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Kaderbewertung: Kann Fehervar heuer teuflisch überraschen?



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Sonntag, 31.August 2014 - 11:00 - Unterhalb des Radars bewegen sich die roten Teufel aus Szekesfehervar. Nicht nur während des Sommers, sondern meistens auch die ganze Meisterschaft hindurch. Irgendwie werden die Ungarn nur selten so richtig wahrgenommen, weil sie mit einer meist guten Mannschaft zwar brav mitspielen, aber kaum große Sprünge nach vorne machen. Ob sich das 2014/15 ändern wird beleuchten wir in unserer Kaderbewertung.
Inhaltsverzeichnis:
» Die Ausgangslage
» Kaderbewertung Fehervar AV19 – Torhüter und Abwehr:
» Kaderbewertung Fehervar AV19 – Angriff und Trainer:
» Die Zwischenwertung in der HF.at Kaderbewertung:


Die Ausgangslage
Es gab aus Ungarn im Sommer einige Signale, die etwas Besorgnis erregend waren. Schon in der Vergangenheit waren Gerüchte im Umlauf, wonach Fehervar das ein oder andere Mal finanzielle Probleme hatte und daher Spieler abgegeben werden mussten. Dieses Jahr war es der Abgang von Trainer Marty Raymond, der für Kopfzerbrechen sorgte. Der Coach hatte erst wenige Wochen zuvor seinen Vertrag in Szekesfehervar verlängert, ehe er sich unter dubiosen Umständen doch noch verabschiedete. Angeblich waren es ausgebliebene bzw. verspätete Prämienzahlungen, die ihm den Ausstieg aus dem neuen Vertrag ermöglichten.

Das kam allerdings sehr spät und nur Tage vor dem Trainingsauftakt. Das hieß für die Magyaren, dass man schnell reagieren musste und wenig überraschend wurde der „Co“ zum „Head“ befördert. Ein Blick auf die Statistiken zeigt, dass Fehervar das größte Team der EBEL stellt (Durchschnitt 184,80 Zentimeter) und auch beim Körpergewicht gut mithalten kann (Platz 4 in der Gewichtswertung). Rein von der Physis her darf man also auch in dieser Saison einiges an Gegenwehr erwarten. Die Zeiten, in denen die Ungarn praktisch „automatisch“ die Fairplay Wertung gewannen sind längst vorbei, unfair spielen die Magyaren deswegen aber auch nicht.

Statistische Fakten 13/14:
Power Play: 16,19% (10.)
Penalty Killing 79,75% (8.)
Fairplay 12,31 Min/Sp (4.)
Shorthander 5 (10.)
Scoring Effizienz 8,81% (7.)
Goalkeeping 90,83% (6.)
Tore geschossen: 119 (8.)*
Tore erhalten: 147 (9.)*

*zwecks Vergleichbarkeit nur aus dem Grunddurchgang

In der letzten Saison brauchte Szekesfehervar sehr, sehr lange ehe man in Form kam. Im Grunddurchgang startete man zwar Anfangs gut, ließ dann aber ganz stark nach und konnte vor allem zwischen Anfang November und Weihnachten kaum punkten. Das warf die roten Teufel so weit zurück, dass man in der Zwischenrunde um die letzten beiden Play Off Plätze kämpfen musste. In der Quali-Phase gab es dann gleich vier Siege in Serie zum Auftakt und der Grundstein fürs Viertelfinale war gelegt. Dass dort dann mit einem Sweep das Ende der Saison kam, war enttäuschend. Vor allem die Deutlichkeit.

Auffällig war in der letzten Saison, dass man in keiner Teamwertung wirklich vorne mitmischte. Egal ob die Special Teams, Offensive oder Defensive – überall war man im Mittelfeld der Liga zu finden. Ein Durchschnittsteam also, das es aber geschafft hat zum wichtigsten Zeitpunkt des Jahres so konzentriert so sein, um ins Viertelfinale vorzustoßen. Eine derart kluge Saisoneinteilung wird es auch dieses Jahr brauchen, denn die Ungarn gehen erneut als klarer Außenseiter an den Start und es ist zu befürchten, dass man erneut den Weg über die Qualirunde gehen wird müssen. Es gibt einige Fragezeichen in der Kaderplanung, vor allem im Tor hat man derzeit noch ganz massive Probleme. Nach vorne muss man sich steigern, in der Abwehr braucht man deutlich mehr Sattelfestigkeit, um sich im Grunddurchgang nicht wieder mit den Nachzüglern der Liga messen zu müssen.

Viel hat sich im Vergleich zur letzten Saison nicht geändert, der nötige Schritt nach vorne scheint nicht wirklich gelungen zu sein. In der Vergangenheit hat es Szekesfehervar nie geschafft zwei Mal in Folge in die Play Offs zu kommen. Das würde für 2014/15 ein frühes Saisonende andeuten. Doch der merkwürdige EBEL Modus wird auch den roten Teufeln die Chance geben, in der Zwischenrunde zum erneuten Erfolgslauf auszuholen. Ob das wieder so gelingt wie im heurigen Frühjahr bleibt abzuwarten. Der Abstand zu den Favoriten ist sicher nicht kleiner geworden, ehemals erreichbare Tabellennachbarn wie Dornbirn oder der KAC und Graz scheinen sich verbessert zu haben. Es könnte schwer werden...

HF.at Prognose: Platz 8 bis 11



» Zu Teil 2: Kaderbewertung Fehervar AV19 – Torhüter und Abwehr:

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