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Dornbirn lässt sein Black Wings Trauma hinter sich



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Sonntag, 19.November 2017 - 19:58 - 671 Tage hat es gedauert, dass die Bulldogs aus Dornbirn wieder ein Spiel gegen die Black Wings gewinnen konnten. Die Vorarlberger zeigten sich im Heimspiel gegen die weiterhin schwächelnden Linzer sehr einsatzwillig und profitierten davon, dass die Black Wings Offensive noch immer nicht so recht in Schwung kommt. Der DEC gewann mit 3:2 nach Penalty Schießen, damit hat Linz nun schon drei Mal in Folge verloren.

Beide Mannschaften hatten zuletzt zwei Mal in Folge verloren und dabei auch noch mit Toren gegeizt. Ein offener Schlagabtausch war demnach nicht zu erwarten und so kam es wenig überraschend, dass von Beginn weg Schonkost geboten wurde. Da passt auch der mäßige Zuschauerzuspruch wie die Faust aufs Auge. Die Black Wings fanden als Auswärtsteam schneller ins Spiel und setzten die ersten Akzente. Gaffal und Piche vergaben Schüsse aus guten Positionen, wenig später war Dan DaSilva nach einem Solo ähnlich erfolglos. Von Dornbirn bekam man in den ersten fünf Minuten nur ganz wenig zu sehen, dafür waren die Vorstöße der Vorarlberger deutlich gefährlicher, als die der Black Wings. In der 5. Minute war Ziga Pance zwei Mal knapp an der Führung dran und hätte damit beinahe das Geschehen am Eis etwas auf den Kopf gestellt.


Doch mit jeder Minute, die von der Matchuhr tickte, wurde das Spiel der Hausherren besser und strukturierter. Und sie blieben die deutlich gefährlichere Mannschaft. Das erste Power Play nützten die Bulldogs schließlich gerade noch zur 1:0 Führung durch Linz Spezialist Brodie Reid, der schon in Bozen liebend gerne gegen die Stahlstädter genetzt hatte. In weiterer Folge hatten die Dornbirner ein ums andere Mal das zweite Tor am Schläger. In der 15. Minute war es fast schon schwerer, die Scheibe nicht ins Tor zu bekommen, als wie Scott Timmins vorbeizuschieben. Nach Fehler von Robert Lukas war Brodie Reid auf und davon, umspielte Mike Ouzas und passte ans lange Eck. Dort hätte Timmins nur noch eindrücken müssen, verpasste das aber...

So blieb es beim 1:0 für die Gastgeber, die in den letzten Minuten wieder etwas zu rudern hatten, aber das erste Unterzahlspiel überstanden und diesen Vorsprung mit in die Pause nehmen konnten. Insgesamt nicht unverdient, denn auch wenn Linz vielleicht leicht mehr vom Spiel gehabt hatte, die besseren Chancen fand der DEC vor. Der nahm diese Führung schließlich auch in die Kabine mit, während Linz ganz und gar nicht mit dem Dargebotenen zufrieden sein konnte. Zumindest was das Ergebnis betraf konnten die Gäste gleich zu Beginn des Mitteldrittels eine Verbesserung herbei führen. Erik Kirchschläger traf mit einem haltbaren Weitschuss zum 1:1 Ausgleich. Das hätte den Gästen durchaus Rückenwind geben können, doch weiterhin blieb Linz schaumgebremst. Die Black Wings leisteten sich immer wieder Fehler in der Defensive, die zu großen Chancen führten. In der 25. Minute ging ein Backhandversuch der Gastgeber nur knapp über die Querlatte, wenig später musste Mike Ouzas gleich zwei Mal hintereinander halten.

Als schließlich Thomas Vallant für sogar 4 Minuten auf der Strafbank Platz nahm hätte das Power Play der Oberösterreicher zuschlagen müssen. Doch die Bulldogs verbissen sich in die Zweikämpfe und ließen die Gäste nie in die Aufstellung kommen. Stattdessen hatten sie selbst zwei Mal in Unterzahl die Möglichkeit, abermals in Führung zu gehen. In der 32. Minute stocherte Kristler dann für die Black Wings nach einem Broda Schuss noch nach, aber auch hier war bei Torhüter Quemener Endstation. Deutlich effizienter agierte der DEC, der in der 35. Minute dieses zweite Tor machte. Ein erster Schuss wurde noch geblockt, die Scheibe sprang aber erneut zum DEC und von dort ging sie ans lange Eck zu Matt Fraser. Der zog sofort ab und sein Schuss landete zum 2:1 im kurze Eck. Robert Lukas und Brian Lebler hatten in den letzten Phasen dieses Mitteldrittels noch gute Möglichkeiten, aber das Linzer Offensivspiel blieb weiterhin wenig erfolgreich. Auch Dan DaSilva musste Sekunden vor der Pause im Power Play anerkennen, dass es an diesem Abend sehr schwer war, Tore zu erzielen und so nahm Dornbirn auch in die letzte Pause eine knappe Führung mit.

Das ließ den Bulldogs im letzten Drittel alle Chancen, was auch daran lag, dass sie die wichtigen Zweikämpfe an der Bande fast alle gewannen. Die Linzer kamen so nie zu ihrem Angriffsspiel und wenn dann ein Schuss durchging, war immer jemand da, der die Nachschüsse verhinderte. Das ging solange gut, bis Olivier Magnan in der 46. Minute nach einem Kniecheck gegen Fabio Hofer für 2 plus 2 Minuten auf der Strafbank Platz nehmen musste. Dieses Mal nützten die Linzer nämlich ihre Überzahl und glichen durch Brian Lebler zum 2:2 aus. Die Black Wings hätten beinahe sogar noch nachgelegt, aber Schofield scheiterte vor dem Tor der Bulldogs und als schließlich Corey Locke nach dummer Aktion im Angriffsdrittel das Power Play aufhob, konnte sich Dornbirn aus der Umklammerung befreien. Nicht nur das, die Hausherren konterten ein ums andere Mal höchst gefällig und hatten die dritte Führung an diesem Abend am Schläger.

Die Partie näherte sich mit Riesenschritten der Verlängerung. Einzig Brian Lebler hatte in der 56. Minute noch die Möglichkeit, ein Tor zu erzielen. Bei seinem Handgelenksschuss aus dem Gedränge heraus fuhr Ronan Quemener aber seinen Schoner aus und lenkte die Scheibe ab. 10 Sekunden vor dem Ende der Partie hatte Dan DaSilva dann die Entscheidung am Schläger, sein Schuss ging aber an den Helm von Quemener und so endete die reguläre Spielzeit mit einem Unentschieden. Damit hatten sich beide Teams einen Punkt gesichert und Linz musste zum zweiten Mal in Folge Überstunden schieben.

Am Freitag hatten die Black Wings gegen den KAC nach gutem Beginn noch heillos überfordert mit der 3 gegen 3 Overtime gewirkt. Auch in den Anfangssekunden dieser Verlängerung waren beide Mannschaften damit beschäftigt, Fehler zu machen. Zuerst war es Locke, der einen Querpass am langen Eck um Millimeter verpasste, im Gegenzug war Mike Ouzas gleich zwei Mal binnen Sekunden zur Stelle. Der Schlussmann der Oberösterreicher hatte weiterhin alle Hände voll zu tun, weil seine Kollegen vorne oft die Scheiben verloren und es so immer wieder zu Kontergegenstößen kam. Immer wieder war Dornbirn knapp am Sieg dran, Mike Ouzas blieb aber standfest und auch die Verlängerung ging in eine Verlängerung.

Die nennt sich im Eishockey Penalty Schießen und wurde ebenfalls zur Geduldsprobe. Die ersten zehn Schützen vergaben allesamt, am Ende setzte sich Dornbirn dank Sean McMonagle doch noch knapp durch und beendete nach fünf Niederlagen in Folge sein Linz-Trauma. Für die Black Wings hingegen setzte es schon die dritte Niederlage in Folge!

Dornbirn Bulldogs – LIWEST Black Wings Linz 3:2 n.P. (1:0, 1:1, 0:1, 0:0, 1:0)
Tore: 1:0 Reid (13./PP), 1:1 Kirchschläger (21.), 2:1 Fraser (36.), 2:2 Lebler (46.PP), 3:2 McMonagle (65./entsch. Penalty).

Penalty Schießen:
Fraser gehalten, Lebler gehalten, McMonagle vorbei, Locke gehalten, Reid gehalten, Hofer gehalten, Locke gehalten, Sylvester vorbei, Lebler vorbei, Fraser gehalten, Broda 0:1, McMonagle 1:1, Broda vorbei, McMonagle 2:1.

passende Links:

Erste Bank Eishockey Liga
Liwest Black Wings Linz
Dornbirner Eishockey Club


Quelle:red/kf