UNIQA Liga: Aufstand der Kleinen in der UNIQA Liga

Samstag, 05.Januar 2001 - 8:14
 ÖEHV

Die Play Offs vor den Play Offs haben begonnen und jeder Spieltag bringt neue Überraschungen. Vor allem die Teams aus dem breiten Mittelfeld stehen teilweise schon jetzt unter enormem Druck und müssen in jedem Spiel darauf bedacht sein, Punkte zu machen. Eine Niederlage kann bereits vorentscheidend sein.

Die 28. Runde in der UNIQA Liga brachte nicht nur Überraschungen in Gestalt der Graz 99ers und der Innsbrucker Haie, sondern auch Beinahe - Sensationen durch den Tabellenletzten in Kapfenberg und zwei Sieger der Runde.

Die grossen Gewinner in dieser Runde waren einerseits die Vienna Capitals, die mit ihrem Sieg in Lustenau den vierten Tabellenrang zurückerobert haben und damit den Grundstein für eine erfolgreiche Schlussphase der regulären Saison gelegt haben. Andererseits zählt auch Leader Linz zu den Gewinnern!

Mehr zum Fazit der 28. Runde gibt es in den Zusatzinfos...


Tabellenführer Linz war zwar spielfrei in dieser Freitagsrunde, doch durch die Niederlagen der Verfolger aus Villach konnten sie ihren Vorsprung in der Tabelle halten. Jene 3 Punkte Vorsprung, die so wichtig am Ende der regulären Saison sein könnten. Die Linzer haben nun keine Spielpause mehr vor den olympischen Spielen und erwarten am Sonntag den Tabellenletzten aus Kapfenberg in der abermals ausverkauften Eishalle an der Donau.

Die Black Wings werden gewarnt sein vor den Tigers aus der Böhlerstadt, die gegen Meister KAC so tapfer gekämpft hatten und beinahe eine Überraschung schafften. Doch sollten die Linzer die Kapfenberger nicht unterschätzen, wäre alles andere als ein sicherer Sieg der Black Wings eine Überraschung.

Auch die Linzer wissen um die Wichtigkeit der nächsten Tage, in denen es am Dienstag gegen Graz und am Donnerstag im TV Live Spiel gegen Zell/See geht. Den Black Wings fehlt zwar mit Alekhin verletzungsbedingt ein Verteidiger, doch der Kader ist so ausgeglichen, dass auch dieser Ausfall keine Schwieriegkeiten bereiten sollte.

Schwierigkeiten hatte der VSV in Graz mit den 99ers allemal. Nach dem knappen Sieg 5 Tage zuvor gab es am Freitag eine nicht unerwartete aber dennoch überraschende Niederlage für den Vizemeister in Graz. Villach hat damit selbst die Chance vergeben, in der Tabelle auf Leader Linz aufzuschliessen und muss nun in den nächsten Spielen wieder nach hinten in der Tabelle schielen. Dort lauert der KAC mit nur einem Punkt Rückstand.

Jener KAC, der auch am Sonntag im vorläufig letzten Derby der Saison Gastgeber für den VSV ist. Also wieder keine leichte Aufgabe für die Männer von Teamtrainer Ron Kennedy. Das Kärntner Derby hat seine eigenen Gesetze und ein Sieg des KAC ist ebenso jederzeit möglich, wie 2 Punkte für den VSV. Diese Spannung sollte in Klagenfurt allenfalls für gut gefüllte Ränge sorgen.

Am Dienstag kommt Kapfenberg nach Villach - 2 Pflichtpunkte, die nicht so einfach sind, wie der KAC am Freitag vorgezeigt hat. Am Freitag sind die Villacher dann spielfrei und müssen hoffen, dass der Rückstand auf die Linzer dann nicht beriets vorentscheidend gross ist.

Der KAC schrammte im Spiel gegen Kapfenberg knapp an einer Blamage vorbei, hat aber in dieser Partie mit Sicherheit einige Kräfte gespart. Vielen Nachwuchsspielern wurde die Chance gegeben. So tauchte erstmals auch ein junger Mann namens Ofner auf der Scorerliste auf und beweist, wie scheinbar unerschöpflich der Kader der Rotjacken zu sein scheint.

Konzentrationsfehler wie gegen Kapfenberg wird es gegen den VSV mit Sicherheit nicht geben und der KAC wird alles daran setzen, dieses Spiel zu gewinnen. Immerhin winkt bei einem Sieg erstmals in dieser Saison Rang 2 für den Meister, der vor allem in den Play Offs wichtige Privilegien sichern würde - so zum Beispiel das Heimrecht bis ins Halbfinale.

Die Vienna Capitals haben sich in der Tabelle den vierten Rang vorerst gesichert und liegen nun einen Zähler vor den Zeller Eisbären. Der Sieg gegen Lustenau war vielleicht spielerisch keine Offenbarung, doch die Capitals haben bewiesen, dass sie auch kämpferisch im Hinblick auf die Play Offs durchaus mithalten können.

Das müssen sie auch am Sonntag in Innsbruck beweisen. Dann geht es für die Wiener erneut um wichtige Punkte im direkten Duell mit Tabellenkonkurrenten. Die Wiener führen derzeit das Mittelfeld an und somit gilt auch für die Capitals: jedes Spiel ist ein Play Off Spiel!

Ein Sieg in Innsbruck wäre doppelt wichtig für die Wiener, da sie am Dienstag spielfrei sind und daher einen Punktepolster bis Freitag gut gebrauchen könnten. Dann geht es im Duell gegen den KAC nicht nur ums Prestige. Die Capitals haben es in dieser Saison bereits bewiesen, dass sie auch die Grossen schlagen können und Punkte ist es, was die Wiener brauchen im Kampf um den vierten Platz.

Eine sehr schwere Woche steht auch dem EK Zell/See bevor. Daher wird es den Eisbären nicht unrecht kommen, dass sie am Sonntag spielfrei sind. Am Dienstag müssen die Zeller dann in Lustenau jene Punkte zurückholen, die sie am Freitag zu Hause gegen Innsbruck verloren haben. Denn dann kommt eine entscheidende Phase für die Eisbären.

In den folgenden 2 Spielen geht es hintereinander gegen die Grossen der Liga: zuerst am Freitag gegen Leader Linz, dann gegen den VSV. Gegenüber dem Konkurrenten aus Wien sollten da so wenig Punkte wie möglich verloren werden, doch auch aus den hinteren Tabellenregionen droht Ungemach.

Dort lauert mit dem HC Innsbruck ein Team, dessen Potential in der UNIQA Liga durchaus bekannt ist, das aber in dieser Saison mit Sicherheit noch unter Normalform agiert. Der neue Trainer der Innsbrucker Haie hat es aber in relativ kurzer Zeit geschafft, das Feuer in seinen Spielern wieder zu entfachen und der Sieg bei den Zeller Eisbären könnte der Beginn einer Aufholjagd gewesen sein.

Dazu muss aber am Sonntag auch gegen die Wiener zu Hause ein doppelter Punktgewinn her. Nur so kann man die Chance auf Rang 4 noch aufrecht erhalten, da ansonsten der Rückstand auf diesen Platz an der Sonne bereits 5 Punkte betragen würde, was angesichts der Dichte der Liga eher schwierig sein wird aufzuholen.

Noch dazu geht es am Dienstag für die Haie nach Klagenfurt, wo der KAC auf Revanche für die Niederlage im letzten Aufeinandertreffen sinnt und am Freitag zum Westderby nach Lustenau. Vor allem in Vorarlberg muss der HC Innsbruck beweisen, dass er in dieser Saison nicht nur die Grossen schlagen kann, sondern auch gegen die direkten Konkurrenten das notwendige Durchsetzungsvermögen hat.

Denn auch hinter den Innsbruckern lauert mit den 99ers aus Graz ein Anwärter auf Rang 4. Die Grazer benötigen anscheinend für grosse Leistungen immer einen kleinen Anstoss durch ihren Präsidenten, denn immer, wenn Herr Pildner - Steinburg Druck auf Mannschaft und Trainer macht, gelingt den Grazern wie am Freitag gegen den VSV Grosses.

Am besten, der Präsident schimpft gleich weiter, denn am Sonntag heisst der Gegner Lustenau - jenes Team, das in der Tabelle direkt hinter den Grazern steht und unbedingt gewinnen muss, um nicht auf Rang 8 der Liga zu bleiben. Dann geht es zum Tabellenführer aus Linz, eine Mannschaft, gegen die man in dieser Saison zwar nie wirklich schlecht gespielt hat, aber nie gewinnen konnte. Und dann steigt das letzte Steiermarkderby der Saison! Gegen die Kapfenberger werden sich die Grazer ganz besonders anstrengen müssen, da die Tigers ihren Fans zum Abschied aus dieser Saison mit Sicherheit einen Sieg gegen den Lokalrivalen bieten wollen.

Der EHC Lustenau ist so etwas wie das Schreckgespinst der Liga. Die Vorarlberger könnnen jedes Team der Liga schlagen, verlieren aber zu viele Spiele gegen die direkten Konkurrenten in der Tabelle. Derzeit sind die Lustenauer nur Achter und würden damit wie schon im Vorjahr in der ersten Play Off Runde auf die Linzer treffen - so wie es derzeit aussieht.

Das wäre zwar für die Black Wings ein Horroszenario, denn immerhin haben die Lustenauer in dieser Saisone eine Bilanz von 2:1 Siegen gegen die Oberösterreicher, aber die Lustenauer werden dennoch versuchen, sich in der Tabelle noch weiter nach vorne zu arbeiten. Rechnerisch ist der vierte Rang noch nicht ausser Reichweite, praktisch wird es für die Vorarlberger aber vermutlich darum geben, sich in den Kampf um Rang 6 einzumischen.

Dazu haben die Vorarlberger in der nächsten Woche mehr als nur eine Chance. Es geht in drei Spielen gegen drei Tabellenkonkurrenten und daher für die Lustenauer um eine Vorentscheidung im Kampf um die Play Off Plätze. Am Sonntag heisst der Gegner Graz 99ers, gegen die man in der Steiermark fast gewinnen muss, um in der Tabelle aufschliessen zu können. Dann geht es gegen Zell/See und Innsbruck - wieder Teams, die man schlagen muss. Am Ende der kommenden Woche wird man in Lustenau vermutlich ziemlich genau sagen können, wo man nach der regulären Saison stehen wird und daher heisst es für die Vorarlberger in den kommenden Spielen die letzten Reserven zu aktivieren.

Abgeschlagen und dennoch kein Prügelknabe sind die Kapfenberg Tigers an der letzten Stelle der UNIQA Liga. Wie gefährlich die Tigers sein können, haben sie am Freitag im Spiel gegen die zugegeben etwas zu unvorsichtigen Klagenfurter bewiesen. Die Tigers haben laut Meldungen aus den eigenen Reihen den Kampf um die Play Offs aufgegeben und sind daher doppelt gefährlich für die Teams, die um die Plätze in der Tabelle kämpfen.

Die Kapfenberger Spieler werden in den letzten Partien alles geben, um die Saison in einem positiven Licht abzuschliessen. Nicht nur, dass viele einen Leistungsvertrag besitzen, für die Tigers geht es bereits um die Verträge für die nächste Saison. Das macht die Kapfenberger für die Gegner dieser Woche so gefährlich.

Am Sonntag heisst es für die Tigers wieder Schadensbegrenzung in Linz. Die Black Wings müssen gewinnen und die Tigers werden wie schon gegen den KAC mit Sicherheit nicht ohne Widerstand antreten. Ob es für eine Überraschung in Oberösterreich reicht, wird sich zeigen.

Am Dienstag geht es dann im dritten Spiel in Folge gegen einen Grossen. Die Tigers sind beim VSV zu Gast und haben erneut nichts zu verlieren, ehe es am Freitag im Derby gegen die Grazer darum gehen wird, den Fans einen Sieg gegen den Erzrivalen zu schenken.

Die UNIQA Liga geht in ihre entscheidende Phase vor der Olympiapause. Die nächsten Tage werden für viele Teams eine Vorentscheidung bringen und sind daher für alle Mannschaften von enormer Bedeutung. Jetzt eine Verletzung, jetzt eine Sperre oder eine Niederlagenserie und die reguläre Saison endet mit negativem Beigeschmack.

Die ersten drei Ränge scheinen vergeben, wenngleich die Reihenfolge noch nicht ausgespielt ist. Dann folgt ein Mittelfeld, das es in sich hat und in dem noch bis zum 8. Tabellenplatz alles möglich ist, wenngleich die Capitals und der EK Zell/See derzeit die ambitioniertesten Anwärter auf Rang 4 sind. Aber auch Graz, Innsbruck und Lustenau können mit Überraschungen und Siegen in den direkten Duellen noch weit nach vorne kommen. Nur Kapfenberg ist als 9. der Liga abgeschlagen, aber dennoch nicht unwichtig als Zünglein an der Waage.

21 Tage noch, dann wissen wir, wer in den Play Offs gegeneinander spielen wird. Bis dahin ist es ein weiter und dank eines dichtgedrängten Programms vor allem harter Weg für alle Teams der Liga.
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