Ausgebremst! TeamWien nicht in der Nationalliga!



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Freitag, 20.Juni 2008 - 6:04 - Schwerer Rückschlag für die Nationalliga! Österreichs zweithöchste Spielklasse wird in der kommenden Saison mit nur 8 Teams an den Start gehen und damit im Grunddurchgang an Attraktivität verlieren. Das TeamWien hat unter kuriosen Umständen die Nennfrist versäumt und daher sind automatisch alle Teams für das Viertelfinale qualifiziert.Es geht praktisch um nichts mehr, wenn die Nationalliga in ihren Grunddurchgang startet. Nur 8 Teams sind in der Saison 08/09 am Start und allesamt sind sie bereits fix für das Viertelfinale qualifiziert. In der ersten Phase der Meisterschaft geht es ausschließlich darum, den Gegner für die Play Offs auszuspielen.

TeamWien ausgetrickst?
Der Grund dafür liegt beim TeamWien. Die Hauptstädter haben es verabsäumt, die Kaution für die Teilnahme fristgerecht zu hinterlegen und sind daher nicht spielberechtigt.

Soweit sieht alles nach finanziellen Problemen bei den Wienern aus, was es aber laut einer öffentlichen Stellungnahme von Herbert Haiszan nicht ist! Die Wiener wollten gegen die erschwerten Durchführungsbestimmungen protestieren und eine Änderung dieser erzwingen. Dabei hat sich das TeamWien aber offenbar verspekuliert.

Zugestimmt und umgestimmt
Am 3. Juni hatten die Nationalliga Vereine geänderte Bestimmungen beschlossen - einstimmig, wohlgemerkt. Zweitmannschaften bzw. Spielgemeinschaften (z.B Red Bull Salzburg): Die Anzahl der Spieler die nicht aus der EBEL in die NL hinunter spielen dürfen wurde von 15 auf 10 reduziert, doch durften hier ausschließlich die 10 besten Österreicher genannt werden. Das Farmteam muss zu Beginn der Saison die 5 (früher 8) besten Österreicher nennen, die in der Folge aus der NL in die EBEL hinauf spielen können.

Nach diesem Beschluss erkannte man in Wien und später offenbar auch in Salzburg, dass man dadurch benachteiligt wurde und versuchte, noch einmal eine Änderung herbeizuführen. Durch diese erneuten Diskussionen kam es, laut Informationen vom TeamWien, zu einer weiteren Erschwernis: Diese besagt, dass nach dem 31.12.2008 Spieler auch nicht mehr im Rahmen der Bestimmungen der Farmteamregelung von der NL in die EBEL und zurück wechseln dürften.

Diesen neuen Bedingungen stimmten alle Teams zu - bis auf die betroffenen Mannschaften Salzburg und Wien. Diesen wurde eine Nachfrist bis 6. Juni eingeräumt, um doch noch zuzustimmen. Die Wiener haben daraufhin unter Abstimmung mit ihrem Hauptsponsor, den Vienna Capitals und gemeinsam mit den Red Bulls Salzburg beschlossen, unter diesen Bedingungen nicht an der Nationalliga teilnehmen zu wollen.

Daher wurde die Kaution nicht hinterlegt und die Vereine sowie die Liga informiert. Wien und Salzburg wollten ganz offensichtlich Druck auf die Liga ausüben und diese so zum Umdenken zwingen. Mit nur 7 Teams, so die Überlegungen, würde der Rest der Liga zum Überlegen gezwungen werden.

Salzburg lenkt ein
Doch daraus wurde nichts, denn Salzburg wich vom ursprünglichen Plan ab und wird unter Protest gegen die neuen Durchführungsbestimmungen doch an der Liga teilnehmen. Die Wiener hatten ihre Nachfrist versäumt und sind somit aus der Liga draußen.

Kalt eingeschaltet
"Als letzte Hoffnung wandte ich (Herbert Haiszan, Anm.) mich persönlich an den Präsidenten des ÖEHV, Dr. Dieter Kalt, damit der Vorstand des ÖEHV dieser "Fristenlösung", im Interesse der Förderung österreichischer Nachwuchsspieler, nicht zustimme und die Teilnahme des Team Wien an der Nationalliga ermögliche. Leider musste er mir mitteilen, dass auf Grund der letztlichen einstimmigen Entscheidung der anderen Vereine eine Änderung nicht mehr möglich wäre und wir außerdem die Nachfrist versäumt hätten", so Haiszan in einer Erklärung.

Damit ist die Tür zu und in der Nationalliga gehen nur 8 Teams an den Start. Die Tür für das TeamWien könnte damit auf Jahre zu sein, denn es ist kaum zu erwarten, dass die Hauptstädter nach einem Jahr ohne NL Hockey wieder zurückkommen werden. "Der Hauptgrund für die Zusammenarbeit mit den Capitals ist der, dass man jungen Spielern die Möglichkeit geben will, dort mitzutrainieren und eine Zwischenstufe von der U20 in die EBEL zu schaffen. Der direkte Sprung vom Nachwuchs in die Kampfmannschaft der obersten Liga gelingt heutzutage nur sehr wenigen Spielern. Auch im Fußball ist dies heute durchaus üblich, ohne dass der Wechsel von der Amateurmannschaft in die Profimannschaft und wieder zurück erschwert bzw. unmöglich gemacht wird", ist Haiszan enttäuscht über die Entwicklungen in der Liga.

Erschwerend komme für das Team Wien noch hinzu, dass die anderen Vereine in den Bundesländer Zuschauereinnahmen in eigenen Hallen, Einnahmen aus Restaurationsbetrieben, teils echt großzügige Unterstützung durch Stadt und Land haben, während das Team Wien rein auf Unterstützung durch Sponsoren (eher Mäzenen) angewiesen ist.

passende Links:

Vienna Capitals - Fanclub Icefire
Vienna Capitals - Webseite