13-14-aut-slo-starkbaum3.hf.250.jpg Reinhard Eisenbauer

0:4 gegen Slowenien! Österreich vergibt Jahrhundert Chance!



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Dienstag, 18.Februar 2014 - 11:12 - Slowenien im siebten Himmel und Österreich am Weg nach Hause! Im Duell der beiden B-Nationen hat das Team Austria eine empfindliche 0:4 Pleite erlitten und scheidet damit aus dem Olympiaturnier aus. Slowenien steht morgen Vormittag gegen Schweden im Viertelfinale.

Bereits von der ersten Sekunde zeigte Slowenien, dass man in diesem Nachbarschaftsduell heiß auf den Sieg ist. Das Spiel hatte gerade erst begonnen, da traf Anze Kopitar auch schon die Stange und Mathias Lange war im Glück. Die Österreicher brauchten zwar etwas länger, hatten dann aber durch Unterluggauer und Grabner Möglichkeiten aus der Halbdistanz, die nicht genützt werden konnten.

Insgesamt zeigte sich aber schon zu diesem Zeitpunkt, dass Slowenien vor dem eigenen Tor sehr dicht gestaffelt stehen wollte und den ÖEHV Verteidigern mit schnellem, variantenreichem Angriffsspiel das Leben schwer machen würde. So auch in der 6. Minute, als Rok Ticar zuerst noch vergab, wenig später aber dann doch das erste Tor fiel. Zuerst verpasste Andreas Nödl in Unterzahl seinen Gegenspieler und dann rutschte Mathias Lange die Scheibe nach einem Schuss von Anze Kopitar zwischen den Schonern durch. Ein unglücklicher Gegentreffer, der Wirkung zeigte. Beinahe hätte nämlich David Rodman sogar auf 2:0 erhöht, nachdem Andre Lakos einen Querpass durchrutschen ließ. Aber der Schuss des Slowenen ging knapp über die Querlatte.

Kristan verhindert halbes Dutzend Grabners
Die Antwort der Österreicher hätte folgen können, wäre nicht Robert Kristan zur Stelle gewesen. Nach schönem Pass von Thomas Vanek fackelte Michael Grabner am langen Eck nicht lange herum und zog sofort ab. Aber der slowenische Goalie packte einen Megasave aus und hielt „die Null“ fest. Es sollte die letzte halbwegs gefährliche Szene des Team Austria bleiben, denn nach einem weiteren Stangenschuss der Slowenen war es ein Fehler von Thomas Vanek, der das nächste Unglück einleitete. Die Slowenen waren plözlich trotz Unterzahl an der rechten Seite durch Urbas auf und davon und dieser traf am erneut nicht gut stehenden Lange vorbei ins kurze Kreuzeck.

Das 0:2 – und das zeigte richtig Wirkung. Die Österreicher wirkten nun verunsichert und brachten im Angriff kaum mehr gezielte Versuche aufs slowenische Tor. Man vermisste das aggressive Körperspiel aus dem Norwegenmatch und so waren es die sehr wendigen Slowenen, die weiterhin den Ton angaben. Es blieb beim 0:2 nach den ersten 20 Minuten, zufrieden konnte man mit der Leistung des ÖEHV Teams zu diesem Zeitpunkt noch nicht sein. Da musste mehr kommen, um eine Chance aufs Viertelfinale zu haben.

Aber anstatt sich nun aggressiver und schneller zu zeigen liefen die Viveiros-Schützlinge weiterhin hinterher. Die Slowenen blieben geistig frischer und wirkten auch körperlich spritziger. Das zeigte sich in der 24. Minute eindrucksvoll, als in der Abwehr die Zustimmung erneut nicht stimmte und Kovacevic aus der Halbdistanz abziehen konnte. Mathias Lange war ohne Chance gegen den Knaller und es hieß sogar 0:3!

Effizienz ließ auf sich warten
Es dauerte lange, bis sich Österreich von diesem nächsten Tiefschlag erholte. Erst eine Strafe gegen den Villacher Klemen Pretnar auf Seite der Slowenen brachte das Team Austria wieder besser in Fahrt. Andre Lakos hatte in der 33. Minute am langen Eck die große Möglichkeit zum ersten Tor, das aber verwehrt blieb. Wieder war Robert Kristan zur Stelle und der Schwung dahin. Stattdessen tasteten sich die Slowenen durch Mursak und Ticar wieder näher an die endgültige Entscheidung heran. Es blieb dabei, dass die Österreicher kein Mittel fanden, um sich gegen die massiv stehende Defensive des Gegners durchzusetzen – und nach hinten hatte man gegen die schnellen Konterstöße der Slowenen immer wieder schwere Probleme.

Somit hieß es nach 40 Minuten 0:3 aus der Sicht der Österreicher und die Viertelfinalchance war in weite Ferne gerückt. Slowenien wirkte zu abgeklärt, um dieses Match noch aus der Hand zu geben. Aber noch war ein Drittel zu spielen und im Eishockey ist selbst eine Dreitoreführung noch kein Sieg. Allerdings musste Österreich den letzten Abschnitt mit einer Strafe und damit einer Unterzahl beginnen. Diese überstand das Team Austria zwar, konnte aber auch danach nicht zur notwendig Verzweiflung finden, um dieses Match vielleicht doch noch einmal herum zu reißen.

Slowenen warten, Österreicher verzweifeln
Und Slowenien spielte verständlicher Weise auch nicht mit. Kopitar & Co. versuchten das Risiko zu minimieren, machten das eigene Defensivdrittel dicht und warteten geduldig auf die entscheidende Konterchance. Diese hatte aber Thomas Vanek in der 47. Minute, als er wunderbar auf die Reise geschickt wurde. Doch der NHL Stürmer konnte dieses Break nicht nützen und somit blieb es bei der klaren Führung der Slowenen.

Auch Michael Raffl scheiterte kurze Zeit später an Robert Kristan im gegnerischen Tor und die rot-weiß-roten Stürmer fanden viel zu wenig Chancen vor, um sich gefährlich in Szene zu setzen. Zu sicher und souverän stand die Abwehr der Slowenen. So verpufften die Angriffe der Österreicher bereits an der gegnerischen blauen Linie und es musste volles Risiko gegangen werden. Mehr als drei Minuten vor dem Ende holte Manny Viveiros seinen Torhüter vom Eis, 2:58 Minuten vor der Sirene traf Jan Mursak ganz tief ins rot-weiß-rote Herz zum 4:0 ins leere Tor.

Damit endete das Olympische Eishockeyturnier von Sotschi mit einem 0:4. Während die Slowenen als Olympianeuling ins Viertelfinale einziehen dürfen sich die Spieler aus Österreich mit der Heimreise und den nächste Woche wieder anstehenden Meisterschaftsspielen beschäftigen.

Fazit:
Wie so oft, wenn es für Österreichs Eishockey um „historische Chancen“ geht wurde es nichts aus der besten Leistung. Das Team Austria ließ im Match gegen Slowenien Tugenden wie Kampfgeist, Einsatz, Leidenschaft und Zug zum Tor vermissen, während der Gegner alles richtig machte. In den letzten Tagen war die Sportart „Eishockey“ plötzlich auch medial im Brennpunkt, doch mit der heutigen Leistung und einer 0:4 Niederlage gegen Slowenien hat man diese große Chance vertan und das Olympiaturnier letzten Endes enttäuschend beendet. Und das, obwohl man vielleicht sogar mehr erreicht hat, als man eigenltich vor dem Turnier erwarten durfte...

Slowenien – Österreich 4:0 (2:0, 1:0, 1:0)
Tore: 1:0 Kopitar (6./PP), 2:0 Urbas (12./SH), 3:0 Kovacevic (24.), 4:0 Mursak (58./EN).
Schüsse: 35:30 (15:10, 10:10, 10:10)
Strafen: 6:10 Minuten (4:4, 2:2, 0:2)

Aufstellung Österreich:
Tor: Lange (Starkbaum)
Linie 1: Trattnig/Lakos - M Raffl/Vanek/Grabner
Linie 2: Pöck/Lukas - Latusa/Koch/Lebler
Linie 3: Altmann/F Iberer - T Raffl/Nödl/Hundertpfund
Linie 4: Unterluggauer/Ulmer – Oberkofler/Welser/M Iberer

Nicht im Kader: Swette, Herburger, Setzinger.

passende Links:

nhl.com
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