8
 
3

BWL vs.ZNO

5
 
3

DEC vs.RBS

2
 
4

AVS vs.HCI

4
 
3

HCI vs.G99

2
 
3

ZNO vs.AVS

3
 
2

VIC vs.HCB

4
 
2

RBS vs.BWL

3
 
1

KAC vs.DEC

0
 
0

RBS vs.AVS

0
 
0

BWL vs.G99

0
 
0

DEC vs.ZNO

0
 
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HCI vs.RBS

0
 
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G99 vs.KAC

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AVS vs.BWL

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VSV vs.VIC

0
 
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ZNO vs.HCB

ÖEHV Präsident Dieter Kalt sen. präsentiert den Meisterpokal Reinhard Eisenbauer, Hockeyfans.at

ÖEHV Präsident Kalt: Was wollen wir?



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Dienstag, 05.Mai 2009 - 11:51 - Dr. Dieter Kalt hat in Zürich und Bern die WM-Spiele verfolgt. Im Interview spricht der ÖEHV-Präsident über das Abschneiden des Nationalteams und blickt in die Zukunft.

Herr Präsident, die WM ist vorbei, das Ziel wurde verfehlt. Wie hat sich die Mannschaft Ihrer Meinung nach präsentiert?
Die Mannschaft hat das gezeigt, was sie kann. Sie hat einige Partien tadellos gespielt. Gegen Dänemark hat sie aber unter ihrem Niveau agiert. Manche Spieler waren nervlich offenbar nicht in der Lage, diese wichtige Begegnung zu bewältigen und haben deswegen wahrscheinlich einen 2:0-Vorsprung vergeben.

Es haben einige Faktoren mitgespielt: Das Team hatte vor und während der WM zahlreiche Verletzte zu beklagen, die Vorrunden-Gruppe war die schwerste und die Tatsache, dass Deutschland mit uns in der Relegationsgruppe gelandet ist, hat den Klassenerhalt auch nicht einfacher gemacht. War ein bisschen Pech nicht auch dabei?
Das sind Faktoren, die bei einer WM auftreten. Wir können weder die Auslosung noch die Situation mit Deutschland beeinflussen. Man wird darüber in Zukunft nachdenken müssen, ob man eine Mannschaft, die bereits fix für die nächste WM qualifiziert ist und in der Relegation landet, nicht besser aus der Wertung nimmt. So ein Team beeinflusst bewusst oder unbewusst die Entscheidung, ob eine andere Mannschaft auf- oder absteigt. Normalerweise reichen für den Klassenerhalt sechs Punkte in der Relegation, so wie wir sie erzielt haben. Im Gesamten gesehen, hatten diese Faktoren aber nichts damit zu tun, dass wir abgestiegen sind.

Was bedeutet der Abstieg das für das österreichische Eishockey?
Es ist jener Faktor schneller eingetreten, als befürchtet: Man hat gesehen, dass junge Spieler in unserer Liga aufgrund der großen Anzahl an Transferkartenspieler zu wenig Verantwortung von ihren Trainern auferlegt bekommen. Das soll keine Kritik an den Spielern sein. Die Spieler, die dabei waren, haben alles gegeben, was sie nach einer so langen Saison noch an Kräften besaßen. Sie sind aber derzeit noch keine echte Unterstützung, wenn es darum geht, kritische Phasen in den Spielen zu überstehen. Noch müssen wir uns auf die älteren, erfahrenen Spieler verlassen. Wenn diese dann nicht ihre hundertprozentige Leistung bringen, sieht es schlecht aus. Wie gesagt, die Spieler müssen in der Meisterschaft ganz einfach mehr Verantwortung übertragen bekommen. Wenn sich das nicht ändert, wird das in Zukunft ein generelles Problem im Eishockey werden. Denn dann werden wir uns auch weiterhin sehr schwer tun und Auf- und Abstieg werden fast nicht zu vermeiden sein.

Bei der WM 2007 in Moskau offenbarte sich dasselbe Problem, nämlich, dass zu viele heimische Spieler zu wenig Verantwortung in der Liga zugesprochen bekommen. Was hat sich seitdem geändert?
Nicht allzu viel. Die Nationalmannschaft ist im Jahr darauf bei der Division I in Innsbruck sehr stark aufgetreten und hat sofort den Wiederaufstieg geschafft. Seitdem sind die Spieler wieder ein Jahr älter geworden. Der Nachwuchs ist da und dort zum Einsatz gekommen, aber nicht bei allen Vereinen. Die Vielzahl der Transferkartenspieler ist ganz einfach ein Unding. Da müssen der Verband und die Liga gemeinsam eine Lösung suchen. Der Verband bekommt die Spieler von den Vereinen und kann sie nur bedingt selber ausbilden. Diese Verantwortung liegt bei den Vereinen. Wenn das nicht eingesehen wird und wir die Quote an ausländischen Spielern nicht reduzieren, dann sehe ich keine Besserung.

Wer ist dabei konkret gefordert?
Wir müssen uns mit der Liga und den Vereinspräsidenten zusammensetzen. Gemeinsam mit den Klubs müssen wir den zukünftigen Weg festlegen. Wollen wir mit der Nationalmannschaft erstklassig sein oder genügt es, eine Meisterschaft mit ein paar einheimischen Spielern zu bestreiten? Wenn Letzteres genügt, dann können wir in dieser Form weiter fortfahren. Wenn wir mehr wollen, dann müssen wir einen gemeinsamen Weg suchen, in der Hoffnung, dass die vernünftigen Kräfte siegen und mehr österreichische Spieler in der Liga zum Einsatz kommen. Der Vorwurf, nur der Verband will erstklassig sein, muss ad acta gelegt werden.

Was sind jetzt die nächsten Ziele?
Mir liegt unser Eishockey am Herzen. Ich werde die nächsten Schritte mit dem Vorstand des ÖEHV und mit der sportlichen Leitung in der Person von Verbandskapitän Giuseppe Mion besprechen. Wir werden die Situation analysieren und dann gemeinsam, das möchte ich betonen, mit den Vereinen einen Weg suchen, um aus diesem Dilemma heraus zu kommen.

Es war auch von einem möglichen Schnitt die Rede, nämlich das Nationalteam zu verjüngen....
Dieses ständige Auf und Ab der letzten Jahre entspricht nicht meiner Zielvorstellung. Wenn es uns gelingt, die jungen österreichischen Spieler bei ihren Vereinen zu forcieren und an die internationale Spitze heran zu führen, dann wäre damit den Vereinen auch bei der Budgeterstellung geholfen. Am Beispiel Innsbruck sieht man, dass die Budgets überzogen werden. Laibach, Jesenice und Alba Volan stehen vor ähnlichen Problemen. Ein Schritt zurück ist weitaus sinnvoller als das ständige Aufrüsten.

Sie haben unmittelbar nach der Begegnung gegen Dänemark ausgeschlossen, dass Österreich sich für die Austragung der 2010 WM Division I bewerben wird. Warum?
Erst wollen wir mit den Vereinen festlegen, welchen Weg wir gemeinsam gehen. Die Vereine sollen mit entscheiden, wo wir International das österreichische Eishockey platzieren wollen. Ist es die Division I, soll es dem Verband recht sein, obwohl ich überzeugt bin, dass wir mit unserem Potenzial an Spielern - sofern wir nicht zu viele Verletzte haben - durchaus wieder die A-Gruppenzugehörigkeit schaffen könnten.

Rückblickend betrachtet: Hätten wir in der WM-Vorbereitung irgendetwas anders machen sollen?
Nein. Es gibt keine bessere Vorbereitung als zwei Spiele gegen den amtierenden Weltmeister Russland auszutragen. Auch die Länderspiele in Grenoble gegen Norwegen und Frankreich sowie im Februar gegen Dänemark waren allesamt Spiele gegen A-Nationen. Es wird künftig schwierig sein, solche Gegner überhaupt zu bekommen. Mit der Zugehörigkeit zur Division I gibt es naturgemäß weniger attraktive Gegner. Auch muss man wissen, dass es für alle österreichischen Vereine, die sich an internationalen Bewerben beteiligen wollen, schwieriger wird, da diese Dinge mit dem internationalen Ranking des Nationalteams zusammen hängen. Man muss wesentlich früher in Qualifikationsturniere einsteigen und es ist überhaupt fraglich, ob ein österreichischer Klub, wenn wir nicht zur A-Gruppe gehören, zu einer Qualifikation für die kommende Champions Hockey League eingeladen wird. All diese Fragen sind im Zusammenhang zu sehen und müssen bedacht werden, wenn wir uns für einen zukünftigen gemeinsamen Weg entscheiden.