entscheidungen getroffen worden bzw. Dinge geschehen, die wir nicht länger so stehen lassen können.

Beginnend mit dem heutigen Schiedsspruch - die Sperre von drei Spielen für Matthias Trattnig - möchten wir festhalten, dass die vorgeschriebene Frist für Einsprüche bzw. Klagen von 48 Stunden beim Strafsenat der Erste Bank Eishockey Liga vom VSV nichteingehalten wurde, den Villachern aber dennoch Einspruch gewährleistet wurde. Innerhalb dieser Frist müssen auch die entsprechenden Beweisunterlagen, u.a. auch ein ärztliches Attest, schriftlich eingereicht werden, was in diesem Fall nicht geschehen ist. Die Einsichtnahme der Unterlagen des Strafsenats nach Bekanntgabe des Urteils gegen Matthias Trattnig wurde dem EC Red Bull Salzburg nicht gestattet.

Auch die Höhe des Strafmaßes scheint unverständlich, wenn man bedenkt, dass der Villacher Spieler Daniel Gauthier für seinen Check gegen Greger Artursson keine Strafe bekommen hat (die bestehende 4-Spiele-Sperre bezieht sich auf den Stockstich gegen Thomas Koch): Daniel Gauthier hatte den Salzburger Verteidiger Greger Artursson beim letzten Spiel in Villach mit Verletzungsabsicht an die Bande gecheckt und ihm dabei mehrere Brüche im Bereich des Oberkiefers und des Jochbeins zugefügt. Greger Artursson musste danach operiert werden und wird wohl noch Wochen brauchen, bis er wieder in den Trainingsprozess einsteigen kann. Wir werden in diesem Fall aber keine zivilrechtlichen Schritte einleiten, weil wir eine faire Entscheidung in dieser Finalserie auf dem Eis und nicht am grünen Tisch suchen.

Höchste Unsportlichkeit bewies der VSV auch mit seiner Vorgangsweise, uns das für heute Vormittag geplante Eistraining in der Villacher Stadthalle streichen zu lassen. Diese Eiszeit war schon vor einer Woche mit den Verantwortlichen der Stadthalle vereinbart worden, dann aber gestern kurzfristig mit der Begründung, der VSV brauche die Eishalle den ganzen Tag, abgesagt worden. Wir nehmen nicht an, dass dies eine Revanche seitens der Villacher dafür war, dass sie beim letzten Spiel in Salzburg kein Essen in der Salzburger Eisarena bekommen haben. Das hat nichts mit unserem Verein zu tun, für Essenbestellungen oder -reservierungen, auch wenn sie direkt in der Halle des Gastgebers eingehen, ist jeder Verein selbst verantwortlich. In dem Fall ist beim Wirt des Stadionrestaurants keine Essenbestellung durch den VSV eingegangen.

Nicht zuletzt sind auch die Zustände in der Villacher Stadthalle während der Spiele untragbar. Dass die Villacher ein begeisterungsfähiges Publikum sind, steht außer Frage. Wenn aber Gegenstände wie Feuerzeuge, Rauchbomben, volle Bierbecher, Münzen oder etwa Pucks aufs Eis geworfen werden . wie mehrfach geschehen beim letzten Spiel in Villach ., hat das absolut nichts mehr mit Fanunterstützung zu tun. In jeder anderen europäischen Liga wäre in solch einem Fall das Spiel längst abgebrochen worden, zumal die Sicherheit von Spielern und Schiedsrichtern nicht mehr gewährleistet war. Dazu wurden Spieler des EC Red Bull Salzburg von Villacher Funktionären persönlich beschimpft und beleidigt, was neuerlich Ausdruck grober Unsportlichkeit und mangelnden Respekts gegenüber dem sportlichen Gegner ist. Dass eine tolle Stimmung auch ohne solche Verhaltensweisen möglich ist, haben die letzten Heimspiele in der Salzburger Eisarena eindrucksvoll gezeigt.

Insgesamt sind die jüngsten Vorkommnisse in der Finalserie, von denen wir uns ausdrücklich distanzieren wollen, alles andere als Werbung für den österreichischen Eishockeysport. Es ist dringend notwendig, diese Zustände zu verändern, wenn wir auch in Zukunft eine niveauvolle Liga auf einem hohen sportlichen Level in Österreich haben wollen - im Interesse der Liga, der Vereine und der Zuschauer.

(Quelle: Red Bulls Presseaussendung)

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