Eisenbauer/BWL

Black Wings schießen Zagreb erneuet ab



Teilen auf facebook


Freitag, 16.März 2018 - 21:46 - Aus Best of Seven wird Best of Three. Die Black Wings haben auch das zweite Heimspiel in Folge gegen Zagreb gewonnen und in der Serie gegen die Bären den Ausgleich geschafft. Mit einem 8:4 reisen die Linzer nun nach Kroatien, wo es am Montag und Dienstag mit zwei Heimspielen für Medvescak weitergeht.

Am Dienstag waren die Bären aus Zagreb in Linz regelrecht überrollt worden und auch Spiel 4 begann für die Kroaten sehr ähnlich. Die Linzer begannen wie die Feuerwehr und legten durch Fabio Hofer und Joel Broda in den ersten drei Minuten eine rasche 2:0 Führung vor. Die Black Wings blieben auch danach am Drücker und hatten ein ums andere Mal die Chancen auf das dritte Tor, doch es kam ganz anders. Medvescak hatte zwar offensiv noch gar nichts gezeigt, aber zur Mitte des ersten Drittels schlugen die Gäste trotzdem gleich zwei Mal zu. Aus dem Nichts wurde Sondre Olden auf die Reise geschickt, nützte eine Riesenlücke zwischen D'Aversa und Piche und überwand schließlich auch noch Mike Ouzas. Der Anschlusstreffer Zagrebs, der überraschend kam. Noch überraschender dann das 2:2, denn Mike Aviani nahm die Scheibe zuerst aus der Luft mit, erwischte sie dann mit dem Schläger nur als Streifschuss und der nach oben trudelnde Puck senkte sich schließlich über die Linie.

Ein kurioses Tor, das die Oberösterreicher sichtlich erschütterte. Plötzlich wirkten die Gäste für kurze Zeit bissiger und versuchten auch sofort nachzusetzen. Aber die Black Wings erholten sich und kamen zur abermaligen Führung. In der 13. Minute wurde ein Schuss von Shane O'Brien genau zu Dan DaSilva abgefälscht, der aus spitzem Winkel das 3:2 über die Linie arbeitete. Danach wurde das Match zerfahrener, beide Mannschaften mit vielen Fehlpässen. Zagreb machte die Räume nun deutlich besser zu und stand vor dem eigenen Tor sehr massiv. Dadurch wurde der Schwung der Hausherren unterbunden und es blieb beim knappen Vorsprung nach den ersten 20 Minuten.

Man konnte schon erahnen, wie Zagreb dieses Spiel hier in weiterer Folge anlegen würde - defensiv und mit schnellen Kontern. Nur wenige Sekunden waren im Mittelabschnitt absolviert, da zeigten die Kroaten auch genau diese Tugenden. Ein schneller Konter, Kudelka zog ab und Ouzas ließ nach vorne prallen. Dort stand Netik perfekt zum Abschluss bereit, aber der Linzer Schlussmann machte seinen Fehler mit einem sehr schönen Save wieder gut. Die Bären wurden immer stärker, machten jetzt guten Druck und Linz konnte sich nicht mehr aus der Defensive befreien.

Man fühlte sich an Spiel 1 erinnert, als Linz im ersten Drittel haushoch überlegen war, Zagreb dann aber das Kommando übernahm und schließlich auch gewann. Die Black Wings wirkten nun zu passiv, konnten sich keine guten Szenen mehr im Angriffsdrittel erarbeiten, während die Gäste immer mehr Druck aufbauen konnten. Es war eine verkehrte Welt im Vergleich zum ersten Drittel, das nächste Tor machten aber trotzdem die Hausherren. Bei 4 gegen 4 hatten die Linzer wieder Vorteile und klopften gleich zwei Mal am vierten Treffer an. Es war schließlich ein Traumpass von DaSilva und der schlechte Backcheck von Morley, die Konsequenzen hatten. Rick Schofield stand mittig nämlich völlig frei und schoss problemlos zum 4:2 ab.

Zagreb hatte nur Sekunden später Pech, als ein Schuss von Kudelka nur ans Torgestänge ging - Glück für die Stahlstädter, das sich fortsetzte. In der 37. Minute musste Mike Ouzas dann sogar zwei Mal seine Beinreflexe auspacken und hielt das Ergebnis für die Hausherren positiv. Dieser Zweitorevorsprung der Black Wings hielt nach 40 Minuten, allerdings hatte Zagreb hier ganz stark aufgezeigt und kündigte auch für den Schlussabschnitt eine harte Gangart an.

Das letzte Drittel ist in dieser Serie eine echte Spezialität der Bären, denn sie haben in den ersten drei Partien immer den Schlussabschnitt gewonnen und dabei noch nicht einmal einen Treffer zugelassen. Eine Serie, die heute aber zu Ende ging. Schon in der Anfangsphase scheiterte Locke nur knapp am fünften Treffer, in der 45. Minute passte DaSilva aus aussichtsreicher Position noch quer und Lebler verpasste nur um Millimeter. Zagreb zwar bemüht, aber die Black Wings standen gut und warteten auf ihre Chancen. In der 46. Minute war es dann Fabio Hofer, der aus dem Mitteldrittel heraus auf und davon war und einen 1 gegen 0 Konter überlegt ins rechte Kreuzeck abschloss. Das 5:2 war schon so etwas wie eine Vorentscheidung, zwei Minuten später fiel sie dann endgültig. Gaffal staubte nach einem schönen Versuch von Dorion ab, wischte die Scheibe über die Linie und freute sich über seinen ersten Play Off Treffer.

Die Gäste agierten nun frustriert und ließen sich zu einigen Strafen hinreißen. Mit zwei Mann weniger am Eis kassierten die Kroaten in der 49. Minute das siebte Gegentor, erzielt durch Verteidiger Jonathan D'Aversa. Der Arbeitstag von Kevin Carr ging damit auch im zweiten Spiel in Folge frühzeitig zu Ende, die Messe war gelesen. Der Torreigen aber noch nicht zu Ende. Brian Lebler traf auch im vierten Viertelfinale und bugsierte in der 52. Minute die Scheibe zum 8:2 ins lange Eck.

Black Wings Trainer Troy Ward hatte genug gesehen, er holte nun auch Mike Ouzas vom Eis, Florian Janny durfte Play Off Erfahrungen sammeln. Der dritte Einsatz für den Backup gegen Medvescak und der endete mit zwei Gegentoren. Zagreb konnte das Ergebnis kosmetisch noch verbessern, am Ende hieß es aber trotzdem 8:4 für die Black Wings.

Die Serie geht nach diesen beiden Auftritten in Linz wieder nach Zagreb und dort warten am Montag und Dienstag zwei Partien binnen 24 Stunden auf die beiden Kontrahenten. Zagreb könnte das Viertelfinale mit zwei Heimsiegen beenden, die Black Wings brauchen dort dringend ein Break.

LIWEST Black Wings Linz - Medvescak Zagreb 8:4 (3:2, 1:0, 4:2)
Tore: 1:0 Hofer (2.), 2:0 Broda (3./PP), 2:1 Olden (11.), 2:2 Aviani (12.), 3:2 DaSilva (13.), 4:2 Schofield (32.), 5:2 Hofer (46.), 6:2 Gaffal (48.), 7:2 D'Aversa (49./PP2), 8:2 Lebler (52./PP), 8:3 Netik (57.), 8:4 Tikkanen (59.).

Stand in der Serie Best of Seven: 2:2 (3:4 n.V., 2:6, 8:2, 8:4)

passende Links:

Erste Bank Eishockey Liga


Quelle:red/kf