130 NHL Cracks bei Olympia



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Mittwoch, 06.Februar 2002 - 17:26 - Selbst wenn Kanada die Medaillenwertung der Olympischen Spiele in Salt Lake City überlegen gewinnen sollte, wenn Gold für das Eishockey-Team fehlt, gilt Olympia als Enttäuschung.

Kanada wartet seit 50 Jahren auf Hockey-Gold

Seit 50 Jahren, seit Oslo 1952, wartet das Mutterland des Eishockey auf Olympia-Gold, und der Größte aller Zeiten soll es auf dem eigenen Kontinent richten: Wayne Gretzky führt Kanada als Sportdirektor ins Turnier, das er selbst als "das bestbesetzte aller Zeiten" bezeichnet.

Nach Nagano 1998 legt die National Hockey League (NHL) zum zweiten Mal eine Olympia-Pause ein, rund 130 Cracks aus der NHL kämpfen für ihr Land um die Medaillen. Neben Kanada gelten Titelverteidiger Tschechien und Rekordsieger Russland als heißeste Anwärter auf Gold.

"Olympia-Rookie" Lemieux Kapitän der Kanadier

Vor einem halben Jahrzehnt holten die Edmonton Mercurys im Trikot mit dem Ahornblatt den Titel für ihr Land, doch mit Klub-Mannschaften oder zweitklassigen Auswahlen hatten die Kanadier gegen die Staatsamateure der UdSSR danach keine Chance.

Erst in Nagano kehrten die Kanadier mit den Besten zurück, gingen aber leer aus. Gretzky als Chef und Mario Lemieux als Kapitän sollen Versäumtes nun nachholen. Das Team steht seit Wochen, die Bekanntgabe des Kaders erfolgte live im landesweiten TV, die Zeitungen sind voll von Berichten über die "Mission Gold".

Tschechien kommt mit Hasek und Jagr

In Nagano war das Team um Gretzky im Halbfinale an Tschechien und vor allem Torhüter Dominik Hasek gescheitert.

"Damals hat niemand auf uns gesetzt. Jetzt wird von uns viel mehr erwartet. Manchmal ist es schwerer, den Titel zu verteidigen", erklärte Hasek, der vor vier Jahren nach der Rückkehr aus Japan in Prag von 100.000 Fans enthusiastisch gefeiert worden war.

Hasek und Jaromir Jagr, fünffacher Punktekönig der NHL, führen auch diesmal die Mannschaft auf dem Eis an, in der zwölf Goldmedaillengewinner aus Nagano stehen.

Russen mit Bure haben Gold im Visier

Auch die vier weiteren für die Finalrunde gesetzten Teams sind mit NHL-Stars gespickt.

Russland erhielt zwar Absagen von Alexander Mogilny und Sergej Zubow und musste auch die Hoffnungen auf Torhüter Nabokow aufgeben, hofft aber auf "Russian Rocket" Pawel Bure, der sich zu Jahresbeginn die Hand gebrochen hat.

Mit Ausnahme von Ersatztorhüter Podomatskij setzte Teamchef Wjateschlaw Fetisow nur auf Profis aus Amerika. Fetisow, selbst zweifacher Olympiasieger, hatte sich erst nach Intervention von Staatspräsident Wladimir Putin als Boss des Olympia-Teams durchgesetzt.

Sein Ziel ist klar - Gold: "Das Team hat in Nagano für Silber so viel Anerkennung bekommen, ich war geschockt. Seit wann feiern wir, wenn wir hinter irgendjemand Zweiter sind?"
Schweden ohne Peter Forsberg

Die Mannschaften aus Skandinavien haben hochkarätige Ausfälle zu verkraften. Schweden fehlt Peter Forsberg, für Österreichs Teamchef Ron Kennedy einer der drei besten Spieler der Welt.

Dennoch herrscht Zuversicht beim Drei-Kronen-Team. "Wir sind eine von vier, fünf Mannschaften, die das Finale erreichen können. Der Unterschied ist sehr klein", meinte Trainer Hardy Nilsson.

Raimo Helminen zum sechsten Mal bei Olympia
Finnland, Dritter vor vier Jahren, muss den an Lymphdrüsen-Krebs erkrankten Saku Koivu ersetzen, zudem ist Stürmer-Star Teemu Selänne in dieser Saison noch nicht richtig in Schuss gekommen. Geschichte schreibt jedenfalls Raimo Helminen, der mit fast 38 Jahren zum sechsten Mal an Olympia teilnimmt.

Auch US-Boys können vorne mithalten

Das Feld der Top-Sechs komplettiert das Team von Gastgeber USA. Die US-Boys haben bisher zwei Mal Gold geholt - jeweils im eigenen Land (1960 Squaw Valley, 1980 das "Miracle on Ice" von Lake Placid). Auf der Welle des Patriotismus seit dem 11. September will das US-Team auch diesmal für Furore sorgen.

Mit Stürmern wie Hull, Roenick, Tkachuk oder Weight können die USA mit den Besten mithalten, die Frage wird sein, wie die in die Jahre gekommene Defensive um Brian Leetch mit der größeren Eisfläche als in der NHL zu Recht kommt.

Die Begeisterung für das Eishockey-Turnier ist jedenfalls enorm. Das Finale am 24. Februar im E-Center in West Valley City, einer der Höhepunkte der Spiele, war schon im Vorjahr ausverkauft.(Sport1)

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nhl.com
Offizielle Seite des IOC
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