WM Gruppe C: Österreicher verliert nur knapp gegen Schweden



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Freitag, 26.April 2002 - 22:46 - Erstes Spiel der Österreicher bei
der 66. Eishockey WM, die diesmal in Schweden stattfindet. Im ausverkauften
Scandinavium zu Göteburg setzte es gegen den Gastgeber und Mitfavoriten
Schweden die erwartete Niederlage, die jedoch viel erträglicher ausfiel, als
zu erwarten war.




Zwar waren die Schweden wie nicht anders zu erwarten die klar bessere
Mannschaft und legten im ersten Drittel ein 3::0 vor, ehe dem Linzer Robert
Lukas mit einem Schuss von er blauen Linie ein historischer Treffer gelang.
Zum ersten Mal seit 1948 konnten die Österreicher über einen Treffer gegen
Schweden jubeln! mit 1:3 ging es auch in die erste Pause. Das Mitteldrittel
lief noch besser für das Team Austria. Die Schweden waren zwar weiterhin
überlegen und hatten grosse Chancen, doch die Österreicher stemmten sich mit
den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln entgegen. Das 0:1 in diesem
Mitteldrittel und der Stand von 1:4 vor den letzten 20 Minuten liessen
Hoffnung für den weiteren Turnierverlauf aufkommen. Und es sollte noch
besser kommen, denn die Österreicher gewannen den Schlussabschnitt sogar mit
2:1 und verloren die Partie insgesamt mit nur 3:5!




Die Schweden wirken wie schon bei Olympia in bestechender Frühform und
hatten mit den Österreichern eigentlich leichtes Spiel. Dass die
rot-weiss-rote Vertretung aber durchaus mithalten kann, sah man phasenweise
im Mitteldrittel und in den letzten 20 Minuten, als es den Österreichern
gelang, die Schweden sogar für kurze Zeit in Bedrängnis zu bringen.

Mit dieser Niederlage haben die Österreicher wie erwartet nach dem ersten
Spiel keinen Zähler am Konto. Das wird sich auch am Sonntag vermutlich nicht
ändern. Dann geht es gegen Russland und wieder wird es heissen, sich
ehrenvoll zu präsentieren.
Einen Spielbericht und die Statistik zum Spiel gibt es in den Zusatzinfos...

Schweden - Österreich 5:3 (3:1, 1:0, 1:2)
Göteburg, 12.500 Zuschauer
Tore:
02.06 1:0 ANDERSSON, Niklas (HUSELIUS, Kristian)
06.25 2:0 PP1 JOHANSSON, Magnus (JOHNSON, Jonas/HUSELIUS, Kristian)
13.49 3:0 WEINHANDL, Mattias (ZETTERBERG, Henrik/JOHANSSON, Mathias)
15.23 3:1 LUKAS, Robert (LUKAS, Philipp)
32.00 4:1 JONSSON, Jorgen (JOHANSSON, Andreas/DAHLEN, Ulf)
44.15 4:2 TRATTNIG, Matthias (KASPITZ, Roland)
52.28 5:2 PP1 TJARNQVIST, Daniel (WEINHANDL, Mattias/ZETTERBERG, Henrik)
59.25 5:3 LAVOIE, Joseph g d (KASPITZ, Roland)



Schüsse: 36:21
Strafzeiten: 24:4




Spielbericht Schweden gegen Österreich – das war bislang fast immer eine eindeutige Geschichte für die TrKronor und auch bei der 9. WM auf schwedischen Boden sollte sich das nicht wirklich ändern. Die Hausherren waren die klaren Favoriten in diesem Spiel und es schien nur eine Frage der Höhe einer österreichischen Niederlage zu sein, die man zu beantworten hatte.



Die Schweden traten lediglich mit 17 Spielern, davon 5 Verteidigern an. Der Rest des Kaders soll noch mit NHL Cracks aufgefüllt werden, wenn die ersten Runde des Play Offs zu Ende geht.



Und auch die Österreicher spielen mit einem gänzlich anderen Team als noch bei Olympia. Die Absagen haben Trainer Kennedy bei seinem letzten Auftritt als Nationalcoach praktisch zur Verjüngungskur im Team Austria gezwungen. Umso mehr war eine klare Niederlage der Österreicher zu erwarten.



1. Drittel:
Das Spiel begann so, wie man es erwarten konnte. Die Gastgeber rannten an und drückten die Österreicher in das eigene Verteidigungsdrittel. Bereits nach 41 Sekunden musste Goalie Dalpiaz zum ersten Mal eingreifen. Nur 30 Sekunden später war es Dahlen, der mit einem verunglückten Schuss Claus Dalpiaz vom HC Innsbruck in Bedrängnis brachte. Der österreichische Goalie konnte zwar den Schuss halten, doch er wusste für kurze Zeit nicht, wo die Scheibe war. Am Ende lag er dann doch darauf.



90 Sekunden waren gespielt, als Dahlen schon wieder eine Chance vorfand, aber wieder einmal war es Dalpiaz, der mit einer Brustabwehr zur Stelle war – ebenso wie 20 Sekunden später mit einem sicheren Save.



Die Schweden wirkten gegenüber den Österreichern körperlich überlegen und liessen sich auch durch härteste (aber faire) Körperattacken von der Scheibe trennen.



Und dass die Skandinavier auch noch Techniker sind, sah man nach 126 Sekunden. Niklas Andersson kurvte durch die österreichische Verteidigung als wäre er Slalomfahrer und schob die Scheibe überlegt am rechten Schoner von Dalpiaz zum 1:0 ins Tor. Zuvor hatten sich die Schweden an der Bande die Scheibe erkämpft und sowohl Lakos als auch Unterluggauer wirkten gegen den explosiven Antritt Anderssons hilflos.



Die Schweden konnten nun aufatmen, denn das erste Tor war gelungen und damit sollte auch der Druck etwas von ihren Schultern fallen. Doch auch das Team Austria wirkte nun etwas besser und konnte sich immer wieder aus der Umklammerung befreien. Zu Angriffen kamen sie aber nicht in dieser ersten Spielphase.



In der 5. Minute hatten die Hausherren dann die nächste Chance auf einen Treffer. Der junge Trattnig musste nach einem Foul auf die Strafbank und man stellte sich die Frage, wie lange es wohl dauern würde, ehe die Schweden ihren ersten Power Play Treffer machen könnten.



Nur 30 Sekunden waren im Power Play verstrichen, als Dahlen, agilster Spieler in den ersten Minuten, wieder alleine vor dem Tor auftauchte. Er stand jedoch mit dem Rücken zu Dalpiaz, der sich die Scheibe entschlossen holte.
Nach etwa einer Minute die nächste Schwächung für die Österreicher. 5:33 zeigte die Matchuhr, als auch Unterluggauer wegen hohen Stocks auf die Bank musste und die Gastgeber damit mit 5 gegen 3 spielen konnte. Das musste praktisch ein Gegentor für die Rot/weiss/roten geben.



Doch die Österreicher wehrten sich sehr geschickt und nur ein Schuss sorgte bei dieser 2 Mann Unter AHL für etwas Gefahr vor dem österreichischen Tor. Doch genau als Trattnig die Bank wieder verlassen durfte, schlug die Scheibe im Netz hinter Dalpiaz ein. Mit einem Weitschuss von der blauen Linie sorgte Magnus Johansson für das 2:0 – ein sehenswerter One Timer war für den Innsbrucker Goalie im Teamdress der Österreicher eine Spur zu gut.



Trattnig war gerade wieder von der Strafbank gekommen, als der zweite Treffer fiel. Die Schweden bleiben weiterhin in Überzahl, da Unterluggauer weiterhin auf der Sünderbank sitzen bleiben musste.



In der 8. Minute war es Ronny Sundin, der angeblich beim KAC im Gespräch ist, mit einem Schuss, der beinahe noch einmal erhöht hätte, aber als wenige Sekunden danach auch Huselius an Dalpiaz scheiterte, waren die Österreicher wieder komplett.
Die ersten 10 Minuten waren das erwartete Kampfspiel mit vielen Chancen auf Seiten der Schweden. Die Österreicher gelangten nicht einmal vor das Tor der Schweden und hatten demnach in den ersten 10 Minuten keinen einzigen Schuss auf Salo im Gehäuse der TreKronors abgefeuert. Und es sollte noch ein wenig dauern...



Zuerst mussten die Österreicher noch weitere brenzlige Szenen überstehen. In der 11. Minute wurde Philipp Lukas hinter dem eigenen Tor ausgetanzt, doch Johansson vergab den anschliessenden Querpass!



Nach 12:29 Minuten im ersten Drittel gelang den Österreichern der erste Torschuss. Bezeichnender Weise war es der heute ausgezeichnete Matthias Trattnig, der an Salo scheiterte. Ein ebenfalls gut spielender Martin Hohenberger setzte nach und ging auf den Torhüter, was für einige Unruhe sorgte und in einem kleinen Handgemenge endete. Am Ende mussten je 2 Spieler vom Eis und es ging weiter mit 5 gegen 5.



Das Team Austria schien von seiner ersten guten Möglichkeit noch sehr beeindruckt, als man beinahe den dritten Treffer bekam. Niklas Andersson stand plötzlich ganz alleine vor Dalpiaz, der sich jedoch nicht überspielen liess. Aber nur 50 Sekunden später leuchtete die Torlampe hinter dem österreichischen Gehäuse doch noch zum dritten Mal auf!



Und es war ein wunderbarer Treffer der Schweden. Zetterberg hatte hinter dem Tor die österreichischen Verteidiger wie Fliegen abgeschüttelt und zwischen drei Defensivmännern hindurch mit traumhafter Übersicht zu Weinhandl gespielt. Auch dieser war in Bedrängnis, doch er konnte den Verteidiger abschütteln und zum zwischenzeitlichen 3:0 einschieben.



Damit war die Partie bereits frühzeitig in Richtung der Schweden gelaufen und es schien beinahe so, als ob das Spiel schon entschieden sei. Doch die Österreicher gaben nicht auf und kämpften weiterhin tapfer zurück. Noch immer waren die Schweden klar überlegen, aber endlich stieg auch das Selbstvertrauen des Team Austria.



In der 15. Minuten war es Schaden, der im Konter mit einem Verlegenheitsschuss von der blauen Linie ein kleine Drangperiode der Österreicher einleitete. 30 Sekunden später hatten die Schweden den vierten Treffer und damit die endgültige Entscheidung auf der Kelle, aber der Schuss ging knapp vorbei.



Direkt aus dieser Szene entwickelte sich ein unscheinbarer Gegenangriff der Österreicher. Die erste Linie mit Brandner, Kalt und Philipp Lukas war plötzlich in den Ecken präsent und durch gutes Zweikampfverhalten war es Philipp Lukas der sich im linken Eck die Scheibe schnappte und mit Übersicht zurück in die Verteidigung auf Bruder Robert passte. Dieser fasste sich ein Herz und schoss.



Genau in diesem Augenblick fuhr Dieter Kalt am Tor der Schweden vorbei und damit durch das Sichtfeld von Tommy Salo. Dieser sah die Scheibe nicht kommen und konnte daher zu spät reagieren und das Netz hinter dem schwedischen Goalie zitterte zum ersten Mal.



Damit hatte Robert Lukas einen fast unglaublichen Torbann gebrochen! Seit dem 2.2.1948 hatte keine österreichische Nationalmannschaft mehr getroffen gegen die TreKronors. Ganze 48 Treffer hatte man kassiert seit diesem Spiel und nun hatte man wieder ein Erfolgserlebnis.



Die Charakteristik des Spiels änderte sich aber nicht. Die Schweden weiterhin überlegen, doch die Österreicher nun mit etwas mehr Mut. Plötzlich spielte man auch mit Forechecking und hatte etwas Scheibenglück. In den letzten Minuten des ersten Drittels passierte dann nicht mehr viel und es ging mit einem 1:3 für die Österreicher in die Kabine.



2. Drittel:
Das Mitteldrittel begann betont ruhig. In den ersten 2 Minuten passierte praktisch nichts und hätte nicht Zetterberg nach knapp 2 Minuten wieder einen seiner Wunderpässe losgelassen, wäre wohl noch länger Ruhe in der Halle gewesen.



Doch in der 23. Minute sorgte das Gespann Zetterberg/Weinhandl wieder einmal für Verwirrung in der Verteidigung der Österreicher. Der Schuss von Weinhandl landete aber am Aussennetz.



Die Partie plätscherte nun etwas dahin. Zwei Tore Vorsprung schienen für die Schweden komfortabel und die Österreicher waren im ersten Abschnitt grossteils nicht sehr gefährlich. Doch das wollten sie offensichtlich besser machen im Mitteldrittel.



In der 24. Minute war es Dieter Kalt, der einen Schuss aus rechter Position losliess, doch die Scheibe von der Kelle des Legionärs in Diensten des schwedischen Meisters Färjestads ging knapp über den Kopf von Salo hinweg.



Die Schweden waren immer noch optisch die bessere Mannschaft, aber langsam holten die Österreicher auf. Die TreKronors liessen sich von den Österreichern regelrecht einlullen und in der 25. Minute gingen auch die Schweden zum Konterspiel über. In einer traumhaften Kombination, ein Verteidiger spielte die Scheibe nach hinten zwischen die Beine hindurch in den Lauf von Henin, fand sich letzterer plötzlich alleine vor Dalpiaz wieder. Dieser zeigte, warum er in Tirol „Hexer“ gerufen wird und hielt diese Breakchance.



Die Österreicher hatten nun etwas umgestellt und konzentrierten sich mit allen 5 Feldspielern auf die Defensive. Nun setzte man voll auf die Konter.



Zuerst musste man wieder eine Unter AHL überstehen, denn Salfi musste nach einer unglücklichen Situation an der Bande für 2 + 10 Minuten vom Eis. Nur wenige Sekunden im Power Play der Schweden waren verronnen, als das Tor der Österreicher erzitterte. Ein Schuss von halbrechts hatte die Querlatte gestreift. Doch das war es auch in dieser Überzahl! Die Österreicher agierten sehr stark im Penalty Killing gegen die übermächtigen Schweden und kämpften nun beherzt um jede Scheibe.



Die Hausherren waren aber immer für ein Tor gut. In der 31. Minute, gerade Halbzeit in diesem Spiel, war es wieder Dalpiaz, der das Team Austria im Spiel hielt. Die Scheibe kam von hinter dem Tor direkt in den leeren Raum und ein schwedischer Angreifer konnte aus kurzer Distanz abdrücken. Dalpiaz aber hexte wieder und konnte seinen Kasten freihalten.



Nun gaben die Österreicher Gas. Zuerst war es Brandner, der mit einem Sturmlauf auf der linken Seite 2 Verteidiger auf sich zog. Sein Querpass verfehlte das Ziel, Kalts Schläger, aber nur um Millimeter.



Und 30 Sekunden danach, 31:11 Minuten waren gespielt, liess auch AHL Import Andre Lakos aufhorchen. Mit einem guten Schuss brachte er NHL Goalie Tommy Salo mächtig zum Schwitzen.



Die Österreicher wirkten nun viel besser und wurden offensiver. Gerade in dieser Phase passierte aber das, was nicht passieren sollte. Der Gegner machte einen Treffer. Direkt in die Drangperiode setzte Johansson zu einem Klassesolo an und liess 3 Verteidiger alt aussehen, den Abschluss vergab er aber und scheiterte an Dalpiaz. Die Scheibe jedoch blieb frei kurz vor der Linie liegen und es war Henin, der die Situation als erstes erkannte und doch noch zum 4:1 für die Gastgeber einschoss.



Das hätte eigentlich dem österreichischen Team die Motivation nehmen können, aber mit unbändigem Kampfgeist steckten die Österreicher nicht auf. In der 33. und 34. Minute wuchs der Druck der Österreicher immer weiter und es schauten sogar einige gute Möglichkeiten, die am Ende aber fruchtlos blieben, heraus.



Die Schweden wirkten nun plötzlich nicht mehr so souverän und man traute seinen Augen nicht. War das wirklich das österreichische Eishockeyteam gegen die Weltmacht Schweden? Mit einem Solo von Trattnig (Salo mit Mühe), einem Schuss von Kalt und einigen weiteren guten Szenen vor dem Tor der WM Ausrichter ging es mit einem 1:4 in die zweite Drittelpause. Den Mittelabschnitt hatte man aber lediglich mit 0:1 verloren!



3. Drittel:
Und die Überraschung ging weiter. Zum Erstaunen der Zuschauer in der Halle war es nicht Schweden, das im letzten Drittel das Spiel machte, sondern Österreich! In den ersten Minuten des Schlussabschnittes wartete man noch auf einen entscheidenden Zwischenspurt der Hausherren, als der nicht kam wurde man selbst aktiv.



In der 44. Minute sorgte Martin Hohenberger mit zwei guten Schüssen für viel Gefahr vor Salo und nur wenige Sekunden später war es Krefeld Legionär Brandner, der mit einem Sturmlauf von links plötzlich eine 1 gegen 1 Situation gegen Salo vorfand.



In der DEL zählte Brandner zu den Topscorern, doch in dieser Szene störte ihn ein nachrückender Verteidiger und ein sehr spät reagierender Salo im Abschluss. Die Österreicher hatten aber auf alle Fälle aufgezeigt.



Wie ausgewechselt gegenüber dem ersten Drittel spielten nun die Mannen von Trainer Kennedy. Die vorher so argwöhnisch eingeschätzten Jungen im Team nahmen ihr Kämpferherz in die Hand und zeigten zum ersten Mal seit langem wieder einmal eine herzerfrischende Leistung gegen einen Grossen.



Dass sich derartiger Einsatz auch lohnt bewiesen in der 45. Minute Roland Kaspitz und Matthias Trattnig. Kaspitz schnappte sich links neben dem Tor die Scheibe und setzte sich gegen zwei Schweden durch, drehte sich vor dem Tor und liess somit Salo ausstiegen. Anstatt selbst zu schiessen passte er uneigennützig quer zum herbeieilenden Trattnig, der mit der Backhand zum 2:4 einschoss. Eine Genugtuung für den jungen Österreicher, spielt Trattnig doch beim Schwedischen Ex-Meister Djurgarden Stockholm.



Wer sich erst jetzt in diese Partie einschaltete musste vermutlich zuerst schauen, welche Dressen die Österreicher anhatten. Die Roten waren plötzlich überall und beherrschten die Schweden, die immerhin mit Weltmeisterambitionen im eigenen Land angetreten waren.



Nun waren die Blau/Gelben gezwungen, im Konter ihren Erfolg zu suchen. Doch immer wieder scheiterten sie aus der Distanz an Dalpiaz, der eine solide Leistung zeigte.



Knapp 10 Minuten vor Ende der Partie hatte Brandner kurzfristig bei Salo für einen Herzaussetzter gesorgt. Mit einem Kracher von der blauen Linie verfehlte er das Ziel nur knapp. Die schwedischen Zuschauer waren auf alle Fälle geschockt und begannen vereinzelt bereits zu pfeiffen.



Immer wieder mussten sich die Gastgeber durch Icings befreien und die Österreicher drückten auf den Anschlusstreffer. In der 52. Minute hatte auch Claus Dalpiaz einen grossen Auftritt. Er wollte einen harmlosen Schuss locker fangen, griff jedoch daneben. Zum Glück stand er etwas seitlich und die Scheibe kullerte am rechten Torpfosten vorbei.



Und wie bereits im Mitteldrittel waren es die Schweden, die gerade in der Drangperiode der Österreicher trafen. So etwas macht den Unterschied aus. Im Power Play, Lakos sass auf der Strafbank, zog Daniel Tjarnqvist von der blauen Linie ab. Direkt vor Dalpiaz war viel Verkehr und immer erst im letzten Augenblick zogen die Spieler vor ihm die Beine weg. Somit sah der Torhüter die Scheibe sehr spät und musste sie zwischen die Beine hindurch passieren lassen.



Noch wollten sich die Österreicher aber nicht geschlagen geben. Man hatte gemerkt, dass die Schweden auch zu wanken beginnen! Trainer Kennedy nahm ein Time Out, versuchte so, sein Team noch einmal zu beruhigen und aufzurichten.



Aber die Schweden wirkten nun wieder etwas besser eingestellt. Zumindest für ein paar Minuten übernahmen sie wieder das Kommando – bis zur 55. Minute. Dann hatte der Linzer Christian Perthaler den erneuten Anschlusstreffer auf dem Schläger. Er hatte Salo bereits bezwungen, aber sein Schuss tropfte genau auf den Pfosten und prallte von dort zurück ins Feld!



Der Sieg der Schweden wurde aber nicht mehr wirklich gefährdet. Diese spielten die Partie am Ende sicher nach Hause und wirkten betont cool, was Dominic Lavoie am Ende mit einem seiner gefürchteten Schüsse noch einmal bestrafte. Mehr als dieses 3:5 knapp 35 Sekunden vor Ende war aber nicht mehr drin und die Schweden siegten am Ende nicht ganz so überlegen, wie alle erwartet hatten.



Fazit:
Ein grossartiges Spiel der jungen österreichischen Mannschaft! Zwar konnte einem am Anfang etwas Angst und Bange werden, als die Schweden innerhalb kürzester Zeit 3 Tore machten, doch nachdem die Anfangsnervosität gewichen war, trumpfte das Nationalteam „Neu“ auf.



Nicht nur, dass man nach 54 Jahren endlich wieder einmal einen Treffer erzielte – nein, man machte in einem Spiel so viele Tore, wie man zuvor in der gesamten Eishockeygeschichte gegen die Schweden gemacht hatte. Noch erfreulicher als das sind aber die Torschützen: mit Robert Lukas und Matthias Trattnig konnte sich exakt jene nachrückende Generation in der Scorerwertung verewigen, die in den nächsten Jahren die Basis des österreichischen Eishockey bilden wird. Und mit den Assists von 2x Kaspitz und ein Mal Philipp Lukas waren noch weitere zwei Junge am Erfolg massgeblich beteiligt.



Beste Akteuere am Eis waren auf Seiten der Österreicher vor allem in der Anfangsphase Torhüter Dalpiaz, der in einigen Szenen beinahe unmögliche Schüsse hielt und einen Reinhard Divis eigentlich nie vermissen liess. Ansonsten wussten vor allem Matthias Trattnig und Martin Hohenberger zu gefallen und auch ein Roland Kaspitz konnte wie schon in der Meisterschaft mit zwei vorbereiteten Toren aufzeigen.



Entgegen Spielen in der jüngsten Vergangenheit war es dieses Mal eine grossartige Teamleistung, welche die Österreicher trotz der Niederlage gut aussehen liess. Sowohl die Verteidigung als auch der Sturm leisteten ihre Arbeit und trugen dazu bei, dass die Österreicher immer besser wurden.



Sollten sich die Österreicher im Laufe der WM auf diesem Niveau halten können oder sogar noch zusetzen, muss man sich um einen Verbleib in der A Gruppe keine Sorgen machen. Russland wird zwar noch immer nicht zu schlagen sein, aber die Slowenen braucht man so nicht zu fürchten.



Ein Wort noch zu den Schweden: vor allem zu Beginn zeigten sie Tempoeishockey vom Feisten! Sie rotierten in den Ecken und liessen die Scheibe nur so laufen. Damit war immer ein Schwede anspielbar und die Österreicher wirkten in den ersten Minuten phasenweise ratlos.



Wie so oft bei grossen Nationen steckten die TreKronors aber nach dem 3:0 etwas zurück und beschränkten sich darauf das Spiel zu kontrollieren. Immer wenn die Österreicher gerade dran waren, schlugen sie cool zu und hielten so den Gegner auf Distanz. Ob das gegen einen der „Grossen“ gut geht wird sich zeigen. Mit Verstärkung aus der NHL könnten die Schweden noch um eine Klasse besser werden und so ein Wörtchen in der Medaillenvergabe mitreden. Ob es zum ersten Mal im neunten Anlauf reicht, bei einer Heim WM den Titel zu holen wird man spätestens am 11. Mai wissen.



Der Sieg der Schweden geht mit Sicherheit vor allem auf Grund des ersten Drittels und den vielen vergebenen Chancen in Ordnung. Über das gesamte Spiel gesehen waren sie sicher das bessere Team. Gefordert wurden sie aber von den Österreichern, was nach dem 0:11 des Vorjahres für die Zukunft des Team Austria hoffen lässt. Der erste Schritt beim Umbau des Teams war ein nicht unerfolgreicher - gegen Russland muss nun der nächste folgen.

passende Links:

nhl.com
Offizielle Seite des IOC