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Black Wings schießen VSV in den Urlaub



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Dienstag, 02.März 2010 - 21:36 - 7:2! So eng die Serie zwischen den Black Wings und dem VSV bislang verlaufen war, so deutlich setzten sich die Linzer im fünften Spiel durch. Ein wahres Torfestival und viele Fehler der Villacher Spieler beendeten die Saison der Draustädter, welche die Serie mit 1:4 verloren haben.

Nicht mit Gert Prohaska im Gehäuse, sondern mit Bernhard Starkbaum, der ausgerastet den nötigen Rückhalt geben sollte, startet der EC VSV in dieses wichtige Spiel in Linz. Auch sonst würfelte Coach Johan Strömwall seine Formationen wieder etwas durcheinander und schien damit seine Mannschaft zu verwirren. Denn die Kärntner erwischten einen echten Fehlstart - vor allem Kapitän Mike Stewart zeigte sich in der Anfangsphase sehr fehleranfällig. In der 4. Minute servierte er in Unterzahl die Scheibe völlig ohne Bedrängnis auf die Kelle von Linz Stürmer Philipp Lukas. Dieser passte einen Meter quer auf Gregor Baumgartner und der musste nur noch ins leere Tor eindrücken. Die schnelle Führung, auf die man im Lager der Oberösterreicher gehofft hatte. Aber die Adler schlugen zurück. Nur eineinhalb Minuten später drückte Kiel McLeod das Spielgerät zum vermeintlichen 1:1 ins Tor, drehte jubelnd ab, aber dieser Jubel blieb ihm im Hals stecken. Nach einem Videostudium entschieden die Referees auf "kein Tor" - die Scheibe überquerte die Linie erst, nachdem das Torgehäuse schon aus der Verankerung gerissen worden war - übrigens von McLeod selbst.

Black Wings ziehen davon
Der nächste Rückschlag für die Kärntner folgte in der sechsten Minute: Wieder ein Fehler von Mike Stewart, die Scheibe trudelt erneut vors Tor und Bernhard Starkbaum musste sich nach einem Iberer-Schuss zum zweiten Mal geschlagen geben. Drei Torschüsse, zwei Treffer - die Effizienz der Hausherren war dank der Mithilfe der VSV-Abwehr beeindruckend. Und es hätte für die Kärntner noch schlimmer kommen können: Martin Grabher-Meier scheiterte nur knapp an Starkbaum, wenig später schoss Markus Matthiasson auch noch an die Stange. Die ersten zehn Minuten waren klar im Zeichen der Linzer verlaufen und erst nach und nach erspielten sich auch die Adler ihre ersten Möglichkeiten. Diese waren aber bei weiten nicht so zwingend, wie jene der Hausherren. Matthiasson wurde in der 18. Minute schließlich sehenswert frei gespielt und hob die Scheibe überlegt ins Kreuzeck. Die 3:0 Führung und damit der nächste schwere Schlag für die Kärntner. Der EC VSV versuchte nun, mit verstärktem Körpereinsatz mehr Aggressivität und Emotion in das eigene Spiel zu bekommen. Aber nach 20 Minuten blieb es gegen überlegt spielende Linzer beim 0:3 aus Sicht der Kärntner. Jetzt konnte den Villachern nur noch ein Wunder helfen.

Der VSV musste nun dringend eine Antwort finden, wollte man noch eine Chance haben, diese Viertelfinalserie zu verlängern. Das nun offensivere Adler Spiel kam aber wiederum den Hausherren entgegen, denn die Linzer konnten nun fast nach Belieben kontern. In der 23. Minute wurde Grabher-Meier auf der rechten Angriffsseite frei gespielt und zog sofort ab - die Scheibe ging durchaus haltbar an Bernhard Starkbaum vorbei zum 4:0 ins Gehäuse. Die Vorentscheidung, denn die Oberösterreicher wirkten zu souverän und waren das bessere Team. Darüber hinaus konnten die Villacher ihre Chancen einfach nicht verwerten. In der 24. Minute vergaben zuerst Andreas Kristler und wenig später Stewart ganz alleine vor Alex Westlund. Der US Goalie war auch in diesem Match ein Bollwerk, das die Kärntner nicht überwinden konnten.

Die Gäste versuchten es zwar, kämpften und wollten in dieses Spiel zurück, doch trotz des deutlich sichtbaren Bemühens konnte sich der VSV kaum hochkarätige Chancen erspielen. Da waren die Gelegenheiten der Linzer zwingender. Und wenn die Scheibe dann für die Kärntner mal im Netz zappelte, wurde der Treffer nicht gegeben. Roland Kaspitz hatte im dritten Nachschuss in Minute 32 den ersten Villacher Treffer gemacht, aber die Schiedsrichter hatten schon zuvor abgepfiffen. Sie hatten die Scheibe nicht mehr gesehen. Frustrierend, aber der VSV zeigte weiter Moral, während die Black Wings nun zu lasch agierten. In der 35. Minute zog Gerhard Unterluggauer ab und konnte Alex Westlund erstmals an diesem Abend bezwingen.

Shearer mit seinem fünften Play-off-Treffer
Mit diesem Treffer ging ein sichtbarer Ruck durch die Villacher Reihen, aber man vergaß bei allem Willen die Defensivaufgaben. So brachte man in der 37. Minute die Scheibe nicht aus dem Drittel und während selbst die VSV Verteidiger nach vorne liefen, spielte Christoph Ibounig die Scheibe schnell vor das Villacher Tor, dort stand Robert Shearer und tanzte Bernhard Starkbaum aus. Das 5:1 für die Hausherren, gleichzeitig das fünfte Play-off-Tor für Shearer - und das im fünften Spiel! Die Kärntner hingen nun schwer angeschlagen in den Seilen. Es war Youngster Michael Raffl, der in einem Zweikampf mit Linz Verteidiger Michael Mayr noch einmal Flagge zeigte. Nach Punkten ging der Fight zwar an den Kärntner, am deutlichen Rückstand nach 40 Minuten konnte das aber nichts ändern.

Linz zieht ins Semifinale ein
Wieder waren es die LIWEST Black Wings, die am ersten Tor des Drittels kratzten. Haarscharf scheiterte man gleich zu Beginn am sechsten Tor, als die Scheibe an die Stange ging. Der VSV hatte noch nicht aufgegeben und hoffte weiterhin auf eine Trendwende. Umso mehr, als in der 45. Minute das 5:2 fiel. In Unterzahl mussten die Oberösterreicher den zweiten Gegentreffer hinnehmen, antworteten aber prompt.

Nach dem nächsten Abwehrfehler des VSV liefen die Hausherren ein 2 gegen 1 Break und Markus Schlacher schloss zum 6:2 ab. Das halbe Dutzend war voll und den Draustädtern der Wind wieder aus den Segeln genommen. Nochmals mussten die Linzer aber zittern, als die Stahlstädter für fast zwei Minuten mit nur drei Mann am Eis standen. In dieser Phase zeigte Alex Westlund mit einem großartigen Save seine Extraklasse und bewahrte seine Mannschaft vor dem dritten Gegentreffer. Das Match war nun entschieden, beide Mannschaften suchten zwar weiterhin ihre Chancen, mit letzter Konsequenz wurde aber nicht mehr agiert. Und das war auch gut so, denn mit Christoph Ibounig war im letzten Drittel schon nicht mehr am Eis. Er wurde mit einer Rippenverletzung, die er sich bei einem Check gegen ihn im Mitteldrittel zugezogen hatte, ins Krankenhaus gebracht.

In der Schlussphase holten die Villacher etwas überraschend noch ihren Torhüter vom Eis und kassierten prompt noch einen Gegentreffer. Martin Grabher-Meier fixierte mit dem 7:2 ins leere Tor den Endstand.

Mit diesem Sieg haben sich die LIWEST Black Wings gleich doppelt selbst beschenkt: die Linzer stehen nicht nur im Halbfinale, sondern dürfen nun auch zwei trainingsfreie Tage genießen und ihre Akkus aufladen. Am Freitag ruft Trainer Kim Collins seine Schützlinge wieder zusammen und dann startet die Vorbereitung für die Vorschlussrunde. Für den EC VSV ist die Erste Bank Eishockey Liga Saison 2009/10 beendet.

EHC LIWEST Linz - EC VSV 7:2 (3:0, 2:1, 2:1)
Zuschauer: 3.100
Referees: BERNEKER T.; NEUWIRTH K., NEWERKLA W.
Tore: BAUMGARTNER G. (03:54 / LUKAS P., LEAHY P.), IBERER M. (05:41 / BAUMGARTNER G.), MATTHIASSON M. (17:51 / PURDIE B., GRABHER MEIER M.), GRABHER MEIER M. (22:54 / OBERKOFLER D., BRONILLA R.), SHEARER R. (36:33 / IBOUNIG C.), SCHLACHER M. (45:49 / SZÜCS M.), GRABHER MEIER M. (59:33 / MATTHIASSON M.) resp. UNTERLUGGAUER G. (34:23 / WAHLBERG M.), WAHLBERG M. (44:55 / PFEFFER T., FERLAND J.)
Goalkeepers: WESTLUND A. (60 min. / 38 SA. / 2 GA.) resp. STARKBAUM B. (58 min. / 24 SA. / 6 GA.)
Penalty in minuten: 24 (MISC - MAYR M.) resp. 26 (MISC - RAFFL M.)

Die Kader:
EHC LIWEST Linz: BAUMGARTNER G., BRONILLA R., BUCKLEY B., GRABHER MEIER M., GRUBER G., HAIDINGER C., IBERER M., IBOUNIG C., JUDEX A., KASTNER G., LEAHY P., LUKAS P., LUKAS R., MACDONALD F., MATTHIASSON M., MAYR M., OBERKOFLER D., PURDIE B., SCHLACHER M., SHEARER R., SZÜCS M., WESTLUND A.

EC VSV: BACHER S., BAN C., DI CASMIRRO N., ELICK M., FERLAND J., KASPITZ R., KRISTLER A., KROMP W., MARTIN M., MARTINZ C., MCLEOD K., PETRIK B., PETRIK N., PFEFFER T., PINTER P., PROHASKA G., RAFFL M., STARKBAUM B., STEWART M., TOFF N., UNTERLUGGAUER G., WAHLBERG M.

Endstand im Play Off Viertelfinale (Best of Seven):
EHC Liwest Linz - EC VSV 4:1 (3:2, 3:4 n.V., 5:2, 4:3 n.V., 7:2)

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Erste Bank Eishockey Liga
Liwest Black Wings Linz
EC Villacher SV