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3:2 Sieg! Österreich darf weiter hoffen



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Samstag, 07.Mai 2011 - 14:19 - Österreich bleibt weiter im Rennen um den Klassenerhalt. Die ÖEHV Mannen feierten im EBEL Duell mit Slowenien einen ungemein wichtigen 3:2 Sieg und erzwangen damit eine Entscheidungsspiel am Sonntag. Wenn die Österreicher auch gegen Lettland gewinnen sollten, wäre das scheinbar Unmögliche doch noch erreicht.

Alles zurück stellte Trainer Bill Gilligan vor dem Match gegen Weißrussland. In der Abwehr gab es wieder die Verteidigungspaare aus den ersten drei Partien, vorne fehlte Manuel Latusa und daher war auch im Offensivbereich eine Umstellung angesagt. Im Tor stand Fabian Weinhandl und er bekam von Beginn weg ausreichend zu tun. Aber auch die Österreicher zeigten sich ambitioniert, erspielten sich früh ihre ersten Chancen. Wie schon im gesamten Turnierverlauf blieb man dabei aber zu ineffizient und machte sich in weiterer Folge das Leben mit unnötigen Strafen selbst schwer.

Die Verunsicherung beim Team Austria war deutlich sichtbar, aber auch die Slowenen fanden nicht so richtig in ihr Spiel. Vor allem im Power Play verstanden es Ticar & Co. nicht, die Österreicher unter Druck zu setzen und so blieb es lange beim torlosen Remis. 57 Sekunden vor dem Ende des ersten Abschnitts durfte das Team von Bill Gilligan endlich über eine Führung jubeln. Bei angezeigter Strafe für Slowenien standen die ÖEHV Schützlinge schon mit einem Mann mehr am Eis und es war Gerhard Unterluggauer, der von der blauen Linie abzog. Für Sloweniens Goalie Robert Kristan war die Sicht verstellt und die Scheibe ging ins Netz – zum ersten Mal bei dieser WM eine Führung für Österreich, die auch zur ersten Pause Bestand hatte.

Im zweiten Abschnitt änderte sich nichts am allgemeinen Bild der Partie, wobei sich die Slowenen etwas besser in Szene setzen konnten als im ersten Drittel. Nach etwas mehr als vier Minuten fasste sich dann aber Thomas Raffl aus rechter Position ein Herz und überraschte mit diesem Schuss Kristan im Tor. Die Scheibe ging genau ins kurze Kreuzeck – das 2:0 für Österreich!

Dieser Treffer gab Selbstvertrauen, so viel, dass das Team Austria sogar auf das dritte Tor hatte. Die Slowenen reagierten mit Fouls, mussten einige brenzlige Situationen in Unterzahl überstehen und scheiterten selbst bei ihren Vorstößen immer wieder an Fabian Weinhandl. In der 37. Minute war dann aber auch der Schlussmann Österreichs geschlagen. Marcel Rodman hatte aus halbrechter Position abgezogen und das Spielgerät ging ins kurze Eck. Es hieß nur noch 2:1, was wiederum dem Spiel der Slowenen neuen Schwung gab. Jetzt wackelte das ÖEHV Team wieder, der Ausgleich hing in der Luft. Als Philippe Lakos auf der Strafbank saß, fiel er dann auch. David Rodman packte den „Bauerntrick“ aus und überlistete damit nicht nur die gesamte Abwehr, sondern auch Torhüter Weinhandl. Bitter, denn der Ausgleich fiel nur 19 Sekunden vor der Pause und zerstörte innerhalb von fünf Minuten die bis dahin durchaus verdiente Führung der Österreicher.

Das versprach Dramatik für die letzten 20 Minuten, in denen sich das Team Austria aber wieder auf ihre Aufgaben besann. Es wurde mehr gekämpft, die wichtigen Zweikämpfe an der Bande gwonnen und in der 46. Minute gab es dafür die Belohnung. Rafael Rotter hatte an der langen Ecke abgeschlossen und seine Farben wieder in Front gebracht. Wenig später sorgte wieder die Reihe rund um Rodman/Rodman/Razingar für gehörigen Wirbel vor Weinhandel, aber der Grazer Schlussmann hielt seinen Kasten geschlossen. Mit viel Glück blieb das auch in den nächsten Minuten so, als die Slowenen gehörig drückten und dem Ausgleich schon sehr nahe waren.

Die Gilligan Schützlinge kamen in dieser Phase nur noch zu sporadischen Kontern, zwangen den Gegner dabei aber immer wieder zu Strafen. Sieben Minuten vor dem Ende fanden sich die rot-weiß-roten Kuvencracks sogar mit zwei Mann mehr am Eis und hatten die Riesenchance, diese Partie vorzuentscheiden. Aber auch diese doppelte Überzahl blieb ungenützt und es warteten heiße letzte fünf Minuten. Die Sekunden tickten von der Matchuhr, der Druck auf die Slowenen wurde immer größer. Eine Minute vor der Schlusssirene ging Robert Kristan vom Eis und nach einem Time Out setzte Slowenien noch einmal alles auf eine Karte. Mit viel Einsatz verteidigten Koch & Co. Ihren knappen Vorsprung aber über die 60 Minuten und feierten damit zum genau richtigen Zeitpunkt ihren ersten Turniersieg.

Mit diesen drei Punkten hat Österreich seine Chancen auf den Verbleib in der A-Gruppe am Leben gehalten und sich selbst ein Entscheidungsspiel beschert. Am Sonntag geht es gegen Lettland um den Klassenerhalt – ein Sieg und die ÖEHV Schützlinge bleiben erstklassig, eine Niederlage und es geht zurück in die Division I.

Österreich – Slowenien 3:2 (1:0, 1:2, 1:0)
Tore:
1:0 Unterluggauer (Raffl, Koch) – 19:03
2:0 T. Raffl (Werenka, Kaspitz) – 24:15
2:1 Razingar (Rodman, Rodman) – 36:30
2:2 D. Rodman (Gregorc) – 39:41/PP
3:2 Rotter (P. Lukas) - 45:52
Schüsse: 37:33
Strafen: 10:14