15.10.2017, Stadthalle, Klagenfurt, AUT, EBEL, EC KAC vs HCB Suedtirol Alperia, 23. Runde, im Bild Jakub Sedlacek (HCB-S?dtirol Alperia, #3), Thomas Koch (EC KAC, #18) // during the Erste Bank Icehockey League 23rd round match between EC KAC and HCB Suedtirol Alperia at the Stadthalle in Klagenfurt, Austria on 2017/10/15. EXPA Pictures ? 2017, PhotoCredit: EXPA/ Gert Steinthaler EXPA/ Mag. Gert Steinthaler

Die HF.at Play Off Vorschau: KAC – HCB Südtirol



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Mittwoch, 07.März 2018 - 8:35 - Im Vorjahr arbeitete sich der KAC bis ins Finale der Erste Bank Eishockey Liga, Bozen stand im Halbfinale. Heuer treffen die beiden Mannschaften in der ersten Runde der Play Offs aufeinander und geht man nach der Papierform, gibt es keine Frage, wer den Aufstieg schaffen wird. Aber Papier ist geduldig und Statistiken können lügen…

KAC (4) – HCB Südtirol (8)
Saisonbilanz: 4:0 Siege, 12:0 Punkte, 12:5 Tore

Man wird es vor diesem Duell immer wieder hören: der Fluch des Viertplatzierten in der EBEL könnte in diesem Jahr den KAC ereilen. Oder die Rotjacken durchbrechen ihn. Auf jeden Fall konnte seitdem es einen Play Off Pick in der Liga gibt noch nie ein Tabellenvierter nach der regulären Saison in die zweite Runde vordringen. Serien sind allerdings bekanntlich da, um durchbrochen zu werden.

Das wird man sich auch beim HCB Südtirol denken, der sich in einer durchaus bekannten Situation befindet. Wie schon im letzten Jahr wollte auch heuer niemand die Italiener picken und am Ende blieben die Foxes für den Vierten übrig. Das spricht vom Respekt, den man den Südtirolern entgegenbringt. Die Bozner stehen im fünften EBEL Jahr zum fünften Mal in den Play Offs, wenngleich es dieses Mal nicht ganz so souverän war, wie im Vorjahr.

Bis Anfang Dezember lief gar nicht zusammen, die Italiener standen sogar am Ende der EBEL Wertung und schienen einer völlig verkorksten Saison entgegenzusteuern. Nach 23 Spielen entschied sich der HCB daher, die Reißleine zu ziehen und entließ am 28. November Pat Curcio. Dieser hatte es nicht geschafft, der Mannschaft Struktur zu geben und legte den schlechtesten Start seit EBEL Zugehörigkeit hin. Kai Suikkanen übernahm und nur wenig später machten sich erste Erfolge breit. Bozen arbeitete sich in der Tabelle wieder nach oben, belegte nach 44 Runden immerhin Platz 8 und war nur noch 5 Zähler hinter den Top 6. In der Quali-Runde feierten die Suikkanen Schützlinge schließlich 7 Siege in 10 Spielen und fixierten am vorletzten Spieltag die Play Offs. Zumindest so gut wie, denn in der letzten Runde mussten die Italiener etwas zittern, schließlich schaffte man den Sprung ins Viertelfinale aber trotzdem sicher.

Dieser Lauf machte den HCB so „unbeliebt“ unter den pickenden Teams. Bozen gilt als gefährlich, hat den Ruf eines Play Off Teams, das sich wenn es um etwas ging, noch immer steigerte. Selbiges sagt man allerdings auch über den KAC, der eine ähnlich schwankende Saison absolvierte, wie der Viertelfinalgegner. Die Rotjacken verloren nach dem Vizemeistertitel letztes Jahr drei der ersten vier Spiele, sieben der ersten 12 Partien. Danach festigte sich das Team von Steve Walker und bis zur Weihnachtszeit zeigte man sich bärenstark. Insgesamt reichte es aber nie, um sich ganz vorne auf Dauer festzusetzen, die Rotjacken beendeten die erste Phase der Meisterschaft auf Platz 4. Zwischen dem 19. Jänner und dem 11. Februar gab es für den Rekordmeister acht Niederlagen in Folge, ehe sich die Rotjacken erfingen und zuletzt gegen die Top 3 zwei Siege einfuhren und immer punkteten.

Im Saisonvergleich hat der KAC die Nase ganz klar vorne, konnte alle vier Duelle gewinnen und ließ dabei nur 5 Gegentore zu. Einschränkend muss man dazu allerdings anmerken, dass diese vier Spiele allesamt bis zum 1. Dezember stattfanden und daher in jener Phase über die Bühne gingen, in der Bozen keinen Fuß aufs EBEL Eis bekam.

Entscheidend in dieser Serie könnte sein, wer sich körperlich besser durchsetzen kann. Vor allem der HCB hatte mit physischem Eishockey in dieser Saison große Probleme und verfügt auch kaum über Spieler, die diese Rolle einnehmen können. Mit Mike Halmo hat man allerdings einen Stürmer, der nicht nur der beste Scorer (48 Punkte, davon 19 Tore) ist, sondern sich auch körperlich durchsetzen kann. Im Lager der Südtiroler hofft man darüber hinaus, dass erfahrene Spieler wie ein Mike Angelidis oder Mat Clark in der wichtigsten Zeit des Jahres einen Schritt nach vorne machen können. Gerade solche Leaderfiguren braucht diese Mannschaft, die in dieser Saison immer wieder Schwächephasen hinlegte – und das sogar während der Spiele.

Ein großes Problem war auch, dass man keinen echten Goalgetter im Team hat. Der HCB hat zwar sieben Spieler, die mehr als 10 Tore erzielen konnten, die Effizienz lässt aber zu wünschen übrig. Das hat sich zwar in der Zwischenrunde verbessert, jetzt geht es allerdings wieder gegen Teams, die auch hinten deutlich besser stehen…

So wie der KAC, dessen Abwehr vor der Saison als eine der besten der Liga gegolten hat. Im Vergleich zu den Boznern haben die Kärntner auch in Sachen Schwachstellen agiert und mit Andrew Kozek einen ausgewiesenen Torjäger geholt. Der Stürmer hat seinem Ruf auch schon alle Ehre gemacht und kann mit seiner Spielweise in den Play Offs noch wichtig werden. Immerhin liegt der KAC in Sachen Effizienz noch immer am letzten Platz in der EBEL und braucht weiterhin zu viele Chancen, um zu Toren zu kommen. Das zeigt sich auch in Sachen Torstatistik, denn die Klagenfurter haben nur vier Spieler im Kader, die mehr als 10 Treffer erzielt haben! Die Toreffizienz dürfte also einer der ersten Schlüssel zum Erfolg in dieser Serie werden.

Der zweite steht zwischen den Torpfosten. Die Foxes haben mit Ex-KAC Crack Pekka Tuokkola einen Mann vepflichtet, der gute Leistungen zeigt, allerdings ganiert mit fast unglaublichen Fehlern. Tuokkola gilt als Torhüter, der gerne einmal einen „Ausflug“ macht, der dann zu Gegentreffern führt. Solche Dinge darf er sich gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber nicht leisten. Beim KAC ist man mit dem Duo Duba/Madlener auch nicht immer gefestigt unterwegs, hat aber immerhin zwei fast annähernd gleichwertige Torhüter zur Verfügung. Das zeigt sich auch an den fast gleichwertig verteilten Eiszeiten der beiden.

Als dritter Erfolgsschlüssel dürften die Special Teams gelten. Der HCB Südtirol besticht hier vor allem mit einem herausragenden Penalty Killing, welches das beste der gesamten EBEL ist. Auch was das Power Play betrifft, sind die Foxes in dieser Saison deutlich besser unterwegs gewesen, als der Vizemeister vom Wörthersee. In diesem Bereich deuten sich demnach Vorteile für die Nummer 8 in diesem Viertelfinale an.

Die Bozner gehen trotzdem nicht ungern als Außenseiter in dieses Duell, denn die Italiener lieben diese Rolle. Das hat man schon in der Vergangenheit ausgezeichnet ausgespielt und dadurch die eigenen (sehr heißblütigen) Fans zusätzlich motiviert. Die Palaonda gilt als echter Hexenkessel, der eine Auswärtsmannschaft durchaus erdrücken kann. In der Vergangenheit gab es auch immer wieder abseits des Eises Dinge, die in Serien mit HCB Beteiligung hineinspielten. Die Medien machen hier genauso Druck wie die Fans. Aber das kennt man auch in Kärnten, wo man darauf hofft, dass die Klagenfurter Stadthalle ebenso überkochen wird, wie die Heimarena der Foxes.

Am Trainersektor war Steve Walker beim KAC heuer nicht immer unumstritten und es herrscht nicht unbedingt durchgehendes Einverständnis mit der sehr frühen Vertragsverlängerung mit dem Coach. Ganz anders in Bozen, wo Trainer Suikkainen unumstritten ist und großes Ansehen genießt. Insgesamt scheint der KAC zwar was das Team betrifft den tiefer besetzten Kader zu haben und vor allem in Sachen Physis und Durchschlagskraft Vorteile zu haben, Bozen wird es den Rotjacken aber nicht leicht machen. Es wird auch darauf ankommen, ob der KAC auswärts wie schon die gesamte Saison über eine 50% Mannschaft ist (also die Hälfte aller Partien in der Fremde gewinnt) bzw. ob diese Mannschaften ihre Heimspiele gewinnen können. Es ist ein harter Kampf zu erwarten, wie immer mit Bozner Beteiligung auch mit einigen Nebengeräuschen und Aufregungen. Wenn der KAC das alles ausblenden kann, dann spricht einiges dafür, dass der Vizemeister in Runde 2 einzieht.
Hockeyfans.at Prognose: KAC in 6 bis 7 Spielen

Die Termine des Duells:
Fr, 09.03.2018: KAC (4) – HCB Südtirol (8)
So, 11.03.2018: HCB Südtirol – KAC
Di, 13.03.2018: KAC – HCB Südtirol
Fr, 16.03.2018: HCB Südtirol – KAC
*So, 18.03.2018: KAC – HCB Südtirol
*Di, 20.03.2018: HCB Südtirol – KAC
*Fr, 23.03.2018: KAC – HCB Südtirol

*...falls notwendig


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Quelle:red/kf