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Die Helden von Bietigheim lösen Ticket nach Sochi



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Sonntag, 10.Februar 2013 - 17:23 - 10. Februar 2013 – Österreichs Eishockey Nationalmannschaft hat Geschichte geschrieben! Nach 12 Jahren wird das Team Austria wieder an einem Olympischen Turnier teilnehmen. Dank eines 2:2 nach 60 Minuten gegen Deutschland! Am Ende hieß es 3:2 für die Hausherren, noch nie war ein Jubel nach einer Niederlage so schön!

Deutschland startet erwartungsgemäß mit viel Tempo und großem Druck und auch die Emotionen waren von der ersten Sekunde voll da. Die rot-weiß-roten Teamspieler konnten in den ersten Minuten nur reagieren und kamen erst zu ihren Möglichkeiten, als sie mit einem Mann mehr am Eis standen. Insgesamt war es aber Bernhard Starkbaum, der im Brennpunkt stand, wobei seiner Vorderleute zumindest physisch voll gegen die anstürmenden Deutschen dagegen hielten.

Je länger der erste Abschnitt dauerte, umso besser lösten sich die Österreich von der Umklammerung, gerieten aber kurz vor der ersten Pause wieder in Bedrängnis, als Robert Lukas auf die Strafbank musste. Es war ein Blue Liner von Constantin Braun, der von Benedikt Kohl abgefälscht wurde und zur 1:0 Führung im Netz zappelte. Während Koch und Hundertpfund in den letzten zehn Minuten ihre Chancen liegen ließen, hatte das DEB Team doch noch zugeschlagen. Es ging mit dem 0:1 in die erste Pause, noch war alles drin in diesem Match.

Der zweite Abschnitt begann mit einem Power Play des Team Austria, in dem Gregor Baumgartner beinahe zum Ausgleich verlängert hätte. Aber die Viveiros-Schützlinge ließen diese numerische Überlegenheit ungenützt verstreichen. Während sich die ÖEHV Truppe von Minute zu Minute immer besser nach vorne in Szene setzte, blieb Deutschland gefährlich. Alexander Barta wurde in der 26. Minute mit einem Steilpass auf die Reise geschickt und war plötzlich ganz alleine durch. Bernhard Starkbaum war aber am Posten und hielt den Zwischenstand überschaubar.

Als Thomas Hundertpfund auf der Strafbank Platz nehmen musste, wurde es kurz vor der Hälfte der Partie erneut haarig. Mit Glück ging diese Phase ohne weiteren Gegentreffer vorbei und Österreich nahm wieder Schwung. In der 32. Minute deutete Daniel Welser mit einem kraftvollen Break an, wohin der Weg gehen kann, zwei Minuten später machte Andre Lakos dann alles perfekt. Der Verteidiger knallte die Scheibe ins Netz und glich dieses Match damit aus. Gregor Baumgartner hätte den Zwischenstand sogar noch erfreulicher gestalten können, allerdings konnte der Linzer Stürmer völlig alleine vor dem Tor stehend gleich zwei Mal nicht verwerten. Dennoch endete der Mittelabschnitt mit dem Zwischenergebnis von 1:1 und das Team Austria hatte es nun selbst in der Hand, das Ticket für Sochi zu lösen.

Jetzt hieß es, die vielen Strafen der zweiten zwanzig Minuten zu vermeiden und erstmals im Turnierverlauf das letzte Drittel nicht zu verlieren. Schon nach 40 Sekunden gab Matthias Trattnig den ersten Warnschuss auf das DEB Gehäuse ab und die ÖEHV Schützlinge versteckten sich auch in weiterer Folge nicht. Jetzt war die Vorsicht in jeder Sekunde zu spüren: jeder Fehler konnte das Aus im Olympia Rennen bedeuten. Und es war wieder eine Strafe gegen Österreich, die zu einem Treffer führte. Thomas Koch musste auf die Sünderbank, nur wenige Sekunden später griff Bernhard Starkbaum ein zweites Mal hinter sich. Der Deutsche Kapitän Michael Wolf hatte zum 2:1 getroffen und damit waren die Vorteile wieder auf Seiten der Hausherren.

Österreich hinderte sich danach selbst an einem Comeback, indem weiterhin zu viele Strafen genommen wurden. Die Zeit, sie lief nun gegen die Mannschaft von Manny Viveiros, die sich nun auch immer schwerer mit dem Spielaufbau tat und kaum mehr geordnet ins Angriffsdrittel kam. Deutschland machte an der eigenen blauen Linie dicht und wartete auf seine Konterchancen. Doch es war das Team Austria, das mit einem Konter zum Erfolg kam. Eingeleitet von einem energischen Matthias Trattnig kam Markus Peintner zum Schuss und dieser landete via Innenstange im Netz. Das 2:2 in der 53. Minute – plötzlich waren es wieder die ÖEHV Schützlinge, die am Weg nach Russland waren.

Dieser Zwischenstand erhöhte den Druck auf die Gastgeber, die nun gewaltig auf den dritten Treffer drückten. Zwischenzeitlich hatte Markus Peintner in der 57. Minute sogar die Möglichkeit auf das 3:2, eine Minute später war auch Michael Raffl knapp dran. Aber es blieb bis in die Schlussphase extrem spannend. 62 Sekunden vor dem Ende nahm Deutschlands Trainer Pat Cortina noch ein Time Out und ließ seinen Torhüter gleich auf der Bank Platz nehmen. Aber die Österreicher wehrten sich mit aller Kraft und verteidigten dieses 2:2 bis über die reguläre Spielzeit.

Damit war eines schon klar: Österreicher darf erstmals seit 12 Jahren wieder zu einem Olympischen Turnier anreisen, während Deutschland erstmals seit dem zweiten Weltkrieg nicht mit dabei sein wird!

Noch galt es eine Overtime zu absolvieren, die allerdings nur noch statistischen Wert hatte. In dieser musste Matthias Iberer für 2+2 Minuten auf die Strafbank und Deutschland konnte auf den Sieg aufspielen. Doch auch beim Gastgeber war die Luft jetzt draußen, dennoch reichte es für einen Erfolg. Patrick Reimer traf im Power Play zum 3:2 Erfolg für das Team Germany, das trotzdem nicht jubelte. Mit betretenen Mienen mussten die Hausherren zusehen, wie Österreichs Teamspieler trotz Niederlage jubelte.

Deutschland – Österreich 2:2 n.V. (1:0, 0:1, 1:1, 1:0)
Tore: 1:0 Kohl (19./PP), 1:1 A. Lakos (32.), 2:1 Wolf (47./PP), 2:2 Peintner (53.), 3:2 Reimer (63./PP)
Schüsse: 38:19 (10:5, 14:9, 11:5, 3:0)
Strafen: 4:16 (4:2, 0:6, 0:4, 0:4)

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