Österreich: Die Mischung machts



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Freitag, 27.April 2001 - 15:47 - Teamchef Ron Kennedy hat nach der erfolgreichen Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City mit seiner Vertragsverlängerung die Marschrichtung vorgegeben.

Dank Kontinuität und gezielter Nachwuchsförderung haben die Österreicher ihren Platz in der A-Gruppe seit langem sicher. In Sankt Petersburg, bei der letzten WM reichte es in der Vorrunde in Gruppe B zusammen mit der Slowakei, Finnland und Italien nur zum vierten und letzten Platz. In der Abstiegsrunde setzte sich Team Austria dann aber klar gegen die Ukraine, Frankreich und Japan durch und beendete das Turnier mit Platz 13.

Auf altbekannte Gesichter treffen die Österreicher in Nürnberg, ihrem Spielort für die WM 2001. Wiederum in Gruppe B heißen die Kontrahenten am 28.April Finnland und zwei Tage später Slowakei. Um Platz drei, der das Ticket für die Zwischenrunde bedeutet, müssen die Österreicher in ihrem letzten Vorrundenspiel gegen den Asienvertreter Japan gewinnen.

Trainer Ron Kennedy kann bei der WM auf einen International erfahrenen, aber auch talentierten Kader bauen. Die Qualität der Alpenländer haben seit langem auch schon die deutschen Eishockey Clubs entdeckt, so dass Schlüsselspieler, wie der Kapitän des deutschen Meisters München Barons, Simon Wheeldon, keine weite Anreise haben. Martin Ulrich von den Berlin Capitals oder der Austro-Kanadier Dominic Lavoie aus Hannover gelten in der DEL als Topverteidiger mit Offensivqualitäten. Hinzu kommt noch Herbert Hohenberger, der früher in Köln und jetzt in Augsburg aktiv ist, sowie Haie Wirbelwind Dieter Kalt, der nach dem frühen Playoff-Aus der Kölner, gut erholt ins Turnier gehen kann.

Der torgefährlichste Spieler der Österreicher ist einer der Aufsteiger dieser Saison in der DEL. Christoph Brandner von den Krefeld Pinguinen erzielte insgesamt 47 Scorerpunkte und schaffte bei der WM 2000 in Sankt Petersburg in sechs Spielen 4 Tore. Damit teilte er sich den vierten Platz der Torjägerliste mit prominenten Namen wie Pavel Bure oder Bruno Zarrillo.

Zwischen den Pfosten der Rot-Weißen steht Kennedy mit dem ehemaligen Rosenheimer Claus Dalpiaz und dem Schwedenlegionär Reinhard Divis aus Leksand ein erfahrenes Torhüter-Duo zur Verfügung.

Früher waren es nur Austro-Kanadier, die das Gerüst der Mannschaft bildeten - heute rücken einheimische Talente nach. Sie gehen zum Großteil nach Nordamerika um dort eine optimale Ausbildung zu bekommen und kehren nach Österreich zurück. Bestes Beispiel sind die beiden Villacher Gerhard Unterluggauer und Martin Hohenberger, die zu Stützen von Ron Kennedys Team geworden sind.

Der Geheimtipp der WM ist Matthias Trattnig. Der 22-jährige Stürmer studiert momentan an der Universität von Maine und bei der Weltmeisterschaft könnte sein Stern im Trikot der Österreicher aufgehen.

>br>Nicht erst seit dem Sieg der VEU Feldkirch in der Europaligasaison 97/98 haben sich die Österreicher auf dem internationalen Parkett Respekt verdient. Der Platz in der Zwischenrunde ist für die Mannen von Coach Ron Kennedy realistisch, das Viertelfinale hingegen wird wohl ohne Beteiligung der Alpenrepublik vonstatten gehen.

Österreich

8.027 aktive Spieler, 19 Eishallen

Die WM-Platzierungen der letzten zehn Jahre:

1991: B-WM 5.

1992: B-WM 1. (Aufstieg)

1993: A-WM 9.

1994: A-WM 8.

1995: A-WM 11.

1996: A-WM 12. (Abstieg)

1997: B-WM 4. (Aufstieg)

1998: A-WM 15.

1999: A-WM 10.

2000: A-WM 13.