Olympia: Team USA 1980 entzündet die Olympische Flamme

Samstag, 09.Februar 2002 - 9:13
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Team USA 1980 nach der FlammenentzündungFoto: AP Zum ersten Mal in der Geschichte der Olympischen Winterspiele hat eine Mannschaft die Olympische Flamme bei der Eröffnungszeremonie entzündet.



Eines der bestgehüteten Geheimnisse in Salt Lake City, das dennoch bereits in zahlreichen Spekulationen erwartet worden war, wurde heute Nacht enthüllt und das Team USA, welches am 22. Februar 1980 Eishockeygeschichte mit einem Sieg über die Sowietunion sensationell Gold holte, liess die US Zuschauer jubeln.

Für viele wird dieses Teil der Eishockeygeschichte, das in Lake Placid geschrieben wurde, nicht bekannt sein. In den Zusatzinfos gibt es eine kleine Geschichtsstunde...


Im Jahr 1980 waren Olympische Spiele für Profis im Eishockeysport tabu und so mussten die Teams aus Kanada und den USA wie schon die Jahre zuvor mit einer reinen Amateurtruppe antreten.

Die Kanadier wurden lediglich sechster, während sich die US Boys bis ins Finale vorkämpften und dort den totalen Triumph feiern konnten. Trainer Herb Brooks, der übrigens auch Coach der USA beim Turnier in Salt Lake City ist, hatte ein Team aus Nobodies zusammengestellt, die allesamt vom College kamen.

Zur Vorbereitung auf Olympia spielten die Amerikaner 60 Freundschaftsspiele, in denen sie einen Rekord von 42 Siegen, 14 Niederlagen und 3 Unentschieden schafften. Also ein gutes Omen für das Olympische Turnier, wenn man nicht 3 Tage vor dem Start in Lake Placid einen Test gegen die damals alles dominierenden Sowiets mit 3:10 verloren hätte.

Die USA begannen ihr Turnier mit einem 2:2 gegen Schweden, wobei der Ausgleich durch Bill Baker erst 27 Sekunden vor dem Ende gelang. Es folgte ein 7:3 Kantersieg über die Tschechoslowakei und leichte Siege gegen Norwegen und Rumänien. Im letzten Spiel lagen die Amerikaner nach dem ersten Drittel bereits mit 0:2 gegen die BRD zurück, doch man konnte sich noch erfangen und ging als 4:2 Sieger vom Eis.

Sowohl Schweden als auch die USA beendeten die Vorrunde mit 4 Siegen und 1 Unentschieden, wobei die Schweden das bessere Torverhältnis hatten und daher trafen die US Boys im ersten Spiel der Finalrunde auf die ungefährdeten Russen aus der anderen Gruppe - 13 Tage nach der ernüchternden Niederlage vor den Spielen.

Am 22. Februar 1980 waren 10.000 Zuschauer in der Olympischen Arena und Millionen von TV Zuschauern Zeugen des "Wunders am Eis", wie es am nächsten Tag die Zeitungen auf der gesamten Welt betitelten.

Die Sowiets gingen im ersten Drittel mit 1:0 und 2:1 in Führung, doch ein Treffer von Mark Johnson sorgte für den 2:2 Ausgleich und bei Trainer Victor Tikhonov für Kopfschmerzen. Er setzte einen beinahe unglaublichen Schritt, als er den vermutlich besten Torhüter aller Zeiten, Vladislav Tretiak aus dem Kasten nahm und den Back Up Vladimir Myshkin aufs Eis schickte.

Nach 40 Minuten schien die Rechnung aufzugehen und die Sowiets führten mit 3:2 bei 30:10 Schüssen. Doch im letzten Drittel zeigten die Amerikaner ihr berühmtes Kämpferherz und Johnson konnte erneut ausgleichen. 10 Minuten vor dem Ende war es dann Kapitän Mark Eruzione, der die USA mit 4:3 voranbrachte.

In den letzten Minuten folgte ein Sturmlauf der bis dahin als fast unschlagbar geltenden Sowiets, doch US Goalie Jim Craig machte das beste Spiel seines Lebens und hielt alles, was auf ihn zukam. Am Ende stand ein 4:3 Sieg für die USA zu Buche und eine Nation jubelte.

Zwei Tage später mussten die Amerikaner gegen Finnland antreten. Eine Niederlage hätte die Silbermedaille bedeutet, aber die US Boys setzten ihren Triumphzug fort und holten mit einem 4:2 eine für nicht möglich erachtete Goldmedaille.
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