photo_499842_20140316.jpg

Kaderbewertung: Ein schweres Jahr für den VSV?



Teilen auf facebook


Mittwoch, 02.September 2015 - 7:16 - Es ist fast schon wie das Amen in einem Sommergebet, wenn man kurz vor Saisonstart über die Chancen und Möglichkeiten des VSV spricht: die Kärntner haben erneut wichtige Abgänge zu kompensieren und gehen als krasser Außenseiter in eine immer enger werdende Meisterschaft. Vom Titel darf man nur träumen, oder geht es gar nur noch um die Play Off Teilnahme?
Inhaltsverzeichnis:
» Die Ausgangslage
» Kaderbewertung VSV – Torhüter und Abwehr:
» Kaderbewertung VSV – Angriff und Trainer:
» Die Zwischenwertung in der HF.at Kaderbewertung:


Die Ausgangslage
Vor einem Jahr ging der VSV in eine neue Saison und wusste, dass man in der Offensive ein Problem haben würde. Mit dem Abgang des Duos Hughes/Ryan verlor man die beiden besten Stürmer der Liga und es war klar, dass man diese beiden Stars nicht einfach so ersetzen würde können. Diese Erwartung wurde dann auch vollends erfüllt, denn die Villacher rutschen von Platz 1 was die Effizienz vor dem Tor betrifft auf Rang 10 ab. Die Statistiken der letzten Saison sind dennoch etwas getrübt, denn ein insgesamt noch durchaus annehmbarer erster Teil der Meisterschaft übertünchte die danach auftretenden Probleme.

Statistische Fakten 14/15:
Power Play: 22,33% (4.)
Penalty Killing 82,16% (3.)
Fairplay 11,66 Min/Sp (8.)
Scoring Effizienz 7,75% (10.)
Goalkeeping 92,55% (1.)
Tore geschossen: 132 (5.)*
Tore erhalten: 119 (4.)*

*zwecks Vergleichbarkeit nur aus dem Grunddurchgang

Es war in ganz miserabler Start, den der VSV letztes Jahr hinlegte. Die Adler verloren 9 ihrer ersten 13 Spiele und es war schnell Feuer am Villacher Dach. Die Offensive ohne Biss und Durchschlagskraft ließ schon früh Unruhe aufkommen. Dass man mit Jason Krog und Darren Haydar zwei Verstärkungen aus Zagreb holte schaffte Abhilfe. Die beiden Altstars geigten in der EBEL auf und zeigten sich für insgesamt 36 Tore verantwortlich, waren insgesamt an über 80 Treffer beteiligt. Das Spiel, es stand und fiel mit der Leistung der beiden Stürmer. Das machte sich dann in der Zwischenrunde bemerkbar, als gar nichts mehr ging. Anders als in den Jahren zuvor hatte Trainer Järvenpää diese Pick Round als „ernst zu nehmen“ eingestuft, aber die Villacher verloren trotzdem alle 10 Partien dieser zweiten Meisterschaftsphase und erzielten in diesen Matches auch nur noch beschämende 11 Tore – bei 29 Gegentoren! Es war der Wurm drin und man bekam im Viertelfinale schließlich auch noch den späteren Meister aus Salzburg. Die Kärntner kämpften brav, holten zumindest einen Sieg, aber mehr hatte man auch schon nicht zu melden.

Neben den beiden Stars im Sturm war es auch noch Jean-Philippe Lamoureux, der für den VSV zum wichtigsten Spieler avancierte. Der Amerikaner war auch letzte Saison der beste Torhüter der Liga und für uns von Hockeyfans.at auch MVP der Liga. Kein anderer Crack ist für den Erfolg seiner Mannschaft so wichtig, wie Lamoureux für die Draustädter. Kein Wunder, dass die Torhüterwertungen von den Adlern angeführt wurden und man mit diesem Mann im Rücken auch was die erhaltenen Tore betrifft mit den Top-Teams mithalten kann. Das wird sich auch in der Saison 2015/16 nicht ändern.

Die Kadertiefe war das große Problem letzte Saison und daran arbeitete man auch. Allerdings hat der VSV auch vor der neuen Spielzeit ein ganz großes Problem: es fehlen die Macher und Knipser im Sturm. Wer soll die Tore in einer Mannschaft schießen, die voll ist von Arbeitern und am ersten Blick durchschnittlichen Legionären? Im Vergleich zu den ganz Großen der EBEL hat man einen Rückschritt gemacht und es wäre wenig überraschend, wenn man nach wenigen Wochen im Spielbetrieb erneut nach Torjägern sucht. Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass der VSV noch immer 4 Punkte frei hat, die man mit einem Legionär „verwerten“ könnte. Allerdings soll es am nötigen Kleingeld fehlen, weshalb man bei den Kärntnern vorerst abwartet. Heuer ist mal wieder die Mannschaft der Star bei den Adlern, man baut auf homogene Angriffslinien und viele Villacher im Team.

Im Tor bleibt der VSV eine Bank, hinten hilft Torhütergott Lamoureux. Davor hat man am Defensivkern festgehalten und diesen gezielt mit im Offensivruf stehenden Legionären ergänzt. Und im Angriff hat man sich breiter aufgestellt, ohne jedoch Scoringtiefe zu besitzen. Das wird auf Dauer nicht gut gehen und selbst im Vergleich zu Mannschaften wie Fehervar, Znojmo oder Dornbirn wird es für diese Adler wohl schwer werden, sich durchzusetzen. Es ist zu befürchten, dass man zum ersten Mal seit 2012 wieder einmal ganz heftig um die Play Offs kämpfen muss. Der letzte Meistertitel für den VSV ist schon lange aus: 2006 holte man den Pokal, ein Jahr später stand man noch einmal im Finale. Seither gab es fünf Viertelfinal-Enttäuschungen und zwei Mal das Aus im Halbfinale. Mit der bestehenden Mannschaft scheint das primäre Ziel zu werden, einmal die Top 8 zu erreichen. Wenn man das schafft, wäre jede überstandene Play Off Runde eine Sensation.
HF.at Prognose: Platz 5 bis 8




» Zu Teil 2: Kaderbewertung VSV – Torhüter und Abwehr:

passende Links:

Erste Bank Eishockey Liga


Quelle:red/kf