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Die HF.at Play Off Vorschau: Red Bull Salzburg – Black Wings Linz



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Donnerstag, 22.März 2018 - 13:54 - Salzburg gegen Linz, das ist so etwas wie ein echtes Derby, trennen die beide Städte doch nur etwas mehr als 100 Kilometer. Was die Fans in diesem Halbfinale erwartet ist klar: es treffen die beiden besten Offensiven der Liga aufeinander, letzten Endes könnten dann aber doch die Defensivleistungen ausschlaggebend sein. Erreicht Linz erstmals seit 2012 wieder ein Finale, oder schaffen die Red Bulls nach einem Jahr Pause wieder den Sprung ins Endspiel?

Red Bull Salzburg (2) - Black Wings Linz (3)
Saisonbilanz: 3:3 Siege, 9:9 Punkte, 30:23 Tore

Eines war schon vor dieser Saison klar: der Meistertitel in der Erste Bank Eishockey Liga würde auf jeden Fall unter Mitwirkung von Titelverteidiger Wien und Ligakrösus Salzburg vergeben werden. Die Red Bulls haben ohne Zweifel die Mannschaft mit den besten Individualspielern. Ganz so einfach wurde der Marsch der Salzburger in die Play Offs und dann auch durchs Viertelfinale nicht. Die Bullen taten sich in der erste Runde der Post Season schwerer als erwartet, führten gegen Dornbirn zwar schon mit 3:0, danach ließ aber die Spannung etwas nach und die Bulldogs kämpften noch härter, suchten die Zweikämpfe und rangen den Mozartstädtern noch zwei Spiele ab.

Genau diese Spielart behagt den Red Bulls gar nicht. Sobald sich der Gegner in die Zweikämpfe verbeißt, kompromisslos spielt und auch hart an den Körper geht fängt das Team von Greg Poss zu straucheln an. Gegen die Bulldogs fiel schließlich auch noch die Effizienz auf magere 8% und der gegnerische Torhüter spielte eine sehr gute Serie. Schon wurde es enger als erwartet und der große Favorit brauchte doch noch 6 Partien, um sich durchzusetzen. Am Ende ist dieses Viertelfinale aber abgehakt, denn jetzt kommt ein Gegner, der zwar schwer zu spielen, aber nicht unbedingt unangenehmer ist.

Das liegt daran, dass die Black Wings keine Defensivmannschaft ist, die sich vor dem eigenen Tor einigeln kann und dann kontert. Das war man unter Rob Daum, unter Troy Ward will man bei den Linzern das Tempo diktieren und permanent Druck nach vorne machen. So etwas kommt der Salzburger Mannschaft mehr entgegen, weil die Räume größer werden und die technisch versierten Stürmer wie ein Schremp, Hughes oder Duncan besser zur Geltung kommen (selbiges könnte man allerdings auch umgekehrt behaupten, denn auch die Oberösterreicher tun sich gegen Defensivsysteme sehr schwer). Wie anfällig die Linzer in der Abwehr sind, zeigte sich in ihrer Erstrundenserie. Die Oberösterreicher kassierten 23 Gegentore gegen Zagreb, wurden permanent mit „billigen“ Toren bestraft und leisteten sich pro Spiel nicht einen, sondern immer mehrere Abwehrschnitzer, die sofort zu Gegentoren führten.

Mike Ouzas gilt darüber hinaus nicht unbedingt als herausragender Play Off Goalie, was man allerdings auch von Bernhard Starkbaum behaupten kann. Letzterer hat es gegen Dornbirn noch auf eine Fangquote von 92,2% gebracht, Ouzas rutschte auf unter 90%, was für einen Torhüter kein Renommee ist. Vor ihm agiert die Abwehr ebenso fehlerhaft – vor allem Legionäre wie Dorion und Piche sind defensiv sehr unsicher geworden, auch offensiv können sie im System von Troy Ward nicht mehr ganz so glänzen. Dafür spielen Mario Altmann und vor allem Jonathan D'Aversa sehr auffällig, Shane O'Brien wird vor allem was die Stimmung betrifft immer wichtiger im Team.

Da sind wir auch schon beim Team – hier dürften die Black Wings die Nase leicht vorne haben. Salzburg gilt als Mannschaft mit vielen schwierigen Charakteren, was schon auf der Bande anfängt. Greg Poss hat es in dieser Saison noch nicht geschafft, eine echte Mannschaft zu formen. Die Bullen zeigten viele Leistungsschwankungen und sind nicht mehr so dominant, wie man das aus der Vergangenheit schon kannte. Schwankend sind auch die Leistungen der Linzer, die durch die auch psychologisch sehr enge Serie gegen Zagreb noch einmal weiter zusammengerückt sind.

Interessant wird auch werden, welche dieser beiden Mannschaften noch einmal einen Zahn zulegen kann. So richtiges Play Off Hockey sah man nur phasenweise, sowohl Salzburg wie auch Linz ließen zwischenzeitlich die Zügel auch schleifen und wurden dafür bestraft.

Was die Offensive betrifft scheint sich Linz so richtig warmgeschossen zu haben. Dabei fällt auf, dass Erstliniencenter Corey Locke noch nicht einmal eine gute Serie spielte und trotzdem 30 Tore fielen. Bisher eher formschwankende Spieler wie DaSilva, Broda und auch Schofield waren höchst gefährlich, Brian Lebler blieb seiner Goalgettereinstellung treu und hat noch in jedem Play Off Match dieser Saison getroffen. Dahinter wird es aber schon finsterer in Linz – die dritte und vierte Linie haben meist die Aufgabe, den Gegner zu beschäftigen bzw. mit etwas mehr Körperspiel auch zu zermürben. Da ist die Offensive der Salzburger rein nominell tiefer besetzt, konnte das allerdings in der ersten Play Off Runde auch nicht ausspielen.

Entscheidend in dieser Serie könnte auch die Auswärtsperformance sein. Die Black Wings gelten heuer nicht unbedingt als Auswärtsstark, auch wenn sie in Zagreb zwei von drei Partien gewinnen konnten. Bei den Linzern hilft man sich ein wenig über die Schwäche hinweg, indem man auf den in Salzburg immer sehr präsenten Auswärtssupport (man rechnet mit 500 bis 1000 mitreisenden Fans pro Partie) verlässt und so unter Heimstimmung antreten möchte. In der Keine Sorgen EisArena ist die Mannschaft von Troy Ward ohnehin eine Macht, die Salzburg aber auch schon durchbrochen hat.

Während sich die Linzer also vor allem auf eine ganz starke Offensive verlassen dürfte, verfügt Salzburg über den insgesamt etwas balancierteren Kader. Die Bullen haben schon gezeigt, dass sie die Spielweise der Black Wings mögen und Mittel haben, die Oberösterreicher zu entschärfen. Erst Anfang Februar schossen die Mozartstädter im Heimspiel gegen die Stahlstädter 9 Tore – so etwas kannte man bei den Black Wings noch nicht in der EBEL.

Der gegenseitige Respekt ist groß, man weiß um die Stärken und Schwächen des Gegners. Linz hat sein Saisonziel erreicht, der Druck von außen ist nicht mehr ganz so groß wie noch in Runde 1, in Salzburg wird ohnehin der Titel fast schon erwartet. Das Ziel der Oberösterreicher ist es, näher an Salzburg und Wien heranzukommen, dafür wird man aber noch einmal einen Schritt vorwärts machen müssen. Am Ende wird diese Serie womöglich im Tor und auf der Strafbank entschieden. Da die Linzer gerade was Strafen betrifft durch die gesamte Saison ein Problem haben und Salzburg diszipliniert auftritt bzw. auch noch ein sehr gutes Power Play hat, könnte das den ganz großen Unterschied ausmachen.
Hockeyfans.at Prognose: Salzburg in 6 Spielen

Die Termine des Duells:
25.03.2018, 17:20 Uhr: Red Bull Salzburg - Black Wings Linz (ServusTV)
27.03.2018, 20:20 Uhr: Black Wings Linz - Red Bull Salzburg (ServusTV)
29.03.2018, 19:15 Uhr: Red Bull Salzburg - Black Wings Linz (SKY)
31.03.2018, 17:20/18:00 Uhr: Black Wings Linz - Red Bull Salzburg
***02.04.2018, 17:20/17:30 Uhr: Red Bull Salzburg - Black Wings Linz
***04.04.2018, 19:15/20:20 Uhr: Black Wings Linz - Red Bull Salzburg
***06.04.2018, 19:15/20:20 Uhr: Red Bull Salzburg - Black Wings Linz

***... falls notwendig

passende Links:

Erste Bank Eishockey Liga


Quelle:red/kf