WM: 1:3 - Knappste WM-Niederlage gegen Finnland

Donnerstag, 02.Mai 2002 - 20:59

Wieder eine gute Vorstellung des
Team Austria gegen einen der Grossen! Im ersten Spiel der Zwischenrunde gab
es gegen den hohen Favoriten Finnland eine knappe 1:3 Niederlage, was
gleichzeitig der knappste Sieg einer finnischen Mannschaft gegen die
Österreicher bei einer WM war.

Zwar gerieten die Österreicher im ersten Drittel mit 0:1 Rückstand, doch die
Österreicher kämpften herzhaft um jede Scheibe und liessen sich diesmal
nicht bereits in den ersten Dritteln entscheidend in Rückstand bringen. Bis
zu den letzten 20 Minuten stand es lediglich 1:0 für die Finnen und die
Österreicher hielten gut mit. Im letzten Drittel zogen die Finnen dann auf
3:0 davon und das Spiel war gelaufen. Dem jungen Nationalteam gelang aber
noch der Ehrentreffer: Oliver Setzinger bugsierte die Scheibe nach Vorarbeit
von Kent Salfi und Dominic Lavoie über die Torlinie zum 1:3. Am Ende war der
Sieg der Finnen aber nie gefährdet. Durch das 1:2 im letzten Drittel
verloren die Österreicher bei dieser WM in Schweden auch zum ersten Mal den
Schlussabschnitt. Gegen Schweden, Russland und die Slowenen konnte man in
den letzten 20 Minuten immer die bessere Torbilanz vorweisen.

Auf diese Leistung lässt sich auch für die Partie am Freitag gegen die
Slowaken aufbauen. Diese hatte man zuletzt bei den Olympischen Spielen mit
3:2 geschlagen und muss daher auf eine auf Revanche sinnende Mannschaft, die
noch dazu mit NHL Stars en Masse gespickt ist, vorbereitet sein. Die Spieler
sind auf alle Fälle optimistisch und sehen sogar noch eine Chance auf das
Viertelfinale.
Stimmen zum Spiel, einen Spielbericht und die Statistik gibt es in den Zusatzinfos...



Österreich verkaufte sich teuer. Ehrentreffer von Setzinger

Neuerliche Linienumstellung von Trainer Ron Kennedy vor dem ersten Spiel der Zwischenrunde gegen Finnland: Martin Hohenberger wurde zurück in die Verteidigung beordert, Szücs stürmte mit Trattnig und Pöck. Im Tor erhielt, wie von Kennedy bereits angekündigt, Michael Suttnig seine Chance.

„Wahrscheinlich wird jeder der drei Torleute eine Chance in der Zwischenrunde bekommen. Für Suttnig und Dalpiaz war Olympia schwierig, weil sie nie drankamen. Prohaska hat sich beim VSV sehr gesteigert und ein super Play-off gespielt. Auch er wird Spielzeit bekommen.“

„Wir haben aus der WM 2001 gelernt. Das Turnier ist noch nicht aus. Jetzt erwartet uns viel Arbeit, dieses Spiel ist für Finnland sehr wichtig“, erkannte Kennedy Aber auch Österreich möchte in der Zwischenrunde nicht punktelos bleiben. Gerhard Unterluggauer: „Wir möchten so lange wie möglich ein 0:0 halten.“

Das gelang den Österreichern im ersten Drittel auch perfekt: Gegenüber den bisherigen Partien erwischten sie einen Traum-Start, konnten die Finnen lange auf Distanz halten. Schon nach 49 Sekunden schickte Schiedsrichter Gerhard Lichtnecker (GER) Thomas Pöck auf die Strafbank, eine Minute später folgte Dominic Lavoie. Österreich bot gutes Penalty Killing,
Finnland schoß aus allen Lagen.

Erst in der 16. Minute – Christian Perthaler
war wegen Haken auf die Strafbank gewandert, mußte Michael Suttnig erstmals hinter sich greifen. Wie ausgeglichen das erste Drittel war, zeigt die Schußbilanz: auf beiden Seiten acht.
Genauso konzentriert ging Österreich in der zweiten Periode ans Werk.

Österreich erlaubte sich kaum Fouls, nur Perthaler und Schaden mußten je einmal für zwei Minuten auf die Strafbank. Aus einer gesicherten Defensive wurden einige Chancen herausgespielt. Die größte hatte wohl Kent Salfi in der 10. Minute. Nach einem Konter stand er allein vor dem Tor, Keeper Jussi Markkanen wehrte aber ab. Die zwei Powerplay-Chancen konnte Österreich nicht
nützen, genauso scheiterten die Finnen am perfekten Unterzahlspiel des Team Austria.

Michael Suttnig hielt alle 12 Torschüsse der Finnen. Im Schlußdrittel nützen die Finnen eine 3:5-Überlegenheit (Lavoie, H. Hohenberger auf der Strafbank) zum 2:0. „Die zwei Ausschlüsse sind völlig unverständlich, noch dazu, wenn es nur ein Tor Unterschied gibt. Dieser Schiedsrichter hat kein Fingerspitzengefühl“, beklagte Kennedy.

Danach steht Michael Suttnig unter Dauerbeschuß. In der 50. Minute hat Österreich durch Setzinger die Chance auf den Anschlußtreffer, aber nur 3 Minuten später machen die Finnen das 3:0. Suttnig wehrt vorerst den Schuß von Parssinen ab, beim Nachschuß von Koivisto war er aber chancenlos. Ausgerechnet der einzige Finnland-Legionär im österreichischen Team verhindert ein Shut-Out des
finnischen Goalies.

Und ausgerechnet die Linie mit Setzingers
Ilves-Teamkollegen Raimo Helminen und Vesa Viitakoski muß eine Minute vor Schluß den gegentreffer hinnehmen: Salfi paßt vor dem Tor auf Setzinger, der erwischt Markannen auf dem falschen Fuß – 1:3.

Raimo Helminen absolvierte heute sein 320. Länderspiel und stellt damit den Rekord der meisten Länderspiele von Udo Kiessling (GER) ein. Die 1:3-Niederlage ist die knappste bei einer WM. Nur 1984 bei den Olympischen Spielen in Sarajewo gelang Österreich ein 3:4, bei der WM 2000 in St.
Petersburg endete das Vorrundenspiel 3:3.

Morgen geht es gegen die Slowakei, Gert Prohaska feiert seine WM-Premiere und wird im Tor stehen. Kennedy: „Ich glaube, das ist fair. Prohaska hat
hart trainiert. Dalpiaz ist morgen Ersatzgoalie, wird am Montag gegen die Ukraine spielen.“

Die Slowakei tritt mit neun NHL-Spielern, also zwei kompletten NHL-Sturmreihen an: Miroslav Satan (Buffalo), Michal Handzus (Phoenix) und
Peter Bondra (Washington) bilden die erste Sturmreihe. Dennoch ist der Aufstieg ins Viertelfinale laut Keeper Suttnig durchaus ein Thema in der Kabine. Mit zwei Siegen hätte Österreich die Chance, unter die besten acht
Teams zu kommen. Kennedy: „Gegen die Slowakei haben wir immer gut gespielt, hoffentlich können wir unsere Leistung ins nächste Spiel hinübertragen.

Wichtig ist, daß wir wenig Strafen bekommen.“ Bei Olympia 2002 hatte Österreich 3:2 gegen die Slowaken (ohne NHL-Spieler) gewonnen, bei der WM
2001 aber mit 0:5 verloren. Setzinger: „Die Slowakei tut sich immer schwer gegen uns, warum also nicht diesmal wieder?“

Stimmen zum Spiel:

Oliver Setzinger: „Wir hatten am Anfang genug Chancen, wenn wir die verwertet hätten, wäre es anders ausgegangen. Wir haben kompakt gespielt, haben die Ecken gut abgedeckt, keine Schüsse von dort bekommen. Schade ist, daß sich hier noch kein Schiedsrichter gefunden hat, der für uns pfeift.“

Michael Suttnig: „Ich war bei den ersten Schüssen sehr ruhig. Das Spiel hat Spaß gemacht, das Tempo ist hier viel höher. Wir konnten durchaus mithalten, haben an unsere Siegchance geglaubt. Finnland ist dann nervös geworden. Sie
haben uns sicher unterschätzt, haben sich eher auf die nächsten, schweren Gegner konzentriert.“

Ron Kennedy: „Wir sind mit einem Tor Rückstand ins Schlußdrittel gegangen, da hatten wir sogar noch Chancen auf ein Unentschieden oder den Sieg. Aber in Wahrheit müssen wir gegen Finnland mit einer knappen Niederlage zufrieden
sein. Wir sind ihr Tempo mitgegangen, haben gut defensiv gespielt und einige Konterchancen erhalten, Suttnig hatte einen Super-Abend. Ich habe ihnen gesagt, sie sind ein Vorbild für die jungen Spieler zuhause. Alle, die hier sind, kämpfen um einen Platz im Nationalteam in der nächsten Saison. Nur der vierte Block hatte nicht sein bestes Spiel, sie haben sechs Strafminuten und ein Gegentor bekommen.“

Hannu Aravirta (Coach FIN): „Dieses Spiel war eine Kopie der letzten zwei Spiele bei den Weltmeisterschaften 2000 und 2001. Österreich ist für uns nie einfach zu schlagen. Sie sind sehr diszipliniert, kämpfen mit ganzem Herzen.“

Bester Spieler Team Österreich: Michael Suttnig.

FIN – AUT 3:1 (1:0, 0:0, 2:1)
Tore: 1:0 Lydman (16./PP), 2:0 Timonen (45./PP), 3:0 Koivisto (55.), 3:1 Setzinger (59.).

Schüsse: 39:19
Strafzeiten: 12:14

Aufstellung Österreich:
Suttnig;
Unterluggauer – A. Lakos, R. Lukas – H. Hohenberger, M. Hohenberger – Lavoie, Ulrich –Sintschnig;
Brandner – Ph. Lukas – Kalt, Szücs – Pöck – Trattnig, Salfi – Kaspitz – Setzinger, Perthaler – Schaden – König.

(Quelle: ÖEHV Presseaussendung)
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