Reinhard Eisenbauer/eisenbauer.com

Österreich verliert Geisterspiel von Villach mit 2:3



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Freitag, 06.April 2012 - 22:36 - Österreich startete die letzte Phase seiner WM Vorbereitung mit einer Niederlage gegen Weißrussland. Die ÖEHV Cracks mussten sich der A-Nation mit 2:3 geschlagen geben und offenbarten in diesem Match zwar ein gutes Finish, über weite Strecken aber in der Offensive zu wenig Zug zum Tor. Bereits am Samstag gibt es das zweite Duell gegen die Balten.

Die Voraussetzung für dieses Match waren klar: auf Grund der Kärntner Landesgesetzgebung durften am heutigen Karfreitag keine Zuschauer in der Villacher Stadthalle und somit wurde dieser erste Test für die B WM in Slowenien zum Geisterspiel. Österreichs Nationaltrainer Manny Viveiros schickte eine sehr junge Mannschaft ins Gefecht gegen die A-Nation, in der die Finalisten aus Linz und Klagenfurt ebenso fehlten, wie die Verstärkung aus Nordamerika. Trotzdem begannen die Österreicher ambitioniert und erspielten sich gegen die Weißrussen von Beginn weg gute Torchancen, einzig die Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Gehäuse fehlte.

Da zeigten sich die Balten schon deutlich effizienter und nützten in der 12. Minute einen Abpraller von Torhüter Bernhard Starkbaum zum 1:0 im Power Play. Auch der zweite Treffer fiel nach einem Fehler in der rot-weiß-roten Hintermannschaft und so hieß es zur ersten Pause nach zwei Gegentoren in Unterzahl 0:2. Die Österreicher blieben auch im Mitteldrittel das aktivere Team, taten sich aber immer schwerer, ins Angriffsdrittel vorzudringen. Die Weißrussen standen kompakt und machten die Räume eng. Echte Torchancen waren in diesem Abschnitt Mangelware, einzig Schweiz-Export Martin Ulmer hatte in einem Break den Anschlusstreffer am Schläger, wurde aber gerade noch gestört. Es blieb dabei, dass die ÖEHV Truppe vor allem im Power Play kaum Chancen kreierte und insgesamt vor dem Tor körperlich zu wenig präsent war.

Es ging mit dem 0:2 in die letzten zwanzig Minuten und dort sofort mit einer vergebenen Power Play Situation weiter. Auch sonst änderte sich nichts am allgemeinen Bild: die Österreicher bemüht, Weißrussland deutlich abgeklärter und mit dem nächsten Tor. In der 48. Minute leistete sich Bernhard Starkbaum einen Fehlgriff und die Scheibe ging zum 3:0 ins Netz. Wenig später erzeugten dann auch die Hausherren Druck und kamen im Power Play zu einigen gefährlichen Schüssen. Einer davon ging nach einem Kracher von Gerhard Unterluggauer an die Stange und es blieb dabei, dass Österreich einfach kein Tor erzielen konnte.

Und der Gegner spielte das Match trocken herunter, war der Mannschaft von Manny Viveiros in allen Belangen überlegen und tat ganz offensichtlich nur das Notwendigste. Das war dann aber doch zu wenig, als die Österreicher knapp sechs Minuten vor dem Ende mit zwei Mann mehr am Eis standen. Nach schöner Vorarbeit von Stefan Ulmer und Martin Ulmer schoss der beste Mann im ÖEHV Dress, Thomas Raffl zum 1:3 ein und ließ damit einen Ruck durch das Team gehen. Plötzlich hatte Weißrusslands Schlussmann Andrei Mezin alle Hände voll zu tun und musste nur 89 Sekunden später sogar ein zweites Mal hinter sich greifen. Dieses Mal nützte der stark aufspielende Stefan Ulmer einen Abpraller und markierte das 2:3.

Ein starker Zwischenspurt der Gastgeber, die knapp zwei Minuten durch Latusa und Raffl beinahe den Ausgleich geschafft hätten. Doch Mezin blieb sicher und so wurde Teamchef Viveiros in der Schlussphase dazu gezwungen, auf volles Risiko umzuschalten. 59 Sekunden vor dem Ende nahm die ÖEHV Truppe ein Time Out und ließ danach Bernhard Starkbaum auf der Spielerbank. Mit einem Mann mehr wollte man den Ausgleich erzwingen, kam aber nicht mehr ins Angriffsdrittel und so blieb es beim knappen 2:3.

Eine Niederlage, die zumindest positive Ansätze zeigte und gerade gegen Ende hin ein Team Austria am Eis sah, das die Weißrussen schwer in Bedrängnis brachte. Alles in allem war es aber ein verdienter Sieg der Balten, die auch morgen als Gegner der Österreicher am Eis stehen werden.

Österreich – Weißrussland 2:3 (0:2, 0:0, 2:1)
Tore:
0:1 Sergei Drozd (Goroshko, Stas) – 11:28/PP
0:2 Konstantin Koltsov (Denisov, Pavlovich) – 16:07/PP
0:3 Alexander Pavlovich (Kovyrshin) – 47:44
1:3 Thomas Raffl (S. Ulmer, M. Ulmer) – 54:03/PP2
2:3 Stefan Ulmer (Raffl, Latusa) – 55:32

Aufstellung Österreich:
Tor: Starkbaum (Weinhandl)
Abwehr: Trattnig/Schlacher, Unterluggauer/Ulmer, Oraze/Pallestrang, Altman/Wiedergut
Angriff: Obrist/Latusa/Raffl, Welser/Schiechl/Harand, Fischer/Heinrich/Nageler, Ganahl/Kristler/Ulmer.