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Serge Aubin im Abschiedsinterview



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Dienstag, 03.April 2018 - 14:10 - Für die Vienna Capitals ist die Saison nach dem Play-Off-Halbfinal-Aus gegen den HCB Südtirol beendet. Mit dem gestrigen 1:2 im fünften Spiel mussten sich die Caps den Füchsen in der Serie mit 1:4 geschlagen geben. Damit endete auch die erfolgreiche Tätigkeit von Head-Coach Serge Aubin. Der Kanadier wechselt, gemeinsam mit Assistant-Coach Craig Streu, mit Saisonbeginn zum Schweizer Topklub ZSC Lions und hinterlässt eine beeindruckende Bilanz.

Aubin führte sein Team zu 92 Siegen in 131 EBEL-Spielen (Erfolgsquote von 70 Prozent), gewann mit Wien in der Saison 2016/2017, mit einem historischen 12:0-Triple-Sweep, den Meistertitel und verewigte die Vienna Capitals mit mehreren Rekorden in den Geschichtsbüchern der Erste Bank Eishockey Liga.

Serge, die Vienna Capitals haben in Spiel 5 alles unternommen, die Serie gegen den HCB Südtirol konnte jedoch nicht mehr gedreht werden. Was waren für Dich die Gründe für das Halbfinal-Aus?
„Im Endeffekt haben wir zu wenige Tore geschossen. Wir haben uns viele Chancen erarbeitet, aber an HCB-Goalie Pekka Tuokkola sind wir sehr selten vorbeigekommen. Ich möchte aber zuerst Bozen gratulieren. Es war eine sehr enge Serie, die Füchse haben einen erfolgreichen Weg ins Finale gefunden. Spiel 3, hier in der Erste Bank Arena, hat sicher eine entscheidende Rolle gespielt. Wir haben es damals leider verabsäumt den Sieg einzufahren und kassierten 26 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit den Ausgleichstreffer und danach die Overtime-Niederlage. Mein Team hat in der Serie sehr hart gekämpft, es ist eine tolle Mannschaft mit einem tollen Charakter. Sie haben bis zur letzten Sekunde alles versucht. Ich bin sehr stolz auf meine Burschen.“

Wie schwer wiegten die Ausfälle von Riley Holzapfel und Rafael Rotter?
„Der Ausfall von Riley Holzapfel hat uns natürlich sehr weh getan, ebenfalls auch das Out von Rafael Rotter in den letzten beiden Spielen. Wenn dir der MVP der Vorsaison und unser MVP der aktuellen Spielzeit fehlen, dann ist das schwer zu kompensieren. Das ist so wie wenn bei den Pittsburg Penguins Crosby und Malkin ausfallen. Dazu mussten wir schon früh in der Saison Sascha Bauer verletzungsbedingt vorgeben Und Bozen hat wirklich gutes Eishockey gespielt. In den Play-Offs ist es hart. Doch wir haben es geschafft als Team noch enger zusammenzurücken und ich denke wir haben einen guten Job gemacht. Es war nicht genug, aber wir haben mit Sicherheit unser Bestes gegeben.“

Wie geht es Dir persönlich?
„Es macht natürlich keinen Spaß zu verlieren. Ich ertrage es sehr schwer meine Burschen jetzt so niedergeschlagen zu sehen. Aber wenn ich auf die letzten zwei Jahre zurückblicke, dann erfüllt es mich mit Stolz. Dieses Team hat immer alles gegeben, hart gekämpft. Du kannst nicht jedes Jahr den Titel holen. Wir haben es versucht, aber es sollte nicht sein.“

Mit dem Aus im Halbfinale ist auch Deine Trainertätigkeit bei den Vienna Capitals beendet. Du übernimmst ab nächster Saison als Head-Coach den Schweizer Topklub ZSC Lions. Mit welchen Gefühlen blickst Du auf die letzten zwei Jahre zurück?
„Wenn die Enttäuschung einmal ein Bisschen verflogen ist und ich über diese zwei Jahre nachdenke, dann wird sicher ein Eindruck bleiben: Es war eine unglaubliche Reise. Die Organisation der Vienna Capitals ist großartig und auch die Mannschaft. Ich hätte mir keine bessere wünschen können. Wir sind immer als ein Team aufgetreten. Für mich war es ein Privileg hier als Head-Coach arbeiten zu dürfen. Wien wird immer in meinem Herzen bleiben. Ich werde die Zeit hier nie vergessen. Ich bin stolz was wir alles in den vergangenen beiden Saisonen als Mannschaft erreicht haben.“

Dein Dank gilt aber auch den Fans…
„Den Caps-Fans möchte ich für die Unterstützung in den letzten zwei Jahren danken. An vielen Spieltagen haben wir genau den sprichwörtlichen Funken, der von den Tribünen auf das Eis übergesprungen ist, benötigt. Wir haben unsere Fans immer im Rücken gespürt. Auch das letzte Auswärtsspiel, Game 4 in Bozen, wird mir immer in Erinnerung bleiben. Als mein Team zum ersten Mal aufs Eis kam und die mitgereisten Caps-Fans ihren Support anstimmten. Das war großartig. Vielen Dank an Euch Fans, Ihr habt auch Anteil am Erfolg der letzten beiden Jahre.

Die Erfolgsbilanz von Serge Aubin mit den Vienna Capitals

Saison 2016/2017

Sieger Grunddurchgang
33 Siege (EBEL-Rekord)
98 Punkte (EBEL-Rekord)
95 Gegentore (EBEL-Rekord)
Sieger Pick-Round
Triple-Sweep in den Play-Offs 2017
EBEL-Meister 2017
Qualifikation für die Champions Hockey League

Saison 2017/2018
12 Siege in Serie zu Saisonbeginn (EBEL-Startrekord)
Saisonübergreifend 25 Siege in Serie (EBEL-Rekord)
Sieger Grunddurchgang
Sieger Pick-Round
Play-Off-Halbfinale
Qualifikation für die Champions Hockey League

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Quelle:red/PM