NHL: Detroit, Carolina weiter - New Jersey bereits draussen

Sonntag, 28.April 2002 - 14:26

Die erste Runde im NHL Play Off Rennen nähert sich langsam aber sicher ihrem Ende. In der Nacht von Samstag auf Sonntag konnten wieder zwei Mannschaften die nächste Runde erreichen: Detroit gewann auch das dritte Spiel in Vancouver und erreichte ebenso die zweite Runde wie überraschender Weise die Carolina Hurricanes. Diese schlugen mit den New Jersey Devils den Finalisten der letzten beiden Jahre.



Zittern muss weiterhin auch der Sieger des Vorjahres. Nach einem 3:1 in der Serie gegen die LA Kings mussten die Mannen aus Denver im sechsten Spiel eine 1:3 Auswärtsniederlage hinnehmen und in ein entscheidendes 7. Spiel! Und auch Montreal steht vor der Sensation: sie führen gegen Boston mit 3:2 Siegen und können zu Hause alles klar machen.



Alle Spielberichte der vergangenen Nacht gibt es in den Zusatzinfos...



Montreal - Boston 2-1 (2-0/0-1/0-0)
Stand: 3-2



Eine beunruhigende Vorgeschichte hatte dieses 5. Aufeinandertreffen: vor der Partie hatte es Aufrufe gegeben, die Revanche für das Foul von Kyle McLaren (Bruins) an Richard Zednik von den Canadiens forderten. Die NHL bekam davon Wind und hatte zu Fairplay aufgerufen.



Dessen hatte es aber nicht bedurft, denn es war ein sehr faires Spiel, das die beiden Teams bestritten. Nur 5 Mal mussten die Refferees Spieler für 2 Minuten auf die Strafbank schicken!



Die Partie war von Beginn an sehr ausgeglichen und dennoch lag Montreal nach den ersten 20 Minuten in Front. Eine eiskalte Chancenauswertung bescherte den Kanadiern eine 2:0 Führung nach dem ersten Abschnitt. Bill Lindsay (3.) und Oleg Petrov (16.) brachten die Canadiens in Front.



Die Bruins reagierten ab dem Mitteldrittel und setzten Jose Theodore im Tor der Kanadier stark unter Druck. Boston versagte aber zumeist vor dem Tor und wenn man einmal Pech hat, dann gewaltig: gleich vier Mal half die Torstange aus, um das Tor der Canadiens sauber zu halten.



In der 31. Minute war es dann aber doch so weit und Sergei Samsonov brachte die Scheibe zum 1:2 für Bosten im Netz unter. Die 17.565 Zuschauer konnten wieder hoffen, doch es gelang kein weiterer Treffer.



Montreal war die gesamte Partie über in die Defensive gedrängt, was lediglich 11 Saves für den Bostoner Schlussmann Byron Dafoe zeigen.



Dennoch stehen die Canadiens nun als Achter der regulären Saison nun die Sensation schaffen und bereits am Montag zu Hause im Molson Centre die Nummer 1 aus Boston aus dem Rennen werfen.




Carolina - New Jersey 1-0 (0-0/1-0/0-0)
Endstand: 4-2



Die Carolina Hurricanes haben es tatsächlich geschafft! Mit einem 1:0 Sieg im 6. Spiel gegen die favorisierten New Jersey Devils zogen die Hurricanes in die zweite Play Off Runde ein. Damit konnten sie sich für das Erstrundenaus des vergangenen Jahres revanchieren.



Der Dank der Canes gilt vor allem ihrem Goalie Kevin Weekes, der eigentlich nur Backup hinter dem Letten Arturs Irbe ist und im letzten Endes entscheidenden Spiel nicht weniger als 32 Schüsse der Devils abwehren und damit einen Shutout erreichen konnte.



Und auch Captain Ron Francis hatte mit seinen Power Play Tor in der 31. Minute erheblichen Anteil am Auswärtssieg der Hurricanes. Insgesamt hatten die Canes nur zwei Powerplays, von denen sie eines nutzen konnten.



An diesem mageren Rückstand bissen sich die Mannen aus New Jersey die Zähne aus. Immer wieder tauchten sie vor dem Tor der Canes auf, doch selbst aus den besten Einschussmöglichkeiten konnten sie nicht scoren, weil da noch ein Weekes im Tor stand.



Damit geht eine sehr erfolgreiche Ära in der NHL zu Ende. Die New Jersey Devils waren in den vergangenen beiden Jahren immer im Finale um den Stanley Cup und können nun den weiteren Verlauf der Play Offs nur mehr im TV verfolgen.



Für Carolina hat dieser Aufstieg ebenfalls historische Ausmasse: zum ersten Mal seit 16 Jahren gelang den Hurricanes der Aufstieg in die zweite Runde!



Colorado - Los Angeles 1-3 (0-2/1-1/0-0)
Stand: 3-3

Die Los Angeles Kings werden immer mehr zur Angstmannschaft für die Colorado Avalanche. Wie bereits im Vorjahr muss der regierende Stanley Cup Halter erneut in ein entscheidendens 7. Spiel gegen die Kalifornier antreten.



Das Staples Cener zu Los Angeles platzte mit 18.500 Zuschauern aus allen Nähten als die LA Kings ihr letztes Heimspiel in dieser Serie mit 3:1 Toren gegen die Avalanche gewannen.



Damit machten die Kings ihrem Ruf als Comeback-Team alle Ehre: sie waren in dieser Serie bereits mit 1:3 zurück gelegen und haben nun den Ausgleich geschafft, könnten demnach einen leichten psychologischen Vorteil haben.



Colorado wirkte in diesem sechsten Spiel gegen die Kings nicht voll da und waren von Beginn an die schlechtere Mannschaft. Beim 1:0 für die Kings tat dann auch noch der sonst so sichere Goalie der Avalanche, Patrick Royy sein übriges dazu. Zuerst liess er die Scheibe aus der Fanghand fallen und erstarrte dann vor Schreck, als er Jason Allison vor sich sah. Dieser musste in der zweiten Minute nur mehr einschieben, um die Kings mit 1:0 in Fürhung zu bringen.



Auch das zweite Tor fiel für die Hausherren viel zu einfach. Es war Brad Chartrand in der 7. Minute, der auf 2:0 erhöhte.



Und als die Avalanche im Mitteldrittel endlich den Druck erhöhten und ihrerseits auf den Anschlusstreffer drängten, war es Bryan Smolinski, der in der 27. Minute aus einem Konter zum 3:0 ins Netz der Avalanche traf.



In weiterer Folge taten sich die Kings natürlich leicht, einen 3 - Tore - Vorsprung nach Hause zu spielen, wobei die Avalanche nun etwas besser im Spiel war. Letzten Endes war es jedoch die fehlende Konsequenz vor dem Tor, die ein Herankommen der Avs verhinderte. Lediglich der Finne Riku Hahl (30.) konnte einen Shutout von Potvin im Tor der Kings verhindern.



Bei den Avalanche fehlte dieses Mal wieder Peter Forsberg, der in den ersten 5 Spielen gegen die Kings der Top Scorer in Reihen des Stanley Cup Champs gewesen ist.




Detroit - Vancouver 6-4 (2-2/3-0/1-2)
Endstand: 4-2



Ein verrücktes Spiel wurde in Detroit auf noch verrücktere Weise entschieden: es waren zwei Treffer in Unterzahl, die am Ende für einen weiteren Sieg der Red Wings reichten und damit den Aufstieg des grossen Titelfavoriten fixierten.



Innerhalb von 30 Sekunden waren es Nicklas Lidström (27./SH) und Brett Hull (28.(SH), die im Mitteldrittel den Vancouver Canucks das Leben schwer machten.



Damit konnten die Canucks auch ihr drittes Heimspiel nicht gewinnen und schieden mit 2:4 Siegen in der ersten Runde des NHL Play Offs aus.



Und die beiden Short Hander waren nur die Krönung einer aussergewöhnlichen Partie. Von den ersten drei Schüssen liess Vancouver Goalie Dan Cloutier gleich 2 passieren. Es waren die Detroit Stars Tomas Holmstrom (2.) und Igor Larinov (5.), die für die frühe Führung der Gäste sorgten. Danach war das Spiel für Cloutier zu Ende und Peter Skudra musste die Kastanien aus dem Feuer holen.



Doch Vancouver schlug unverbittert zurück und Ed Jovanovski (9./PP) sowie Henrik Sedin (9.) glichen die Partie zum 2:2 aus.



Der General Motors Place in Vancouver stand nach nicht einmal 10 Minuten Kopf und es entwickelte sich ein rassiges Spiel in den ersten 20 Minuten. Erst als die Red Wings im Mitteldrittel zu ungeheurer Form aufliefen und die Gastgeber praktisch vorführten, wurde es leise in Vancouver.



Neben den bereits genannten Unterzahltoren war es Brett Hull (38./pp und 54./pp), der mit seinem Hattrick Hauptanteil am Aufstieg der Red Wings hatte. Zwischenzeitlich hatten die Kanadier noch einmal durch Sedin (47.) den Anschlusstreffer erzielen können.



Obwohl die Canucks praktisch uneinholbar mit 3 Toren zurück lagen versuchten sie am Ende alles und nahmen lange vor der Schlußsirene den Goalie vom Eis und hatten damit sogar Erfolg.



In der 58. Minute sorgte Matt Cooke noch einmal für so etwas wie Hoffnung, als die Canucks noch einmal auf 4:6 verkürzten. Danach hatten die Hausherren sogar noch eine Überzahl, doch es nützte nichts mehr - die Red Wings waren zu abgebrüht.



Damit steigen die Red Wings verdient in die nächste Runde auf und gelten weiterhin als einer der ganz grossen Favoriten auf den Stanley Cup. Quelle: