Eisenbauer/BWL

Zagreb dreht Partie gegen Black Wings und holt Heimvorteil



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Freitag, 09.März 2018 - 22:03 - Deja-vu für die Black Wings im Play Off Viertelfinale! Die Linzer lagen gegen Zagreb zu Hause mit 2:0 und 3:1 vorne, aber die hart arbeiteten und kämpferisch starken Bären bissen zurück und feierten einen 4:3 Sieg nach Verlängerung. Die Kroaten holen sich damit gleich im ersten Match den Heimvorteil!

Fünf Tage nachdem sich die beiden Teams zuletzt gegenüber gestanden sind trafen die Black Wings und Zagreb zum Play Off Auftakt erneut aufeinander. Die Linzer weiterhin ohne Schofield, bei Medvescak fehlten Deutsch und Zanoski. Erwartungsgemäß begannen die Gastgeber sehr stark, mit großem Druck und physisch sehr präsent. Das ließ die Bären aus Zagreb anfangs gewaltig wackeln, aber die Kroaten konnten das Match rasch beruhigen und man hatte diesen Anfangsschwung gut überstanden.

In der 7. Minute zog Jonathan Daversa von der blauen Linie ab, Naclerio und Ober fälschten noch ab, aber Kevin Carr blieb stabil. Das hätte man sich wohl zwei Minuten später auch erwartet, doch ein Schuss von Joel Broda aus spitzem Winkel ging ins kurze Eck. Ein Tor, das man dem Schlussmann der Gäste ankreiden kann und muss. Jetzt waren die Bären gefordert und machten auch etwas auf. Das brachte zwar die ersten Schüsse auf das Tor von Mike Ouzas, richtig gefährlich war das allerdings noch nicht.

Da arbeitete sich Linz schon deutlich näher an den nächsten Treffer heran. Locke, Naclerio und Broda hatten gute Einschussmöglichkeiten, ließen die aber liegen. In der 13. Minute wurde Brian Lebler zentral von Carr stehend völlig allein gelassen und konnte im Nachschuss seinen eigenen Rebound verwerten - das 2:0 für die Hausherren. Die waren am besten Weg, sich abzusetzen, denn im Power Play wuchs der Druck auf das Medvescak Gehäuse wieder an. Aber das Penalty Killing funktionierte ausgezeichnet, Zagreb stand äußerst kompakt und ließ kaum Schüsse des Überzahlteams zu. In der Schlussphase spielten die Kroaten dann selbst mit einem Mann mehr - und hatten richtig dicke Chancen. Tyler Morley scheiterte in der 19. Minute aus zwei Metern an einem schönen Ouzas Save. Der Schlussmann der Linzer zeigte auch in den letzten Sekunden des ersten Drittels sein Können und rettete mit zwei weiteren spektakulären Saves die Black Wings vor einem ersten Gegentor.

Anders als im ersten Abschnitt konnte sich Zagreb im Mittelabschnitt immer besser in Szene setzen, was auch daran lag, dass die Black Wings ihr intensives Forechecking nicht mehr fortsetzen konnten. Das Penalty Killing der Bären blieb weiterhin herausragend und beinahe hätte man in der 23. Minute sogar einen Shorthander erzielt. Die Hausherren hörten den Warnschuss offenbar nicht, denn nur eine Minute später kam Lehtonen von der Strafbank zurück und konnte einen 2 gegen 1 Konter souverän abschließen. Der Anschlusstreffer für die Bären, die weiterhin ihr Spiel fortsetzten und die Bemühungen der Linzer unterbanden. Das brach den Rhythmus der Oberösterreicher zwar, aber ein Mann war noch immer hellwach. Joel Broda bekam in der 29. Minute einen Energieanfall und schloss zum 3:1 ins lange Eck ab.

Ein Tor, das nicht wirklich dem Spielverlauf entsprach, weil Zagreb in diesem Abschnitt sehr lästig agierte und immer wieder Nadelstiche setzte. In der 35. Minute arbeiteten sich die Kroaten durch Noonen auch wieder bis auf einen Treffer heran, während die Black Wings eine Großchance liegen ließen. Broda war am kurzen Eck nur zum Zentimeter daran gescheitert, die Scheibe unterzubringen, wenig später traf Philipp Lukas nur die Querlatte. Jetzt hatten die Bären Glück, aber es blieb beim knappen 3:2 für die Gastgeber, die sich auf diesem Vorsprung keinesfalls ausruhen konnten.

Das unterstrich Zagreb nach wenigen Augenblicken im letzten Abschnitt auch, denn Tomas Kudelka schloss nach nur 40 Sekunden zum 3:3 ab. Die Bären ließen an der Unteren Donaulände Erinnerungen ans Vorjahr hochkochen, als Bozen mit ähnlicher Spielanlage Endstation im Viertelfinale war. Die Black Wings versuchten nach dem Ausgleich sofort zu antworten, aber Dorion traf nur die Außenstange und danach ließen die Linzer durch Lebler und Hofer Riesenchancen ungenützt. Die Effizienz, welche die Oberösterreicher über weite Strecken dieser Saison so ausgezeichnet hatte, sie ließ zu wünschen übrig. Dazu gesellten sich die auch schon bekannten Undisziplniertheiten der Stahlstädter, die sie schon die gesamte Saison über nicht abstellen konnten. Das brachte zwar kein weiteres Tor, aber die Black Wings unter Druck.

Medvescak spielte die Partie sehr geschickt, igelte sich nun zusehends hinten ein und wartete auf Konter. Die Linzer bemühten sich zwar, doch immer wieder war ein Stock oder ein Körperteil der Bären-Cracks zur Stelle. Zwei Minuten vor dem Ende dann Riesenglück für Zagreb: ein Weitschuss ging von der Stange auf den Rücken von Kevin Carr, zurück in Richtung Torlinie... wo sie liegen blieb. Lehtonen wischte die Scheibe dann von dieser Linie weg und rettete die Kroaten in die Verlängerung.

In dieser ging es wieder mit Chancen auf beiden Seiten weiter. Tyler Morley scheiterte nach nur 8 Sekunden an Mike Ouzas, auf der anderen Seite scheiterte Patrick Spannring in der 63. Minute ganz alleine vor Kevin Carr an seinen Nerven und am Bären-Goalie. In der 65. Minute war dieses Match dann aber zu Ende. Mikko Lehtonen markierte das entscheidende Tor für Zagreb und ließ die Keine Sorgen EisArena ganz leise werden. Zagreb hatte einen zweimaligen Zweitorerückstand nicht nur ausgeglichen, sondern das Match sogar gewonnen. Damit holten die Bären gleich den Heimvorteil in den Dom Sportova, wo am Sonntag auch das nächste Duell dieser Serie ausgetragen wird.

LIWEST Black Wings Linz – Medvescak Zagreb 3:4 n.V. (2:0, 1:2, 0:1, 0:1)
Tore: 1:0 Broda (8.), 2:0 Lebler (13.), 2:1 Lehtonen (24.), 3:1 Broda (29.), 3:2 Noonan (35.), 3:3 Kudelka (41.), 3:4 Lehtonen (65.).


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Quelle:red/kf