14-aut-den-oberkofler3.250.jpg Reinhard Eisenbauer

Österreich scheitert gegen Dänemark an sich selbst



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Dienstag, 04.Februar 2014 - 22:25 - Zwei haltbare Tore, dazu noch unglaublich viele ungenützte Chancen – mit diesen beiden Problempunkten verabschiedete sich das Team Austria von heimischem Eishockeyboden. Die Österreicher unterlagen gegen deutlich effizientere Dänen mit 2:3 und machen sich mit einem Ergebnis, das gar nicht nach Wunsch ist, in Richtung Russland.

Noch ohne seine drei NHL Spieler schickte Trainer Manny Viveiros das Team Austria zum Testspiel gegen Dänemark aufs Eis. Die ÖEHV Truppe begann vor einer gut gefüllten Halle in Wien-Kagran dann auch sehr ambitioniert und flott, war spielbestimmend. Doch die Österreicher konnten noch nicht viel Druck aufs Tor ausüben, während die Gäste aus Dänemark deutlich effizienter waren. Im ersten Power Play (Koch auf der Bank) folgte dann auch gleich die Führung. Der erste gute Schuss aufs Tor zappelte hinter Rene Swette im Netz, wobei der Keeper, der in Sotschi wohl nur die Nummer 3 sein wird, nicht wirklich glücklich wirkte.

Die Österreicher glänzten in weiterer Folge vor allem durch unnötiges Foulspiel und ungenaue Pässe, sowie ein überhastetes Aufbauspiel. So war es eine Einzelaktion von Stefan Ulmer, die für die größte Gefahr vor Dänengoalie Galbraith sorgte. Der Verteidiger aus der Schweizer NLA tankte sich quer übers Eis und wurde erst vom letzten Mann gestoppt. Das reichte aber, um nach zwanzig Minuten kein Gegentor zuzulassen, denn das Team Austria konnte nur durch Altmann und in der letzten Minute durch Brian Lebler gefährlich werden. Der Linzer Stürmer brachte allerdings bei seinem Abpraller im Power Play keinen Druck hinter den Schuss und so trudelte die Scheibe relativ ungefährlich Richtung Linie, wurde ohne Probleme vom Torhüter gehalten.

Zu diesem Zeitpunkt stand es allerdings schon 0:2, denn in der 17. Minute hatte sich die Abwehr der Viveiros-Truppe eine Schlafstunde geleistet und Jesper Jensen wurde auf die Reise geschickt. Der Stürmer ließ sich diese Chance nicht nehmen, machte das zweite Tor. Mit diesem Zwischenstand waren die rot-weiß-roten Kufencracks auch noch gut bedient, denn Dänemark hatte durchaus die Möglichkeiten, noch weiter davonzuziehen. Alleine das Schussverhältnis von 6:13 spricht eine deutliche Sprache, was den Spielaufbau bei den Hausherren betrifft.

Österreich wird besser, Dänen bleiben effizient
Daran änderten die ÖEHV Spieler aber im Mittelabschnitt so einiges. Das Team Austria machte von Beginn weg Druck, wirkte plötzlich klar überlegen und erspielte sich fast schon im Minutentakt Torchancen. Was fehlte, war die Effizienz. In der 28. Minute war Thomas Koch auf und davon, doch auch der KAC Kapitän konnte die Scheibe nicht unterbringen. Die mangelnde Effizienz war es auch, die weiterhin ein 2:0 für Dänemark auf der Anzeigetafel stehen ließen.

Doch während Österreich optisch deutlich besser war als noch im ersten Drittel, blieben die Gäste immer wieder in ihren Kontern brandgefährlich. In den ersten 10 Minuten des Abschnitts hatte noch Rene Swette einige gute Saves, als dann Mathias Lange zur Halbzeit ins Spiel kam, stand auch er sofort im Brennpunkt, als die Dänen in Unterzahl konterten.

Das Zepter nun klar in der Hand hatte das Team Österreich, das sich viele Möglichkeiten erspielte, aber nichts ins Netz brachte. Zwei Stangenschüsse, insgesamt 19 Torschüsse alleine im zweiten Drittel und trotzdem reichte es nur zum Anschlusstreffer. Den leitete Brian Lebler selbst ein und schloss einen schnellen Konter auch selbst ab. Die kalte Dusche folgte aber sofort, denn Steffen Frank netzte 9 Sekunden vor der Pause zum 3:1 üfr die Dänen ein – und auch hier war der ÖEHV Keeper nicht überzeugend.

Chancentod Österreich
Im letzten Drittel setzten die Gastgeber ihr druckvolles Spiel fort und kamen durch einen Lattenschuss von Gerhard Unterluggauer zur nächsten großen Chance. Wenig später ließ Daniel Welser einen Riesensitzer aus und unterstrich das Effizienzproblem an diesem Abend eindrucksvoll. Es war erneut Brian Lebler vorbehalten, die ÖEHV Truppe heranzubringen. Der Stürmer zog in der 49. Minute mit der Backhand ab und traf unhaltbar genau unter die Querlatte.

Beinahe hätte Dänemark erneut gekontert, denn nur kurze Zeit später drückte Nicolai Meyer die Scheibe in Baseballmanier nur an die Außenstange. Die Sekunden tickten inzwischen gnadenlos von der Matchuhr, während sich Österreich durch eine weitere Strafe der nächsten Sekunden selbst beraubte. In der Schlussphase wollten die rot-weiß-roten Spieler das Match mit aller Macht drehen, aber es sollte nicht sein. Dänemark gewann mit 3:2 und die Mannschaft von Trainer Manny Viveiros verabschiedet sich mit einer Niederlage im Olympiatest aus Österreich.

Morgen reist das Team Austria nach Sotschi, wo man in der Vorrunde der Olympischen Winterspiele auf Kanada, Finnland und Norwegen treffen wird. Dann sind auch Thomas Vanek, Michael Grabner und Michael Raffl mit an Board.

Österreich – Dänemark 2:3 (0:2, 1:1, 1:0)
Tore: 0:1 Staal (5./PP), 0:2 Jensen (18.), 1:2 Lebler (39.), 1:3 Frank (40.), 2:3 Lebler (49./PP).

Aufstellung Österreich:
Tor: Swette (Lange),

Linie 1:
F Iberer/Unterluggauer
Lebler/Koch/Setzinger

Linie 2:
Trattnig/Lakos
Nödl/Hundertpfund/Raffl

Linie 3:
Pöck/Ulmer
Herburger/Oberkofler/Latusa

Linie 4:
Altmann/Lukas
M Iberer/Welser/Rotter

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