Goaliehelm von hinten Eisenbauer.com

Kaderbewertung: Beißen sich die Haie zum Titel?



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Donnerstag, 25.September 2008 - 16:25 - „Alle Jahre wieder“ heißt es auch für die Innsbrucker Haie! Seit Jahren krempelt man während der Sommermonate den Kader um und verspricht sich davon, dass man ganz vorne mitspielen kann. Bislang waren die Bemühungen umsonst, doch heuer scheint man besser gerüstet zu sein. Die Tiroler gehören zum elitären Kreis der Titelaspiranten. Ist das wirklich so?

Den größten und wichtigsten Schritt für die Trendwende wurde in Innsbruck schon gegen Ende der letzten Saison getan. Die Haie investierten – und zwar in ihren Trainer. Mit Ron Kennedy hat man einen Szenekenner an Board, der auch im Haifischbecken so richtig aufräumte. Die Tiroler nahmen wieder einmal viel Geld in die Hand und holten Star um Star an den Inn. Jetzt soll es endlich mal bis ins Finale gehen. Das Ziel ist aber wohl noch höher anzusiedeln, als „nur“ das…

Es kommt einem sehr bekannt vor, was man aus Innsbruck hört. Im „heiligen Land“ träumt man schon seit Jahren von einem Eishockeytitel und einer konkurrenzfähigen Mannschaft. Das war im letzten Jahr nicht anders, das Aus kam nach dem quälenden Gang durch die Qualirunde schon im Viertelfinale gegen die Vienna Capitals. Was ist heuer also besser als in der Vergangenheit?

Neben der Qualität auf der Trainerbank sind es mit Sicherheit die Legionäre. Hier hat man ganz tief ins Geldbörserl gegriffen und sich arrivierte NHL Cracks geholt, die zudem schon über Europaerfahrung verfügen und somit keinerlei Eingewöhnungsphase benötigen. Dazu wurden auch erfahrene Österreicher an Board geholt. Genau hinter dieser Taktik mit den älteren Spielern steht auch das große Fragezeichen. Der Kader umfasst erneut nur zwei wirklich gute und drei konkurrenzfähige Linien, der physische Aderlass wird also enorm sein. Halten die Haie das durch, was passiert bei Verletzungen auf Schlüsselpositionen wie zum Beispiel im Tor?

Fragen über Fragen, doch eines ist sicher: mit dem gegenwärtigen Kader darf man sich Hoffnungen machen, vorne mitzuspielen. Man hat die Erfahrung, man hat die Knipser, man hat den Goalie – was fehlt sind über die Saison gesehen vielleicht die Dynamik und Spritzigkeit. Insgesamt bietet der HCI aber ein kompaktes Paket auf und tritt an, um vorne mitzuspielen. Mit Verletzungen muss man bei einer derart langen Saison rechnen und das könnte den Tirolern mehr als anderen, doch deutlich tiefer besetzten Teams zusetzen.
Hockeyfans.at Prognose: Platz 1 – 4



Kaderbewertung HC Innsbruck

Torhüter:
Alles beim Alten bleibt in Sachen Nummer 1 bei den Innsbruckern. Seamus Kotyk startet auch diese Saison als klarer Führungstorhüter bei den Tirolern. Der Kanadier brachte es in der letzten Spielzeit immerhin auf eine Fangquote von 90,96% und gehörte damit zum Mittelfeld der Liga. Hinter dieser Entscheidung was die Nummer 1 betrifft steht ein großes Fragezeichen. Kotyk gilt nicht nur als unkonstant in seinen Leistungen sondern seit Jahren auch als besonders verletzungsanfällig. Daher brachte er es auch in der letzten Saison nur auf 22 Einsätze, war lange Zeit verletzt, was die Haie zum Handeln gezwungen hat. Auch wenn man den Teufel nicht an die Wand malen will, Kotyk war in den vergangenen beiden Saisonen immer mindestens ein Mal langfristig verletzt – was passiert bei einer dritten Wiederholung?
Dann warten mit Markus Bacher und Manuel Schönhill zwei Talente, die als Backups einspringen können, aber sicherlich noch kein EBEL Format haben. Für einzelne Kurzeinsätze wird es wohl reichen, aber bei einer Verletzung Kotyks müssten und würden die Tiroler sicherlich schnell handeln. Es ist also alles eine Frage der Konstanz und der Fitness im Tor des HCI.
Wertung: 3 von 5 Punkten


Verteidigung:
Das große Sesselrücken gab es in der Defensive, denn hier wurden alle Legionäre ausgetauscht. Mit Armin Helfer verließ ein sehr konstanter und solider Defender die Innsbrucker, doch man hat hier guten Ersatz geholt. Mit Philippe Lakos kommt ein langjähriger Bundesligaverteidiger und Nationalteamspieler aus Wien an den Inn. Der lange Defender ist zwar strafenanfällig, weiß aber physische Härte einzusetzen. Unter guter Trainerführung kann er einen sehr soliden Part spielen. Weiterhin beim HCI sind Oldie Herbert Hohenberger und Gerhard Unterluggauer. Beide haben den Zenith ihres Schaffens bereits überschritten, wobei zumindest Hohenberger weiter zu den Führungspersönlichkeiten und Ansprechpartnern für den Trainer im Team zählt. Unterluggauer verfügt über einen harten Schuss von der blauen Linie, setzt diesen aber kaum mehr effizient ein. Darüber hinaus gilt er als Unruheherd und offenbarte zuletzt Schwächen im Spielaufbau.
Einen alten Bekannten holte Trainer Ron Kennedy mit dem jungen Patrick Vogl, der schon in Ingolstadt unter ihm gespielt hat. Ihm dürfte wohl die Verteidigerposition Nummer 6 gehören.
Die Führungsrolle in der Abwehr sollen die Legionäre Rich Brennan und Alan Letang übernehmen. Brennen verfügt über NHL und AHL Erfahrung, spielte auch schon in der Nationalliga A, gehört aber nicht mehr zu den schnellsten seiner Zunft. In der DEL konnte er dennoch anständig punkten, somit sollte das auch in der EBEL klappen. Letang gehört dagen eher zu den defensiv ausgerichteten Abwehrspielern und soll hinten für Ruhe sorgen, vor dem Tor aufräumen. Hinter ihm steht aber ein gesundheitliches Fragezeichen, denn letzte Saison konnte er nicht komplett durchspielen, da er lange krank war.
Insgesamt verfügen die Innsbrucker somit über drei Verteidigungslinien und in Sarg.html'>Andrea Sarg einem Ergänzungsspieler für Notfälle. Nicht besonders tief besetzt und gerade am Österreichersektor zwar namhaft aber auch leistungsschwankend besetzt. Es muss abgewartet werden, ob diese Reihen besser aufräumen können, als das beim HC Innsbruck in der vergangenen Saison der Fall war. Dann könnte mit Sicherheit auch Torhüter Kotyk davon profitieren. Insgesamt scheint die Abwehr aber etwas stabiler besetzt zu sein, als noch vor einem Jahr.
Wertung: 3,5 von 5 Punkten


Angriff:
Wie in der Abwehr blieb auch im Angriff kein Stein auf dem anderen. Vor allem was die Legionäre betrifft stechen die Haie heuer die Konkurrenz aus. Mit Steve Guolla und NHL Haudegen Rem Murray hat man zwei echte Stars in seinen Reihen, welche die Liga das Fürchten lehren könnten. In Finnland scorten die zwei Nordamerikaner nach Belieben, also sollte das auch in der EBEL kein Problem sein. Einziger Wehrmutstropfen: der Zahn der Zeit nagt an den HCI Stars und wie so oft bei alternden Topspielern muss man abwarten, ob die Motivation für eine ganze Saison noch stimmt. Nicht ganz so namhaft, aber ähnlich durchschlagskräftig zeigen sich die beiden Legionäre Dustin Johner und Jay Henderson. Johner spielte zuletzt in der Schweiz und kann in einer zweiten Angriffslinie die herausragende Kraft spielen – ein guter Scorer, wie er schon bei seinen letzten Stationen gezeigt hat. Das trifft auch auf Henderson zu, der noch in der DEL gute Statistiken produzierte.
Hinter den Legionären greift man bei den Österreichern auf eine Mischung von jungen, unerfahrenen Spielern und mit allen Wassern gewaschenen Profis zurück. Martin Hohenberger kehrte wieder nach Tirol zurück und spielt erstmals so richtig mit Bruder Herbert zusammen in einem Team. Dass er in den letzten Jahren weder körperlich noch technisch in der EBEL mithalten konnte wird sich aber wohl auch heuer nicht wirklich geändert haben. Der Vorteil eines Kent Salfi liegt in seinem Kampfgeist und der universellen Einsatzmöglichkeiten. Eigentlich Stürmer spielt er schon auch mal Verteidiger und springt in der Not ein. Salfi ist zwar ein großer Name im österreichischen Bundesligahockey, zuletzt schien er in der Meisterschaft aber das Toreschießen verlernt zu haben. An der Seite von Kapazundern wie Murray und Guolla wird er aber sicherlich zahlreiche Assists sammeln können. Dahinter kommen einigen Inländer, die nicht mehr als Youngsters angesehen werden können und schon einige Jahre in der EBEL aktiv sind: Patrick Mössmer, Martin Pewal und Harald Ofner. Alle drei eher unauffällige Spieler, die in ihrer Entwicklung keine Fortschritte mehr gemacht haben, aber in den hinteren Linien zumindest kämpferische Akzente setzen sollten. Erfahrungen sammeln werden das ein oder andere Mal die Ergänzungsspieler Praty, Hanschitz und Steinacher. Bei Daniel Woger muss man abwarten, wie gut ihm ein Jahr in Nordamerikas Juniorenbereich getan hat. Der 20-Jährige konnte in der Nationalliga vor zwei Jahren schon mit seinem Talent aufzeigen, jetzt muss er den Sprung in die Profiabteilung schaffen.
Auch im Angriff gilt, dass man in den vorderen Reihen ausgezeichnet besetzt ist, dahinter der Leistungsabfall aber sehr deutlich ist. Die Kaderdichte ist im Vergleich zu einigen Top-Konkurrenten nicht gegeben, was sich über eine Saison gesehen negativ auswirken könnte. Es wäre nicht verwunderlich, würde den Stars, wie in Innsbruck so oft gesehen, nach dem Jahreswechsel die Luft ausgehen.
Wertung: 4 von 5 Punkten


Trainer
Ron Kennedy kennt wohl jeder in der österreichischen Eishockeyszene. Nachdem er im Laufe der letzten Saison eine bereits vorgeformte Mannschaft übernommen hat, konnte er in diesem Sommer seine Handschrift in die Kaderplanung einfließen lassen. Gerade am Legionärssektor haben die Tiroler dank Kennedy vielleicht das Beste der Liga in ihren Reihen, jetzt heißt es auch noch eine Mannschaft zu formen. Die Erfahrung auch im Umgang mit so manchem „Problemösterreicher“ sollte hier für Kennedy arbeiten. Die Mischung im Kader schaut gut aus, die Legionäre sind herausragend und hinter der Bande hat man einen erfahrenen Mann. Die Haie gehören heuer ohne Zweifel zu den Titelaspiranten.-
Wertung: 5 von 5 Punkten

Bisherige Wertungen:
1. HC Innsbruck 15,5 Punkte
2. KAC 15 Punkte
2. Black Wings Linz 15 Punkte
4. Alba Volan 12,5 Punkte

passende Links:

hockeyfans.ch
nhl.com