olympiaslc.jpg

Olympia: Sensation durch Deutschland - Sieg gegen die Slowakei



Teilen auf facebook


Sonntag, 10.Februar 2002 - 2:11 - Sensation durch das Team Germany im Spiel gegen den grossen Gruppenfavoriten Slowakei! Mit einer beeindruckenden Mannschaftsleistung konnten sich die Deutschen in einem schnellen und abwechslungsreichen Spiel überraschend mit 3:0 (0:0, 2:0, 1:0) durchsetzen und damit für die erste grosse Überraschung im Olympia Turnier sorgen.



Die Slowaken, die noch 4 Plätze im Kader freigelassen haben, um diese in der Finalrunde mit weiteren NHL Stars besetzen zu können, waren zwar die optisch bessere Mannschaft, verzettelten sich aber zu häufig in individuellen Aktionen. Damit müssen die Slowaken die beiden ausstehenden Partien gewinnen und auf die Schützenhilfe der anderen Teams hoffen, um doch noch in die Finalrunde aufzusteigen.

Die Statistik und einen Spielbericht zum Spiel gibt es in den Zusatzinfos...
Slowakei - Deutschland 0:3 (0:0, 0:2, 0:1)

Zuschauer: 8.504

Schiedsrichter: ACHESON,Kevin (CAN), GAROFALO,James (USA), KULAKOV,Sergei (RUS)

Tore: 0:1 RUMRICH, Jurgen (20:30/SH), 0:2 BENDA, Jan (MACKAY, Mark, SOCCIO, Leonard, 27:03/PP1), 3:0 48 SOCCIO, Leonard (KATHAN, Klaus, SEIDENBERG, Dennis, 59:07/EN)

Strafzeiten: 8:10 Minuten

Schüsse: 29:17

Spielbericht:

Das Spiel Slowakei gegen Deutschland sollte für beide Teams in der Vorrundengruppe A eine richtungsweisende Partie werden. Die Slowaken stehen während der Olympischen Spiele unter besonderem Druck, da sie der grosse Favorit in ihrer Vorrundengruppe sind und ihnen sogar beim Erreichen der Finalrunde Aussenseiterchancen zugestanden werden.

Die Deutschen hingegen hofften ähnlich wie schon bei der Heim - WM mit einer guten ersten Turnierleistung in einen "Spielrausch" zu gelangen und vielleicht doch das Unmögliche zu schaffen und diese Vorrundengruppe A zu gewinnen.

Von Beginn an stand die Partie auf hohem Niveau und beeindruckte durch schnelles Spiel und intensivem Eishockey. Die Slowaken, die sich mit einigen NHL Stars verstärkt hatten (Satan, Palffy usw.), schienen Startschwierigkeiten zu haben und die Anpassung an die grosse Eisfläche nicht reibungslos zu schaffen. Daher waren die Deutschen zu Beginn die aktivere Mannschaft und konnte sich auch einige gute Chancen erspielen.

Mit Fortdauer des ersten Drittels wurde der Favorit aber stärker und beherrschte gegen Ende der ersten 20 Minute das Geschehen optisch ganz deutlich. Doch das Team Germany konnte mit einer ausgezeichneten Defensivleistung nach dem ersten Drittel mit einem Etappensieg, dem 0:0, in die Kabinen gehen.

Aus dem Eröffnungsdrittel nahmen die Deutschen dann noch eine Strafzeit mit in den Mittelabschnitt und man erwartete anstürmende Slowaken in den ersten beiden Minuten des zweiten Drittels. Aber es kam ganz anders und nach einem katstrophalen Fehler im Mitteldrittel konnte plötzlich der Kapitän der Deutschen, Jürgen Rumrich, in Unterzahl alleine auf den slowakischen Schlussmann Rybak zulaufen. Der Deutsche liess sich diese Chance nicht nehmen und verwertete zum überraschenden und vielumjubelten 1:0 für das Team Germany in Unterzahl!.

Danach drehten die Slowaken weiter auf und verschärften das Tempo. Immer wieder fuhren sie ihre Angriffe auf das von Marc Seliger gehütete Tor des deutschen Teams, doch immer noch stand die Defensive des schwarz-rot-goldenen Teams und hielt dem Druck stand.

Vielmehr waren die Deutschen in ihren Kontern sogar teilweise gefährlicher. Nach 27:03 Minuten waren die Deutschen in Überzahl und die Hartgummischeibe kam an der blauen Linie zu Jan Benda. Dieser fand keine Anspielstation und entschied sich daher kurzer Hand zu einem Schuss. Unterstützt von McKay, der vor dem Tor der Slowaken einen Verteidiger an sich band und dadurch Rybak die Sicht versteckte, fand die Scheibe ihren Weg in das Netz und somit zum überraschend klaren 2:0 für den Aussenseiter.

Nun wachten die Slowaken erst auf und legten weiter an Tempo zu. Minutenlang wurden die Deutschen in ihrem Drittel eingeschnürt, doch es war der herausragende Marc Seliger, der im Tor der Deutschen mit einer Top - Leistung die hochkarätigen Spieler der Slowaken vergeblich anlaufen liess.

So ging es mit dem 2:0 ins Abschlussdrittel und es hatte den Anschein, als ob die Slowaken gegen die ausgeglügelte Defensivtaktik der Deutschen mit ihrem Latein am Ende waren. Kaum mehr gute Aktionen waren von den so hochgelobten Stürmern der Slowaken zu sehen und das Tempo wurde wieder aus dem Spiel genommen. Die Deutschen stellten sich immer besser auf die Slowaken ein und konnten das Spiel sogar kontrollieren.

Als der slowakische Trainer gegen Ende der Partie alles auf eine Karte setzte und den Goalie vom Eis nahm, war es Soccio, der nach einem vereitelten Torschuss der Slowaken die Scheibe in der eigenen Verteidigungszone aufnahm, ins Mitteldrittel fuhr und von dort überlegt zum 3:0 ins leere Tor einschoss. Die noch verbleibenden knapp 60 Sekunden waren für die Deutschen eine Pflichtübung und nach 60 Minuten stand der Sensationssieg fest.

Fazit:

Ein Sieg für die Deutschen, der trotz optischer Überlegenheit der Slowaken auch in dieser Höhe in Ordnung geht. Die Slowaken traten in diesr Partie nicht als Team auf und versuchten sich zu sehr in Einzelleistungen, währen die Deutschen mit einer Teamleistung, aus der nur Torhüter Seliger herausstach, überzeugte.

In dieser Form könnte Deutschland wie schon bei der WM der Favoritenschreck werden und die grosse Überraschung dieser Vorrundengruppe bilden. Doch bereits vor dem Turnier war für die Gruppe A erwartet worden, dass die Entscheidung über den Gruppensieg sehr eng werden würde und man sich vermutlich eine Niederlage erlauben kann. Diese haben die Slowaken nun schon hinter sich und müssen in den verbleibenden Partien gewinnen.

Das Spiel gegen Lettland hat dabei bereits Endspielcharakter für die Slowakei. Eine Niederlage würde bereits das Aus bedeuten und eine eishockeverrückte Nation in grosse Verlegenheit stürzen. Das erste Spiel machte die Nachteile von zu vielen NHL Profis auf dem Eis offensichtlich: die Anpassungsschwierigkeiten an die grosse Eisfläche ware bei den Slowaken vor allem zu Beginn deutlich sichtbar und erst mit Fortdauer der Partie, als die Deutschen aber schon mit zwei Treffern in Front waren, konnten die Slowaken besser den Raum nutzen.

passende Links:

nhl.com
Offizielle Seite des IOC