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OIympia: Ist die Schweiz für die nächste Sensation gut genug?



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Dienstag, 11.Februar 2014 - 14:28 - Ein Eishockeywunder hat die Schweiz in den letzten 12 Monaten schon geschafft. Mit dem Vize-Weltmeistertitel haben sich die Eisgenossen in den Blickpunkt der Fachwelt gespielt. Und auch in Sotschi hat man einen starken Kader - aber ist der wirklich gut genug, um gegen die ganz großen Namen zu überraschen?

Zwei Mal in Folge eine Sensation zu schaffen, das wird wohl selbst für die Schweiz eine Nummer zu groß sein. Nach der Silbermedaille beim letzten WM Turnier fliegt man bei Olympia nicht mehr unter dem Aufmerksamkeitsradar durch. Doch trotz des Erfolgs im vergangenen Frühsommer geht man in Sotschi als krasser Außenseiter an den Start.

In der Gruppe C bekommt man es mit Tschechien, Schweden und Lettland zu tun - und man macht sich durchaus Hoffnungen auf den zweiten Gruppenplatz. Das liegt auch daran, dass man mit 9 NHL Spielern antreten kann und erstmals seit vier Jahren auch wieder Jonas Hiller ins Tor stellen darf. Der Goalie der Anaheim Ducks hat sich in der NHL etabliert und konnte bei den vergangenen WM Turnieren nicht zum SEHV Team stoßen.

Hiller ist die klare Nummer 1 bei den Eisgenossen, Ligakollege Reto Berra von den Calgary Flames bekam in der laufenden Saison viel zu wenig Eiszeit und konnte in dieser auch nicht überzeugen. Tobias Stephan von Servette Genf wird über die Rolle des Ersatzmannes nicht hinweg kommen.

Auch in der Abwehr kann die Schweiz auf vier gestandene NHL Cracks zurückgreifen. Mit Verteidigen wir Roman Josi oder Mark Streit hat man Leaderfiguren im Team, die auch "Marathoneiszeiten" überstehen. Raphael Diaz und Yannick Weber haben sich in Nordamerika ihre Sporen verdient und sind ebenso erfahren wie der Rest der Abwehr, der ausschließlich aus NLA Spielern zusammengestellt wurde.

Nach vorne wird es wieder dieser Euphorie bedürfen, die man im vergangen Jahr bei der WM hatte und so unbekümmert drauf los spielte. Mit Simon Moser, Nino Niederreiter und Damien Brunner hat man auch hier NHL Spieler im Aufgebot, die allerdings in ihren Teams keine Leaderrollen einnehmen. Diese Funktionen werden wohl ein Andreas Ambühl, Roman Wick oder Martin Plüss erfüllen. Der Sturm besticht wieder einmal durch viele International unbekannte Namen, die allerdings durch die technisch hochklassige Schule der Schweizer NLA gegangen sind.

Trainer Sean Simpson kann sein Team ohne Druck aufspielen lassen, denn trotz Vizeweltmeisterschaft wäre jede überstandene K.O. Runde eine Überraschung. In Vancouver wurde man 2010 Achter, vier Jahre zuvor landete die Schweiz am ausgezeichneten sechsten Platz. Das Turnier von Sotschi ist die erste echte Bewährungsprobe nach der Sensation bei der WM im Vorjahr und sollte das Team Suisse tatsächlich erneut einen Sprung in die Nähe der Medaillenränge machen, dann wäre man endgültig in der Rige der ganz großen Eishockeynationen angekommen.

passende Links:

hockeyfans.ch
nhl.com
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