4
 
3

DEC vs.KAC

5
 
3

VIC vs.HCI

2
 
5

KAC vs.VIC

3
 
4

HCB vs.VSV

7
 
5

G99 vs.MZA

8
 
3

BWL vs.ZNO

5
 
3

DEC vs.RBS

2
 
4

AVS vs.HCI

0
 
0

G99 vs.KAC

0
 
0

HCI vs.RBS

0
 
0

ZNO vs.HCB

0
 
0

ZNO vs.AVS

0
 
0

RBS vs.BWL

0
 
0

KAC vs.DEC

0
 
0

VIC vs.HCB

0
 
0

HCI vs.G99

photo_320147_20121214.jpg EXPA Oskar Hoeher

Dirk Rohrbach: Vom Eis über die Bande in die Geschäftsführung eines DEL2-Clubs



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Mittwoch, 16.November 2016 - 6:12 - Die Lausitzer Füchse sorgten in dieser Spielzeit schon für reichlich Überraschungen. Diesen Umstand nahm man sich zum Anlass, um Geschäftsführer Dirk Rohrbach zum Gespräch zu bitten. Im Interview spricht Rohrbach über seinen Werdegang, seine politische Karriere und über die sportlichen Geschehnisse in Weißwasser.


Sie beschreiben drei unterschiedliche Perspektiven, aus denen ich die Entwicklung des Vereins erlebt habe. Das ist – glaube ich – die wichtigste Erfahrung, die ich machen durfte. Ich habe Erfolge und Niederlagen als Spieler und Trainer erlebt und versuche nun als Geschäftsführer Bedingungen zu schaffen, damit der Eishockeysport erfolgreich im Rahmen der hiesigen Möglichkeiten weiterlebt. Sie fragen nach Eckpunkten: Ich war 17 als die Wende kam. Diese aufregenden Zeiten bleiben unvergessen. Die ersten zwei Jahre 1. Bundesliga erlebte ich verletzungsbedingt als Fan auf der Tribüne und übrigens somit aus einer weiteren Perspektive. Dann folgte das erste Zweitligajahr, das sehr erfolgreich verlief. Die schöne Zeit mit den Sturmpartnern Sekera und Wikström in den Jahren 2004/2005 ist mir ebenfalls in Erinnerung geblieben. Und als Trainer waren die ersten beiden Spielzeiten bemerkenswert. Die Erste, weil entgegen mancher Erwartungen unser Team in die Play-Offs einzog und die Zweite, weil die meisten Zuschauer trotz einer Katastrophensaison mit 18 Niederlagen in Folge zu mir als Person hielten. Das passiert nur wenigen Trainern und bleibt definitiv in Erinnerung.

Sie haben den Lausitzer Füchsen auch in schwierigen Zeiten die Treue gehalten. Was bedeutet Ihnen der Verein?
Der Verein ist ein bedeutender Teil meines Lebens, neben der Familie der Wichtigste. Einerseits war mein Großvater Gründungsmitglied des Vereins, was nichts bedeuten muss. Für mich spielt es aber eine sehr große, emotionale Rolle. Zum anderen wohnte ich gegenüber vom Eisstadion. Da lag es buchstäblich nahe, dass ich mich bei Dynamo anmelde. Seit dieser Zeit war ich mehr im Eisstadion als zu Hause. So geht die Legende in der Familie.

Was hat Sie veranlasst, auch einen Posten im Stadtrat von Weißwasser zu übernehmen?
Ich war 2005 Präsident des ES Weißwasser als klar war, dass die alte Eishalle in absehbarer Zeit saniert oder abgerissen werden muss. Der damalige Oberbürgermeister sprach sich offen gegen Profi-Eishockey aus, was damals auch zu heftigen Protesten führte. Wir sahen uns im Verein auch zu wenig von den etablierten Parteien im Stadtrat vertreten. Vereinsmitglieder, Sponsoren und Menschen, die in der Stadt etwas gestalten wollen, vereinten sich zu „Klartext“. Das ist fast zehn Jahre her. Mittlerweile stellen wir den Oberbürgermeister. Wir haben nicht nur die Eishalle bauen können, sondern vieles durchgeboxt, was die Stadt lebenswerter macht. Und jetzt, wo der Gegenwind wieder stärker wird, will ich nicht kneifen und kämpfe weiter mit meinen Klartext-Kollegen.

Haben Sie ein Patentrezept, um die sportliche Karriere, das politische Engagement und private Interessen unter einen Hut zu bringen?
Nein, habe ich nicht. Bei mir geht das nur, weil meine Familie, insbesondere meine Frau, für meine Arbeit viel Verständnis hat und mir den Rücken frei hält.

Ein Blick auf den sportlichen Bereich: Welchen Herausforderungen sahen Sie sich zum Saisonbeginn gegenüber?
Die schwierigste Aufgabe wird uns sicher noch einige Zeit erhalten bleiben, nämlich mit unserem Etat ein konkurrenzfähiges Team zusammenzustellen. In dieser Saison sind wir neue Wege gegangen, in dem wir - auch begünstigt durch die Kooperation mit den Eisbären Berlin - auf junge Spieler setzen, die sich für die DEL empfehlen wollen. Ich freue mich, dass wir mit Sebastian Elwing einen Torwarttrainer gewinnen konnten, der auch die Berliner Spieler betreut. Zudem haben wir ein paar neue Sponsoren gewinnen können. In diesem Bereich hoffen wir, noch ein paar Erfolge vermelden zu können.

Kürzlich kam es zu Ausschreitungen im Zuschauerbereich, welchen der Club mit einer konsequenten Vorgehensweise gegenüber trat. Wie haben Sie diese Vorkommnisse empfunden?
Wenn ich darüber rede, muss ich immer noch aufpassen, meine Contenance zu bewahren. Ich habe die Ereignisse in Bayreuth per Liveübertragung verfolgt und war dann gegen Bad Nauheim nah dran am Geschehen. Ich habe die Familie, die angegriffen wurde, zur Ärztin gebracht. Ganz ehrlich, ich bin erschrocken über den Hass und die Gewalt. In solch einer Form hatten wir dies noch nie, deshalb war damit auch nicht zu rechnen. Wir müssen jetzt die Sicherheitsmaßnahmen verstärken. Das gefällt sowohl uns als auch den vernünftigen Fans nicht. Aber es muss sein. Außerdem hat unser Ruf gelitten. Die Sponsorensuche wird dadurch nicht einfacher.

Welche Ziele verfolgen Sie in der nahen Zukunft als Geschäftsführer mit den Lausitzer Füchsen?
Sportlich geht es darum, weiterhin die DEL 2 zu halten. Wenn wir jedes Jahr um den Einzug in die Play-Offs mitspielen, wäre dies super. Dann hoffe ich, dass die Kooperation mit den Eisbären langfristig fruchtet. Zudem müssen wir das Problem der Finanzierung der Eishallen-Betreibung zusammen mit den Verantwortlichen der Stadt lösen. Nicht zuletzt will ich natürlich versuchen, die GmbH wirtschaftlich solide zu führen, wobei ich den familiären Charakter des Eishockeysports in Weißwasser nicht aus den Augen verlieren möchte.


Quelle:red/PM