06.03.2016, Albert Schultz Halle, Wien, AUT, EBEL, UPC Vienna Capitals vs EC VSV, Viertelfinale, 5. Spiel, im Bild Greg Holst (EC VSV, Headcoach) // during the Erste Bank Icehockey League 5th quarterfinal match between UPC Vienna Capitals and EC VSV at the Albert Schultz Halle in Vienna, Austria on 2016/03/06. EXPA Pictures © 2016, PhotoCredit: EXPA/ Alexander Forst EXPA/ Alexander Forst

Kaderbewertung: Wird der VSV die große Überraschung?



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Dienstag, 06.September 2016 - 13:34 - Der VSV hat in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen gesorgt. Da war der Abschied von Forever Abos, die finanziellen Einsparungen durch die GmbH Umwandlung und einige Abgänge. Aber die Kärntner haben gut gearbeitet und sich mit interessanten neuen Spielern verstärkt. Kann man an der Drau heuer die Top 6 angreifen, oder ist da noch mehr drin?
Inhaltsverzeichnis:
» Die Ausgangslage
» Kaderbewertung VSV – Torhüter und Abwehr:
» Kaderbewertung VSV – Angriff und Trainer:
» Die Zwischenwertung in der HF.at Kaderbewertung:


Die Ausgangslage
Vier Jahre in Folge ist der VSV nun schon ins Play Off vorgedrungen und trotzdem hängen die Adler ein wenig an dem Ruf fest, schlechte Saisonen gespielt zu haben. Für die Erwartungen am traditionellen Eishockeystandort mag das zwar stimmen, aber der sportliche Erfolg kann sich in einer immer enger werdenden Liga trotzdem sehen lassen. Zwei Mal standen die Kärntner in den letzten beiden Jahren im Halbfinale. So auch im letzten Jahr, als man erst in den letzten Monaten so richtig in Fahrt kam.

Statistische Fakten 15/16:
Power Play: 16,94% (6.)
Penalty Killing 86,40% (2.)
Fairplay 10,5 Min/Sp (4.)
Scoring Effizienz 8,12% (10.)
Goalkeeping 93,03% (1.)
Tore geschossen: 120 (7.)*
Tore erhalten: 106 (2.)*

*zwecks Vergleichbarkeit nur aus dem Grunddurchgang

Zum zweiten Mal in Folge legten die Villacher einen ganz schlechten Start hin und vermiesten sich einen besseren Platz schon sehr früh in der Saison. Spätestens mit der Amtsübernahme durch Greg Holst wurde alles etwas besser. Die Siege kamen, was vor allem an einer stabilen Abwehr und wieder einmal am herausragenden JP Lamoureux lag. Keine andere Mannschaft hatte ein besseres Torhüterduo als der VSV, auch das Penalty Killing konnte sich sehen lassen. Summa summarum kassierten die Kärntner dadurch auch weniger Gegentore als noch im Jahr davor.

Allerdings schosse sie auch weniger. Das Power Play wurde nach dem Abgang von Jason Krog und Darren Haydar gleich um 6% schlechter und unterm Strich war die Offensive nicht mehr ganz so durchschlagskräftig wie noch im Jahr davor. Diesen Rückschritt machte man mit der beschriebenen Verbesserung im Defensivbereich wett.

Wenn man finanziell nicht mehr mit der Konkurrenz mit kann, dann ist es unausweichlich, dass man wichtige Spieler verliert. Bei einigen war der VSV allerdings auch selbst Schuld, wartete er doch zu lange auf die Angebotslegung und die Spieler hatten sich dann schon anderweitig umgesehen. Diesen Vorwurf kann man den Kärntnern beim Torhüter nicht machen, denn Jean Philippe Lamoureux hielt die Kärntner so lange hin, bis diese nicht mehr anders konnten/wollten und einen neuen Mann verpflichteten. Dadurch wurde allerdings auch Geld frei, das man intelligent einsetzte und neue Spieler holte, die das Potential haben, an die furiosen Duos wie Hughes/Ryan oder Krog/Haydar anzuschließen.

Unter Greg Holst wurde die Disziplin großgeschrieben. Nicht nur was Strafen betrifft, sondern auch die Systemdisziplin innerhalb einer Partie. Der VSV war kompakt, nur sehr schwer zu schlagen und machte eisläuferische bzw. technische Defizite gewohnt kämpferisch wett. An diesem Stil wird sich auch heuer nichts ändern. Greg Holst ist kein Taktikguru, aber er hat sein Team im Griff und kann es motivieren. Ob das auch über eine Saison mit all ihren Höhen und Tiefen gut geht wird sich weisen. Der letzte Meistertitel ist schon zehn Jahre her, das letzte Finale liegt auch schon neun Jahre zurück. Der VSV rudert und kämpft um den Anschluss an die Top Teams der Liga. Die Mischung heuer stimmt, auch wenn man im Vergleich zur Salzburg oder Wien nicht ganz die vergleichbare Tiefe im Kader hat, heuer wirkt man trotzdem besser besetzt. Die neuen Offensivleute sind der Versuch wieder spektakulärer zu werden. Das sollte zumindest für die Top 6 reichen, wenn man keine gröberen Verletzungen von Leistungsträgern zu beklagen hat. In den Play Offs muss man dann ohnehin immer mit dem VSV rechnen.
HF.at Prognose: Platz 3 bis 6




» Zu Teil 2: Kaderbewertung VSV – Torhüter und Abwehr:

passende Links:

Erste Bank Eishockey Liga


Quelle:red/KF