Hi?ler-Gruß: Ermittlungsverfahren gegen Eisbär Levins



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Mittwoch, 06.März 2002 - 18:36 - Als Scott Levins nach einer Rauferei mit seinem Iserlohner Gegenspieler Lars Müller auf die Strafbank musste, rastete der Amerikaner aus. Erst beschimpfte der Stürmer der Eisbären Berlin Müller als "fucking german Nazi-Schwein", dann ließ er den Hi?ler-Gruß folgen und ging schließlich mit dem Schläger auf den Zeitnehmer los, als die Partie längst weiterlief.Die Ligenleitung reagierte auf die Entgleisung des 31-Jährigen beim 3:0-Sieg der Berliner in Iserlohn umgehend. "Wir werden gegen den Spieler ein Ermittlungsverfahren einleiten und eine Stellungnahme einfordern", kündigte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke an. Erster Ansprechpartner für Konsequenzen sei allerdings nicht die Ligenleitung sondern der Klub. "Es war ein sehr diszipliniertes Spiel, deshalb kann ich die Reaktion überhaupt nicht nachvollziehen. Solche Äußerungen sind mir noch nie untergekommen", berichtete Schiedsrichter Holger Gerstberger, seit fünf Jahren Unparteiischer in der DEL.

Der 33-Jährige hatte Levins mit zwei Zehnminutenstrafen bedacht, so dass die Partie für den Amerikaner schon vor der Sirene zur ersten Drittelpause beendet war und er auch am Wochenende zuschauen muss. Im vorigen Herbst hatte Gerstberger dem Heißsporn nach einem Kopfstoß schon einmal eine Matchstrafe verpasst, vermutet aber keinen Zusammenhang: "Er hat mich mit keiner Silbe attackiert und sich auch nicht über die Hinausstellung aufgeregt." Am Dienstag allerdings rastete der Amerikaner aus. Die Zusatzmeldung auf dem Spielbericht stammte nicht von Referee Gerstberger, sondern von den Zeitnehmern in Iserlohn, weil sich die gröbsten und nicht nach Eishockeyregeln zu ahndenden Ausraster hinter der Bande abspielten. "Trotzdem hat der Schiedsrichter Möglichkeiten, auf solche Äußerungen mit drastischen Strafen zu reagieren. Das hätte ich bestimmt auch gemacht, wenn ich gehört hätte, was er gesagt hat", stellte Gerstberger klar.

Angesichts der besonderen Vorkommnisse geriet zur Nebensache, dass die Eisbären mit dem 3:0 bei den Roosters den ersten Auswärtssieg überhaupt in Iserlohn einfuhren und sich damit von Rang neun wieder in die Playoff-Ränge schoben. Zwei Zähler vor den punktgleichen Kölner Haien und der Düsseldorfer EG. Zwei Tage nach dem Sieg bei Meister Mannheim unterlag der achtmalige deutsche Titelträger DEG bei Schlusslicht Moskitos Essen überraschend deutlich 0:4 und muss fünf Tage vor Ende der Hauptrunde um die Playoff-Teilnahme bangen. Das gilt auch für den hoch gehandelten rheinischen Nachbarn aus Köln, der am Dienstag beim Nachholtermin des wegen Olympia verschobenen Spieltages vom 22. Februar tatenlos zusehen musste, wie neben den Eisbären auch die Kassel Huskies dank eines klaren 6:0-Sieges bei den Berlin Capitals an den Haien vorbeizogen.


Quelle:Hockeyweb

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