Kaderbewertung: VSV Welle an der Drau



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Mittwoch, 17.September 2003 - 10:59 - Nach einem sensationellen Fehlstart schaffte der VSV in der vergangenen Saison eine tolle Aufholjagd und überraschte am Ende indem man das dritte Jahr in Folge in der neu gestalteten Bundesliga im Finale stand. Dort waren die Black Wings eine Nummer zu gross und der VSV musste sich mit dem Vizemeister begnügen. Was man von den Villachern in der kommenden Saison erwarten kann, schätzt Hockeyfans.at in den Zusatzinfos ein...

Grundsätzlich konnten die Villacher in der vergangenen Saison mit ihrem Abschneiden zufrieden sein. Nach einem katastrophalen Start in die Spielzeit 02/03 kämpften sich die Adler Rang um Rang nach vorne und beendeten am Ende die reguläre Saison auf Platz 3. In den Play Offs spielte man die Erfahrung der letzten Jahre aus und spielte sich bis ins Finale, wo man auf die Black Wings traf und verlor.



Wie jedes Jahr ist die Mannschaft des VSV auch heuer wieder sehr schwer einzuschätzen. Von allen Teams hatte der Vizemeister während des Sommers die meisten Abgänge und die wenigsten Neuverpflichtungen zu verzeichnen. Ganze 16 Spieler aus der eigenen Talenteschmiede stehen im Kader und spiegeln die Villacher Nachwuchsarbeit wider. Davon standen fünf Spieler im Kader bei der erfolgreichen U20-WM in Slowenien.



Die Vorbereitungsphase des VSV lief bislang durchwachsen. Nach sieben Spielen hat der VSV eine relativ ausgeglichene Testspielbilanz: 3 Siege, 1 Unentschieden und 4 Niederlagen.



Im Hinblick auf die kommende Saison scheint die Dichte an Leistungsträgern im VSV Kader dünner geworden zu sein und im Falle von Ausfällen gibt es kaum mehr gleichwertigen Alternativen. Die ersten drei Linien zählen nach wie vor zu den besseren in der Erste Bank EishockeyLiga, die vierte Linie wird dagegen kaum Entlastung bieten können. Auch in der Abwehr fehlt die Leistungsdichte wie bei anderen Bundesligateams. Diese fehlende Tiefe an Mannschaftsstützen führt dazu, dass der VSV im Vorfeld der Meisterschaft nicht als Titelkandidaten gelten wird. Diese Rolle gefällt dem VSV mit Sicherheit gut, denn aus der Draustadt lautet die Vorgabe für die neue Saison: Play Offs! Man will als Aussenseiter gelten und wieder positiv überraschen



Hockeyfans.at Prognose:
Der Kader der Villacher Adler scheint gegenüber der Konkurrenz, die sich teilweise namhaft verstärkt hat, auch heuer wieder relativ unscheinbar und deutet auf eine schwierige Saison für die Villacher Adler hin. Vor allem der Weggang von Kent Salfi, der nicht nur der Top Scorer des VSV war, sondern auch mannschaftsintern ein wichtiger Spieler war, dürfte die Villacher schmerzen. Zudem fehlt mit Rod Hinks auch die Nummer drei unter den Scorern der letzten Saison. Insgesamt haben die Kärntner ihren Kader für die Saison 03/04 schlanker gestaltet und nur drei Neuzugänge geholt.



Die Stärke des VSV lag in den letzten Jahren nie wirklich bei alles beherrschenden Spielern, sondern im mannschaftlichen Kollektiv. Bislang haben es die Draustädter immer gut verstanden mit viel Kampfgeist und einer starken Defensive in der Liga vorne mitzuhalten. In diesem Gebilde kann der Ausfall eines Mannes bereits weitreichende Konsequenzen haben und wie zu Beginn der vergangenen Saison zu einer kurzen Formschwankung der gesamten Mannschaft führen.



Dennoch verstehen es die Villacher immer wieder, sich ihre Kräfte für eine lange Saison genau einzuteilen und dann am Leistungshöhepunkt zu sein, wenn es um die Endplatzierung bzw. die Play Offs geht. Dennoch dürfte es für die Villacher in der kommenden Saison zum ersten Mal seit Bestehen der neuen Bundesliga nicht für einen Platz ganz vorne reichen. Die Adler werden nach Einschätzung von Hockeyfans.at wie viele andere Mannschaften auch um die Ränge 3 bis 6 spielen.



Dennoch gelten die Adler auch heuer wieder zu den nicht zu unterschätzenden Aussenseitern. Die Mannschaft besitzt bereits viel Erfahrung und gelingt es den Kärntnern erneut, eine mannschaftlich geschlossene Leistung über die gesamte Saison zu zeigen, dann ist sicherlich wie in der vergangenen Spielzeit mehr möglich, als viele derzeit von den Draustädtern erwarten. In den Play Offs, so sie denn erreicht werden, darf man die Villacher ohnehin nie ausser Acht lassen, denn kaum eine andere Mannschaft kann sich wenn es darauf ankommt noch einmal so sehr steigern, wie der VSV.



Die Hockeyfans.at Kaderbewertung der Erste Bank Eishockey Ligisten geht am kommenden Freitag in die letzte Runde! Dann wird der Titelverteidiger aus der vergangenen Saison, die Black Wings Linz, unter die Lupe genommen.



Die Kaderbewertung des VSV (Kaderbewertung: Marcus Mike + div.)



Tor:
Eine aussergewöhnliche Situation in der Erste Bank Eishockey Liga herrscht in Villach. Wie sonst nur noch bei Innsbruck haben die Adler die Torhüterbürde an zwei österreichische Goalies vergeben, wogegen die restliche Konkurrenz zumindest beim Startgoalie auf die Dienste von Legionären zurückgreifen.
Wie schon im letzten Jahr ist auch heuer wieder Gert Prohaska der Stammgoalie beim VSV. Seine Stärken im Spiel Mann-gegen-Mann sind in der Liga bekannt. Bei den Rebounds ist er verwundbar und auf internationalem Niveau hat er viele Schwächen offenbart. In den letzten sechs Jahren stand Prohaska immer im Bundesligafinale. Er war nicht immer Einsergoalie aber beim VSV hat er sich seinen Stammplatz zurecht erkämpft. Vor zwei Jahren trug er wesentlich zum Titelgewinn der Adler bei. In der vergangenen Saison war er statistisch gesehen die Nummer 4 der Liga mit knapp 91,3 Prozent Fangquote.
Als Backup in Villach agier Markus Kerschbaumer.html'> Markus Kerschbaumer. Obwohl seine Größe gewisse Nachteile mit sich bringt, ist die Back-Up Position gut besetzt. In der Vorbereitung sorgte Kerschbaumer mit seinen guten Leistungen sogar für Diskussionen, die einige Fans die Nummer 1 für ihn forderten. Dennoch dürfte für ihn weiterhin die Backup Rolle reserviert sein, wenngleich man in Villach sicher sein kann, einen verlässlichen Mann hinter Prohaska zu haben.
Wertung: 4 von 5 Punkten




Verteidigung:
Die Trumpfkarte des VSV ist auch heuer wieder die Verteidigung. Die Stürmer die sich mit Herbert Hohenberger, Mike Stewart und Tom Searle (der zu Weihnachten wieder einspringen dürfte) einlassen, dürfen nicht wehleidig sein. Konsequentes Körperspiel mit einem starken Schuss von der blauen Linie zählen zu ihren Stärken. Durch ihre Routine können sie in der Bundesliga die fehlende Schnelligkeit wettmachen. Auch der neue Mann, Neal Martin, soll sich in diese Kategorie einfügen. Martin wurde von Gerhard Unterluggauer wärmstens empfohlen und wird das kanadische Spiel in der Hintermannschaft noch mehr forcieren. Die Achillesferse der Villacher bleiben aber vor allem die schnellen Vorstößen des Gegners, die der Defensive Probleme bereiten könnten.
Wertung: 4 von 5 Punkten



Sturm:
Hinks und Salfi verließen den VSV. Hinks ging nach Italien und Salfi landete bei Ligakonkurrent Linz. Sein Abgang wird die Anhänger am meisten schmerzen. Erstens weil er ein Topscorer mit unbändigem Kämpferherz ist und zweitens belegte er als "Austro" keinen Legionärsplatz. Als "Ersatz" wurde der 36-jährige Chris Lindberg verpflichtet. Zuletzt war der Kanadier Topscorer in der Schweizer NLB. Bislang hat er mit drei Treffern geglänzt. Er ist anscheinend ein wirklicher Glücksgriff der Villacher und zeigt wiederum, dass die Verantwortlichen beim Verein ein sehr gutes Gespür für Legionäre haben.
Über die Qualitäten der Mannschaftsstützen Lanzinger und Kromp gibt es keine Zweifel. Auch Roland Kaspitz konnte der VSV wieder an sich binden, wobei man bei Kaspitz sehr häufig den fehlenden Zug zum Tor kritisiert. Dafür glänzte er in der vergangenen Saison oft als Vorbereiter. Sean Selmser zeigte in den vergangenen Play-Offs starke Leistungen und konnte so eine Vertragsverlängerung erwirken und soll Lindberg mit Vorlagen effizient einsetzen. Nach einer Pause von drei Jahren sind die Pewals wieder zusammen beim VSV gelandet. Mit den Nachwuchsstürmern Raffl und Frei wurde der Kader ergänzt. Alles in allem dürfte der Sturm gegenüber der vergangenen Saison ein wenig an Schlagkraft verloren haben. Sollten sich die mittlerweile ebenfalls schon gereifteren Jungen wie Kaspitz nicht steigern und torgefährlicher werden, wird das Loch, das von Salfi und Hinks hinterlassen wird, nur sehr schwer geschlossen werden können. Zudem besteht die Gefahr, dass bei Verletzungen eines der Leistungsträger die Effizienz noch mehr leiden wird.
Wertung: 3,5 von 5 Punkten




Trainer:
Im Vorjahr wurde seine Demontage schon forciert. Der schlechte Saisonstart machte es Greg Holst nicht gerade leicht. Mit der Rückkehr von Tom Searle hat sich die Mannschaft sehr schnell erfangen und hievte sich noch auf den zweiten Tabellenplatz. Damit waren die Trainerdiskussionen schnell beendet und Holst genießt wieder Vertrauen bei den Fans, ist aber weiterhin nicht unbestritten. Manager Mion hat ohnehin nie eine Trainerdiskussion in der Öffentlichkeit aufkommen lassen.
Auch heuer wird Holst wieder das machen, was er am besten kann: nämlich mit jungen Eishockeyspielern arbeiten und ihnen die Chance auf eine Bundesligakarriere bieten. Auch der Umstand, dass der VSV bislang keine U21-Legionäre verpflichtet hat prolongiert den "Villacher Weg". Das Duo Holst - Mion hat sich offensichtlich nicht nur gesucht sondern auch gefunden.
Wertung: 4 von 5 Punkten



Gesamtwertung: 15,5 von 20 Punkten



Die bisherigen Wertungen:
1. KAC 17,5 von 20 Punkten
1. Feldkirch 17,5 von 20 Punkten
3. VSV 15,5 von 20 Punkten
3. HC Innsbruck 15,5 von 20 Punkten
3. Vienna Capitals 15,5 von 20 Punkten
4. Graz 99ers 13,5 von 20 Punkten



Die Kaderbewertung wird von Fans erstellt und muss sich nicht mit der Meinung von Hockeyfans.at decken.

passende Links:

Erste Bank Eishockey Liga
Vienna Capitals - Fanclub Icefire
Vienna Capitals - Webseite